PJ-Tertial Kinderchirurgie in Istituto Giannina Gaslini (7/2021 bis 9/2021)

Station(en)
Kinderchirurgie
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Station, OP
Heimatuni
Wien
Kommentar
Die Klinik:
Das Istituto Giannina Gaslini ist in Italien neben dem Ospedale Bambino Gesù in Rom das bekannteste Kinderkrankenhaus des Landes und bekommt als ausgewiesenes Exzellenzzentrum Patienten aus ganz Italien zugewiesen, für spezielle Eingriffe wurden auch Patienten aus dem Ausland eingeflogen. Das Krankenhaus besteht aus zahlreichen Pavillons, die auf einer riesigen Gartenanlage verteilt sind, die sich direkt neben dem Meer befindet. Die kinderchirurgische Abteilung scheint neben den klassischen kinderchirurgischen Eingriffen einen besonderen Fokus auf die Urologie (fast alle Eingriffe werden mit dem DaVinci-Roboter ausgeführt) und die Thorax- und Atemwegschirurgie zu legen (Pectus, Tracheomalazie, Poland-Syndrom, Ösophagusatresie), wobei man aber wie gesagt so ziemlich alles zu sehen bekommt, was die Kinderchirurgie zu bieten hat.
Auch gut: das Mensaessen schmeckt sehr lecker, für 5,43€ bekommt man ein Menü bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise, Beilage, Salat und Dessert. Außerdem hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Salaten und Pizza.

Tätigkeiten:
Vor Antritt meines 8-wöchigen PJ-Tertials an der Kinderklinik "Istituto Giannina Gaslini" war der mir übermittelte Eindruck des Ausbildungssystems für Medizinstudenten in Italien der, dass es sehr auf theoretische Wissensvermittlung fokussiert sei und eher weniger praxisorientiert. Ich kam also vorrangig mit dem Ziel nach Genua, meine Sprachkenntnisse zu verbessern und einen Einblick in den italienischen Klinikalltag zu bekommen. In gewisser Hinsicht war es dann auch so und ich hatte als Student weder eigene Patienten zu betreuen noch Stationsarbeit zu leisten (Aufnahmen, Blutabnahmen, Briefe schreiben). Andererseits war der Großteil der Ärzte überaus motiviert, Wissen zu vermitteln, Sachen zu erklären und man wurde dazu animiert, in der Notaufnahme und in den Spezialambulanzen bei den Untersuchungen mitzumachen. Das Teaching in diesem Tertial war mit das Beste, das ich während meiner bisherigen Krankenhauserfahrungen erlebt habe. Nach einiger Zeit durfte ich dann bei manchen Ärzten auch im OP assistieren, was aufgrund des breiten Spektrums der Eingriffe ein echtes Erlebnis war.

Sprache: Ich habe mein Tertial ausschließlich auf Italienisch absolviert, deswegen habe ich meine positive Erfahrung sicherlich auch dem Umstand zu verdanken, dass nicht immer jemand zum Übersetzen bereitstehen musste. Hatte vor meiner Ankunft ca. B1-Niveau und habe die Erfahrung gemacht, dass man sprachlich relativ schnell reinfindet. Auf anderen Stationen waren auch Erasmus-Studenten ohne Italienischkenntnisse, denen immer sehr gerne und bereitwillig ins Englische übersetzt wurde.

Stationsklima: Auf der Abteilung herrscht ein sehr angenehmes Arbeitsklima, es wird viel gelacht und generell wird man als Student, wenn man sich interessiert zeigt, schnell ins Team aufgenommen. Vor allem Ärzte, die selbst einige Zeit im Ausland verbracht hatten, kümmerten sich besonders, fragten regelmäßig wie es einem geht, gaben Freizeittipps und mit einigen unternahm ich auch abends mal etwas in der Stadt.

Stadt und Wohnen:
Genua als Stadt hat mir sehr gut gefallen. Überschaubar groß, am Meer gelegen, auch im Sommer nicht allzu heiß (es weht immer ein leichter Wind) und die Lebenserhaltungskosten sind für Norditalien überraschend niedrig. Ich hatte ein WG-Zimmer für 380€ in der Nähe des bekannten Strands Boccadasse und in Gehdistanz vom Krankenhaus. Ansonsten sind die Stadtteile Foce, Albareto, Quarto und Quinto sehr schön zum Wohnen. Generell fand ich die Lebensqualität in Genua sehr hoch, es gibt (preiswerte) Cafés und Restaurants an jeder Ecke und zur italienischen Küche muss ich ja eigentlich nichts dazu sagen. Die Umgebung von Genua bietet zusätzlich sehr schöne Ausflugsmöglichkeiten (z.B. Cinque Terre, Portovenere, San Fruttuoso und Camogli). Beginnend mit September kann man täglich an Erasmus-Aktivitäten und Ausflügen teilnehmen, am besten man kontaktiert dafür die Gruppe „ESN Genova“ auf Facebook.
Bewerbung
Ich habe einige Monate vorher den Chefarzt der Abteilung (Prof. Mattioli) mit Bewerbungsschreiben und Lebenslauf kontaktiert, der mir seine Zustimmung gegeben und mich an das International Office der Klinik weitergeleitet hat. Ging alles sehr unkompliziert und unbürokratisch und auch die Einführungstour am Klinikgelände durch Mrs. Cosulich vom IO am 1. Tag war sehr herzlich.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Chirurgische Wundversorgung
Notaufnahme
Mitoperieren
Röntgenbesprechung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.2