PJ-Tertial Unfallchirurgie in St. Elisabeth Krankenhaus (7/2021 bis 9/2021)

Station(en)
14, 15
Einsatzbereiche
Station, OP
Heimatuni
Leipzig
Kommentar
Im Elisabethkrankenhaus Leipzig wird in der Unfallchirurgie/Orthopädie in erster Linie Geld verdient. Daher ist man als Studierender eine günstige Hilfskraft welche auch stets verfügbar ist, da sich das Elisabethkrankenhaus berechtigterweise groߟer Beliebtheit erfreut.
Da die Prothetik einen Groẞteil des Umsatzes im Eli erwirtschaftet, gleichzeitig personell unterbesetzt erscheint, wird man das Gefühl nicht los primär der Gewinnmaximierung zu dienen. Lehre hat dort praktisch keinen Stellenwert.

Weder bei der morgendlichen Röntgendemo oder der sehr kurz gehaltenen Visite bleibt Zeit für Erläuterungen, es folgen anschlieߟend Blutentnahmen, Flexülen und die Aufteilung für die 2. Assistenz bei den Hüft- und Knie-TEPs.

Der wöchentliche Studierendenunterricht fällt seitens der Unfallchirurgie konsequent aus.

Im OP bestätigen sich leider alle Klischees über männliche Unfallchirurgen.
Wenn man auf die oberärztliche Frage ob man bewusstlos werde mit: "Naja, in der Regel nicht"€œ antwortet, so folgt die kurze Blickdiagnose, dass man ja ein Junge sei und somit gar keine Regel habe. HöHöHö.
Quittiert man diesen Brüller mit einem verständnislosen Blick, so wird der Witz gern nochmal wiederholt, klar, es ist ja auch durchaus möglich dass man ihn gar nicht verstanden hat.
Die studentischen Aufgaben beschränken sich im OP dabei meist auf das Halten von Haken und Beinen.

Auf Station bestehen die Aufgaben im Beisitz während der Aufnahmen und dem teilweise stundenlangem Abschreiben von vorgedruckten Sätzen auf Aufklärungsbögen, damit eine "patientenindividuelle"€œ Aufklärung der Patient*innen erfolgt ist.
Da fühlt man sich dann ein wenig wie Harry Potter in Teil 5, nur dass sich der Text nicht in die Hand einbrennt. Wäre auch gar nicht genug Platz dafür.

Den Assistenzärzten ist an der Stelle kein Vorwurf zu machen, sie sind teilweise stark unterbesetzt und trösten gern damit, dass die anderen Tertiale sicher besser werden. Wenn die Zeit es zulässt, helfen sie gern bei der körperlichen Untersuchung oder demonstrieren diese.

Insgesamt sollte man also, wenn man aus seinem unfallchirurgischen Tertial etwas mitnehmen möchte, einen weiten Bogen um das Eli machen. Schade, denn gerade die Pflege, ob OP oder Station ist wirklich überdurchschnittlich nett, ebenso wie das generelle Klima im Hause. Von der Kritik ausgenommen sei die Klinik für Visceralchirurgie, hier ist der Ton wertschätzend und die Motivation zur Lehre hoch.
Das Essen ist spitze und günstig.

Ps: Eine der Bewertungen in diesem Portal stammt von einem der unfallchirurgischen Oberärzte. Eine weiter Kostprobe des abteilungsinternen Humors. Es darf geraten werden.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Rehas anmelden
Röntgenbesprechung
Patienten untersuchen
Botengänge (Nichtärztl.)
Blut abnehmen
Braunülen legen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
3
Unterricht
6
Betreuung
5
Freizeit
2
Station / Einrichtung
5
Gesamtnote
5

Durchschnitt 3.93