PJ-Tertial Chirurgie in UniversitaetsSpital Zuerich (USZ) (5/2020 bis 8/2020)

Station(en)
Traumatologie, Plastische Chirurgie, Thoraxchirurgie, Notaufnahme
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, OP
Heimatuni
Muenster
Kommentar
Das chirurgische Tertial am USZ zu absolvieren war die beste Entscheidung. Ich würde das Tertial in Zürich im Sommer machen, man hat viel mehr vom Tag, da in den dunkleren Jahreszeiten durch die längere Arbeitszeit der Tag sehr kurz wird, und Zürich nach der Arbeit unglaublich viel Lebensqualität bietet, vom See, über die Stadt bis zur Feierabendrunde mit dem Rennrad. Es sei denn natürlich man möchte Skifahren. (Was andere Unterassistenten in der Inneren so erzählt haben ist das Innere Tertial am USZ auch nicht schlecht, ich würde am USZ aber immer Chirurgie machen.)
Arbeiten und Leben in der Schweiz ist sehr angenehm, zwar arbeitet man länger als in Deutschland, die Stimmung und Arbeitsmoral sind allerdings auch deutlich besser. Und ja die Schweiz ist nicht günstig, die Relation von PJ-Gehalt zu Lebenshaltungs- und Wohnkosten ist allerdings dennoch besser als in Deutschland.
Am USZ rotiert man fix monatlich durch die verschiedenen Stationen. Pro Monat hat man ca. 1x Rufdienst (Pikett), außer in der Rotation der Notaufnahme (kein Pikett). Die Ansprechpartnerin Frau Gröflin hat immer ein offenes Ohr und kümmert sich sehr gut.
Ich habe vor PJ Beginn meine Fach-Wünsche geäußert, diese gelten für die erste Rotation, sodass ich zunächst zwei Wochen in der Traumatologie gearbeitet habe (PJ Beginn war Mitte des Monats, daher nur 2 Wochen), danach wählt man vor Ort per Wunsch die nächste Monatsrotation. Wünsche können gerade bei beliebten Fächern nicht immer berücksichtigt werden, wenn man schnell ist, klappt es häufig. In der Traumatologie assistiert man im OP und schreibt Ein- und Austrittsberichte. Stimmung ist hier typisch Unfallchirurgie z.T. eher direkt/gröber.
Im Anschluss rotierte ich in die Notaufnahme. Dort arbeitet man immer 5 Tage und hat dann 4 Tage frei. Man wechselt mit jedem 5-Tage-Block die Dienstzeit (Frühdienst 8-15 Uhr, Spätdienst 15-22 Uhr, Nachtdienst 22-8 Uhr), und hat entsprechend des Verlaufs auch an Wochenden Dienst und unter der Woche frei, was z.T. nachteilig für die Wochend-Freizeit ist, aber unter der Woche auch für Ausflüge viel Potential bietet. In der Notaufnahme lernt man sehr viel in der eigenständigen Aufnahme chirurgischer Patienten, spricht diese dann mit dem zuständigen Arzt durch inkl. wie man weiter vorgehen würde, und kann chirurgische Wundversorgung in einem separaten Eingriffsraum früh komplett selbstständig durchführen, was gerade in den Nachtdiensten am Wochenende spannend ist. Ist wenig los in der Nacht, bleibt man selten bis 8 Uhr (bei mir: Nacht 1-5: 0,2,2,4,8 Uhr).
Weiter ging es in der Plastischen Chirurgie, dort nimmt man Patienten auf, schreibt den Aufnahmebogen und ist viel im OP eingeplant, von ästhetischer Chirurgie, über Verbrennungs-OP bis rekonstruktiver Handchirurgie. Teilweise muss man sog. Früheintritte versorgen, d.h. Arbeitsbeginn 6:30 Uhr für Same-Day-Surgery Patienten. Hier kann man sich unter den Unterassistenten gut abwechseln. Das Team der Plastischen Chirurgie ist sehr nett, man kann häufig relevant assistieren (also mehr als Haken halten) und hat trotz viel Arbeit eine schöne Zeit. Morgens findet zuerst eine Frühbesprechung statt mit z.T. Fortbildung. Mittagessen schafft man in der Regel nur notdürftig via kurzen Snacks im Bistro, da viele OPs laufen, in denen man eingeplant ist.
Die Thoraxchirurgie war nicht mein erster Wunsch, aber auch hier kann man einiges lernen. Nach der Frühbesprechung geht es zur Visite auf Intensiv und IMC, dann auf Station oder in den OP. Viel werden hier VATS durchgeführt, wo man z.T. auch relevant assistieren ankann (Trokar setzen, Drainage annähen, sonst Kamera halten und häufig zunähen). Auf Station ist man wie in jeder Rotation selbstständig für die Erledigung der Aufnahmen zuständig, d.h. Anamnese, körperliche Untersuchung, Aufnahmebogen/Brief anlegen. Auch Austrittsberichte sind zu aktualisieren. Nach Anleitung kann man im Verlauf oft selbstständig Thoraxdrainagen entfernen. Die Stimmung ist gut und man kann regelhaft Mittagessen. Der Arbeitstag schließt mit der Nachmittagsbesprechung, früher zu gehen ist also eher schwierig.
Insgesamt sind die Rotationen der Notaufnahme und Plastischen Chirurgie sehr empfehlenswert.

Hinsichtlich Essen ist zu beachten, dass dies in der Cafeteria preislich zwischen 10-15 SFr liegt, allerdings auch sehr gut ist (Qualität der Hauptgerichte, Salatbar,..). Mitnehmen lohnt sich also auch.
Alle Unterassistenten sind in einem Wohnheim (Vogelsangstraße 10) untergebracht, was sehr angenehm ist. Jeder hat ein Wachbecken im Zimmer, ein Satz Bettwäsche ist vorhanden, sowie ein Geschirrtuch. Jeder hat einen eigenen, abschließbaren Kühlschrank mit kleinem Staufach in der Küche. Diese ist mit einem Sammelsurium aus Geschirr ausgestattet. Fußweg 8-10min von der Klinik (z.T. steil, Achtung: sehr bergig vom See hinauf zum USZ und zum Wohnheim, wer also ein Rad mitnimmt tut gut daran ein sportliches zu wählen, sonst gibt es 200m vom Wohnheim eine der vielen E-Bike Stationen Zürichs). Es gibt einen Fahrradkeller, einen Stauschrank im Keller, je 5 große Industriewaschmaschinen und -trockner, sowie drei Bügeleisen mit -brett.
Urlaubstage sind 1,5 pro Monat, die nicht kumuliert werden können.
Die Ausstellung der Abschlussbescheinigung ist problemlos, zusätzlich bekommt man für 50 SFr eine Äquivalenzbescheinigung über Frau Gröflin.
Bewerbung
Ich habe mich 1,5 Jahre vorher beworben und durch Glück, weil jemand spontan abgesagt hatte, einen Platz bekommen. Also sicherheitshalber mindestens 2 Jahre im Voraus bewerben.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
EKGs
Notaufnahme
Röntgenbesprechung
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
Chirurgische Wundversorgung
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
1054,15 SFr plus Dienstzuschläge (meist ca. 1400 SFr/Monat)
Gebühren in EUR
650 SFr Wohnkosten

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
1
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.33