PJ-Tertial Pädiatrie in Universitaetsklinik Innsbruck (10/2020 bis 12/2020)

Station(en)
Notfallambulanz
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Pro:
- in der Notfallambulanz sieht man sehr viele Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern (von leichtem Schnupfen über Anaphylaxie bis zur Erstdiagnose von Hirntumoren)
- einige Möglichkeiten etwas Neues zu sehen, was dann sehr einprägsam in Erinnerung bleibt
- an sich viel zu tun, außer in Corona-Zeiten in denen die Ambulanz manchmal wie ausgestorben war.. aber der Tag vergeht ganz gut
- immer wieder die Möglichkeit auch auf andere Spezialambulanzen zu schauen

Contra:
- leider gar kein Teaching, bis auf einmal eine halbherzige Fortbildung über HNO-Untersuchungstechniken
- als PJler steht man wie so oft einfach im Weg und fühlt sich nicht sehr gebraucht oder willkommen
- im Ärztezimmer kaum Möglichkeiten sich hinzusetzen bzw. an einem Computer etwas nachzulesen, also steht man wenn nichts los ist wirklich den ganzen Tag nur rum
- ganz klare Hierarchien! Der Oberarzt hat das alleinige Sagen. Als Assi, Turnus oder KPJler braucht man gar nicht glauben, dass man einen Patienten selbständig behandeln oder abschließen darf. Es wird sehr viel Wissen von einem erwartet, ohne wirklich Unterricht zu bekommen. Ich kenne das von anderen Klinik ganz anders, da wird meist sogar erwartet dass man selbständig arbeitet.
- Der Umgangston war zum Teil unmöglich! Habe in meiner ganzen Studienlaufbahn so etwas noch nie erlebt. Man wird vor dem Patienten angeschrien, obwohl man nichts falsches gemacht hat, einfach nur weil der oder die Arzt/Ärztin grad mit dem eigenen Stress nicht zurechtkommt.
- Größtes Contra: Man darf zwar eigenständig ein Kind erstuntersuchen, muss dies aber mit einem Assistenten dann besprechen, der dann wieder genau den gleichen Zeitaufwand betreibt um sich das Kind anzusehen. Am Ende stellt man es dem Oberarzt vor, der dann als 3. nochmal zum Kind geht und von vorne die Untersuchung beginnt. In meinen Augen die reinste Zeitverschwendung und ich kann mir nicht vorstellen wie mühsam es für Ärzte, Pflege und Patienten ist wenn viel in der Ambulanz los ist (was zu meiner Zeit aufgrund des Lockdowns nicht der Fall war). Beim Abschlussgespräch habe ich das als großes Manko bemängelt und daraufhin bekam ich nur die Antwort, dass die Pädiatrie nunmal so ist..


Alles in allem kann ich die Pädiatrie wirklich nur denjenigen empfehlen, die unbedingt Kinderarzt/-ärztin werden wollen. Von meinen Kollegen auf den Stationen habe ich auch nichts überaus Positives gehört. Alle waren nur so semi-begeistert. Man hat halt einfach fast nichts zu tun und der Lerneffekt bleibt leider komplett aus. Die Neonatologie soll dafür aber wunderbar sein und man darf zu allen Sectios und Mutter-Kind-Untersuchungen mit. Vielleicht könnte das die bessere Alternative fürs PJ sein.
Bewerbung
Für Studenten der MUI über das KPJ-Portal, ansonsten bestimmt mindestens 1-2 Jahre im Voraus bei Frau Feichter.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
EKG
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Notaufnahme
EKGs
Botengänge (Nichtärztl.)
Braunülen legen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
600

Noten

Team/Station
3
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
3
Unterricht
5
Betreuung
5
Freizeit
3
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
3

Durchschnitt 3.27