PJ-Tertial Chirurgie in Spital Linth (9/2020 bis 11/2020)

Station(en)
Klinik für Chirurgie
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, Notaufnahme, OP, Diagnostik
Heimatuni
Wien
Kommentar
Allgemein:
Das Spital Linth liegt in Uznach, eine Stadt direkt am Land, vom Rapportraum (mit Rapport sind in der Schweiz die Besprechungen/Übergaben gemeint) aus sieht man regelmässig grasende Kühe vom angrenzenden Bauernhof. Das Spital an sich ist gerade erst renoviert/neu gebaut worden. Für ein Landkrankenhaus dieser Grösse wirklich sehr modern und schön! Über 8 Stöcke verteilen sich die jeweiligen Stationen, die Chirurgie befindet sich auf Ebene 7 mit Blick auf den Obersee, Patienten können allerdings auch auf anderen Ebenen liegen. Am Dach befindet sich ein Landeplatz für Hubschrauber bzw. die sogenannte Rega die hier und da auch landet. Bei Eintritt erhält man einen Personalausweis mit welchem man 1) an der Mensa bezahlen kann (für PJler sehr attraktive Preise! 1 Kaffee 0,75CHF, fürs Mittagessen zahlt man so 4-7CHF was für Schweizer Verhältnisse sehr günstig ist! Essen ist ausserdem sehr gut!) 2) alle Türen entsperren kann, sowie Zugang zum OP erhält 3) sich mittels ,,Batch'' in die PCs einloggen kann. Das Team der Chirurgie besteht aus Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Traumatologie (einmal pro Woche kommt zusätzlich der externe Handchirurg), Urologie, HNO (einmal pro Woche, ebenfalls extern), Kinderchirurgie und Augenchirurgie (auch extern).
Zum Team:
Das überschaubare Chirurgenteam besteht aus dem ,,neuen'' Chef, Oberärzten und den Assistenzärzten. Die Ärzte sind alle sehr bemüht einem etwas beizubringen und auch sehr nett! Der neue Chefarzt Dr. Gehrig herrscht für Harmonie und strahlt eine ungewohnte Ruhe aus, er operiert manchmal alleine mit uns UHUs und lässt uns dabei auch wirklich mitmachen! Nicht selten lädt er das gesamte Team auf einen Kaffee ein. Die anderen leitenden Oberärzte sind ebenfalls sehr kompetent, man kann ungeniert Fragen stellen und nicht nur assistieren sondern tatsächlich mitoperieren! Sobald einen die Chirurgen kennen und sie wissen dass man Interesse/Erfahrung an Chirurgie hat darf man vom Schnitt beim Gammanagel setzen bis hin zu Führungsdraht in den Femur vorschieben über bohren, Marknagel entfernen, Kameraführung bei Gallenblasenentfernung, Atheromentfernung, zunähen (nähen meist nach Donati, aber auch intrakutan) wirklich sehr viel machen! Die Assistenzärzte waren super nett, keiner von Ihnen unfair oder abgehoben, gegen Ende meiner Zeit haben sie mir ein Schweizer Taschenmesser geschenkt, mega lieb! Das Anästhesistenteam ist auch sehr nett, vor den OPs habe ich die Zeit meist genutzt um bei den Einleitungen zuzuschauen, hier kann man auch viel fragen und ab und zu sogar intubieren.
Teaching:
Jeden Montagmorgen findet nach dem Rapport ein Journal Club durch die Assistenzärzte statt, auch als UHU muss man den abhalten wenn man länger dabei ist... Teaching für uns UHUs einmal pro Woche durch verschiedene Oberärzte ca. 45 Minuten. Ausserdem jeden Dienstag Radiologiefortbildung durch Videoübertragung mit St. Gallen.
Zeitaufwand:
Ja, man arbeitet in der Schweiz eben länger als sonst wo aber ich würde nicht unbedingt sagen mehr... Die Assistenzärzte haben regulär eine 50h Woche, wir UHUs sind von 7:30 bis ca. 16-17 Uhr, manchmal auch länger da.
Tätigkeiten:
1) Eintritte (sind in der Schweiz Aufnahmen) machen 2) wenn man auf Station ist Briefe vorschreiben und die übliche Stationsarbeit leisten 3) Assistieren im OP (sehr oft möglich) 4) Notaufnahme (nach Einschulung viel selbstständiges arbeiten und nähen möglich!)
Wohnheim:
20 Meter vom Spital entfernt befindet sich das Personalwohnheim wo mal mehr mal weniger UHUs des Spitals wohnen. Im oberen Stockwerk befinden sich die ,,Studios'' in diesem Zimmer habe ich mit meiner Freundin gewohnt (Kosten 500CHF für beide, 450 oder so wenn man allein da wohnt). Die Studios würde ich auch empfehlen, da die Zimmer der anderen Stockwerke kleiner sind und über keine eigene Dusche oder Küchenzeile verfügen (die sind separat am Gang).
Fazit:
Wie man merkt war ich sehr begeistert von diesem 2-monatigem Tertial und habe wirklich viel gelernt und die schweizer Mentalität kennengelernt. Ich kann das Spital für Chirurgieinteressierte nur wärmstens empfehlen.
Bewerbung
war sehr kurzfristig, ca. 4 Monate im voraus.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Bildgebung
Sonst. Fortbildung
Patientenvorstellung
Repetitorien
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Patienten untersuchen
Röntgenbesprechung
Notaufnahme
Gipsanlage
Eigene Patienten betreuen
Mitoperieren
Briefe schreiben
Patienten aufnehmen
Untersuchungen anmelden
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Unterkunft gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
1123
Gebühren in EUR
250

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
3
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.27