PJ-Tertial Innere in Siloah BESAS (11/2019 bis 1/2020)

Station(en)
geriatrische und Akutrehabilitation
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich durfte die ersten 2 Monate meines PJs im Berner Spitalzentrum für Altersmedizin (BESAS) der SILOAH verbringen. Als Einstieg in das Innere-Tertial ist es definitiv zu empfehlen. In den folgenden Bewertungen ist der allgemeine Tagesablauf sehr gut beschrieben: https://www.pj-ranking.de/review/read/28275/ sowie https://www.pj-ranking.de/review/read/27314/.

Vorteile:
- Die Lage der Klinik ist definitiv nicht schlecht. Ihr seid in ca. 20 Min mit der Tram (fährt direkt vor dem Spital) bzw. in 15 Minuten mit dem Auto in Bern. Bern an sich ist eine wunderschöne Stadt und hat viel zu bieten. Ich kann mir vorstellen, dass Bern besonders in den Sommermonaten noch größeres Freizeitpotenzial hat, wenn man bspw. in der Aare schwimmen kann. Der Klinikort Gümligen ist natürlich keine Metropole - dafür könnt ihr im BESAS die Trainingsräume der Physiotherapie (nach Absprache) wochentags nach 17 Uhr sowie wochenends ganztäglich kostenfrei nutzen! Im Winter war es auch sehr schön, da ihr 1-1,5h vom nächsten Skigebiet entfernt seid (Berner Oberland, Empfehlung: Adelboden/Lenk oder Grindelwald). Auch Thun ist als Wochenendtrip zu empfehlen mit seinem traumhaften See!
- Umgang im Team: Was ich so aus GER gar nicht gewohnt war, war die flache Hierarchie die im BESAS herrscht: Jeder wird geduzt - ja auch die Chefärzte. Man kann auch jeden Kollegen um Hilfe bitten oder nachfragen, wenn man etwas nicht versteht. Ich empfand dies als sehr angenehm und es machte deshalb Spaß, ein Teil des Ärzte-Teams zu sein. Kommunikation mit Physio/Ergo/Pflege ist super. Wir wurden direkt nach unserer ersten Woche zur Weihnachtsfeier der Abteilung eingeladen und es wurde ebenfalls ein Ski-Tag organisiert!
- Wertschätzung: Im ersten Gespräch mit der Chefärztin Stöckli wird einem als Student direkt gedankt, dass man das Ärzte-Team unterstützt. Generell fühlt man sich wirklich als richtiger und wichtiger Teil des Systems: Man bekommt zu Beginn sein eigenes Telefon und hat auf der zugeteilten Station seinen eigenen Arbeitsplatz (eigener Laptop/PC). Es ist nicht so, dass man dem zugeteilten Assistenzarzt nur hinterher dackelt und sich überflüssig fühlt. Man nimmt ihm mit dem Eintritt viel Arbeit ab und nimmt mit voranschreitender Zeit immer mehr Einfluss auf die Station (eigene Patienten etc.). Zum Abschluss seiner Zeit kriegt man ein kleines Präsent im Abschlussgespräch mit einem der Chefärzte.
- Ferien/Frei: Offiziell hat man im BESAS 2 Tage pro Monat, die man sich freinehmen darf. Hier ist die Rücksprache mit Dr. Stöckli sehr einfach möglich und sie ist auch sehr kulant, was das angeht. Wir haben außerdem die Brückentage zwischen Weihnachten und Neujahr ebenfalls frei bekommen (unabhängig von den erlaubten 2 Freitagen pro Monat).
- Unterkunft: Ihr habt die Möglichkeit, ein Zimmer im Personalheim zu mieten (Ansprechpartnerin Iwertowski). Dieses liegt direkt auf dem Klinikgelände, bedeutet: Ihr könnt morgens ausschlafen. Das Zimmer kostet zwischen 300-400 Franken (je nach Größe des Zimmers) - im Wohnheim teilt man sich einen Gemeinschaftsraum, Küche, sowie Bad - Waschen kostenfrei möglich. Die Zimmer sind kein Highlight und es ist recht alt, erfüllen aber ihren Zweck!
- Einblicke in andere Fachrichtungen: Beinahe eine Ikone stellt der ambulant arbeitende Radiologe Dr. Hauser (Dr. House) dar. Er ist nicht nur in seinem Fach, der Radiologe, sehr bewandert, sondern auch gefühlt in allen anderen Fachrichtungen und legt viel wert auf "good clinical practice." Aktuell ist es möglich, einen ganzen Tag in seiner direkt neben dem BESAS liegenden Praxis zu verbringen. Hier erhält man einen Einblick in viele radiologische Diagnostiken (MRT, CT, Röntgen, Ultraschall) und vielen Interventionen (Port-Einlage, Punktionen, Gelenkinfiltrationen). Ihr könnt ebenfalls einen Einblick in die ambulante Demenz-Abklärung bekommen. Auf Nachfrage erhält man auch die Chance bei anderen ambulant tätigen Ärzten auf dem Gelände reinzuschauen.

Zu beachten:
- Sprache: Schweizer-Deutsch schön und gut - aber Bern-Deutsch gehört gefühlt schon zu den noch schwieriger verständlichen Schweizer-Deutsch Dialekten. Anfangs habe ich kaum ein Wort verstanden, da die Visiten auf Schweizer-Deutsch geführt werden. Mit der Zeit hört man sich ein und versteht mehr. Es ist aber immer möglich, den Patienten/Ärzte darum zu bitten, Hochdeutsch zu sprechen! Nur bei wenigen alten, eher ungebildeten Patienten bleibt die Kommunikation schwierig. Ich denke, man hat Vorteile, wenn man aus Süddeutschland kommt bzw. süddeutschen Dialekt gewohnt ist. Für mich als glatt Hochdeutsch-Sprechenden war es eine Aufgabe, aber auch kein allzu großes Problem.
- Altersmedizin/Reha: Macht euch bewusst, dass ihr nicht an ein Uni-Spital geht, sondern an ein Spital, in das die Patienten zum Großteil zur Rehabilitation kommen - bedeutet: zumeist verlegen andere, größere Akutspitäler wie das Inselspital Patienten in das BESAS und der medizinische Auftrag von euch hält sich in Grenzen. Die Patienten kommen zum Training mit der Physio/Ergo für 2-3 Wochen, um zuhause oder einem Pflegeheim gut zurecht zu kommen. An Diagnostik wird mal ein Röntgen-Thorax oder EKG gemacht. Eine aBGA oder eine Pleurapunktion wurde in den 2 Monaten, die ich da war, jeweils 1 Mal gemacht. Das soll gar nicht abschreckend klingen, ist aber etwas, das man vorher wissen sollte. Besonders, wenn man überlegt, das ganze Innere Tertial von 4 Monaten im BESAS machen zu wollen. Ich persönlich fand die 2 Monate im BESAS genau richtig für den Einstieg in die Innere, weil man sehr viel Zeit für die Aufnahmen hat und dort die Basics, die man im 3. Examen dann sehr gut beherrschen sollte, sehr gut einüben kann (körperl. Untersuchung und Anamnese, Vorstellung beim OA).

Letzter Tipp: Connectet euch definitiv direkt mit den anderen Mitstudenten im BESAS. Wir waren insgesamt 6 Studenten: 2 aus der Schweiz und 4 Deutsche. Ich hatte echt Glück mit meinen Mitstreitern und wir hatten eine echt coole Zeit sowohl im als auch außerhalb des Spitals!
Scurr Scurr
Bewerbung
sehr spontan (bei mir 8 Wochen vorher)
Unterricht
3 x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
EKG
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
EKGs
Punktionen
Patienten untersuchen
Röntgenbesprechung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Unterkunft gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
1080
Gebühren in EUR
Personalzimmer ca. 300-350 CHF pro Monat, Mittagessen 6,75 CHF, Parkvignette 60 CHF pro Monat

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.07