PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Helios Kliniken Schwerin (7/2019 bis 10/2019)

Station(en)
E4
Einsatzbereiche
OP, Station, Notaufnahme
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Es besteht ein schlechtes Arbeitsklima zwischen den Ärzten untereinander und zwischen Ärzten und Pflegepersonal. Dementsprechend fühlt man sich als PJler auch wenig wilkommen, sondern eher als Last. Eine Einarbeitung findet nicht statt. Wenn man was falsch macht, wird hinter dem Rücken über einen abgelästert. Das tun die Ärzte auch untereinander bis hin zum Mobbing. Wir hatten auch das Pech, dass der PJ Beauftragte Dr. L. Z. auf einer anderen Station eingeteilt war und uns nicht betreuen konnte, ansonsten läuft es vielleicht besser. Natürlich gibt es auch nette Personen, vielen Dank daher an E. Q. und D. G. ! Sie haben mir viel erklärt und gezeigt. Aber insgesamt konnte ich es kaum erwarten, dort wieder weg zu sein. Der Tag, der meist auf Station stattfindet, beginnt mit der frühen Visite um 7:00, in der jedem Patient ein paar Sekunden gewidmet werden, damit man es auch rechtzeitig zur Morgenbesprechung schafft. Hier darf der PJler die Entlassungen verkünden. Dann heißt es Blut abnehmen. Es ist oft vorgekommen, dass die Ärzte währenddessen frühstücken gegangen sind. Den Rest des Tages werden Arztbriefe geschrieben, die man dann (auch die Ärzte) von der Stationsoberärztin inkl. Komma-Fehlerkorrektur zur nochmaligen Überarbeitung zurück bekommt. Auch hier heißt es "learning by doing" . Es gibt kein einheitliches Schema für die Briefe. Jeder hat andere Vorstellungen und hustet sie einem entgegen. Am Amfang raucht es daher ziemlich häufig, gegen Ende wird es weniger und man weiß somit, dass man nicht mehr soo viel falsch macht. Mein erster Tag im OP lief so, dass ich gewaschen und desinfiziert (eine Einweisung habe ich nicht erhalten) im OP erschien. Dort hustete mich die o.g. Oberärztin mit Vorliebe für Rechtschreibung an, dass es noch nicht los gehe. Den Ablauf kannte ich noch nicht (Pat. lagern usw.). Sie ging wieder ohne mich zu beachten, ich dachte es gehe los und desinfizierte mich erneut. Dann kam sie wieder und totterte mehr in den Raum als zu mir direkt, dass ich mich zu viel wasche :-))) und es sei nicht ihre Aufgabe mir das beizubringen (Oberärztin am Lehrkrankenhaus). Auch sonst waren die OPs mit ihr und besonders auch imTeam mit einem weiteren Oberarzt sehr unangenehm. Man wahr halt zweite Assistenz und stand bei sehr langen OPs irgendwo, wo man nichts sehen konnte. Erklärt oder gefragt wurde nichts. Hier hieß es Klappe und Haken halten. Im Gegenzug wurde man oft undistanziert angemotzt, weil man den Haken eben nicht richtig gehalten hat oder man wurde bezichtigt kein Interesse zu haben, weil man nicht die ganze Zeit der 5 h in die Wunde sah.
Ein anderer Oberarzt, der eher auf den rektalen Bereich spezialisiert war, war aber sehr besonnen und nett und erklärte auch vieles auf Nachfrage. Es sind eben nur Einzelne, die einen die Zeit vermiesen. In die kleineren OPs, mit anderen Kollegen, welche auch Spaß machten, wo man auch selbst etwas machen durfte, wurde man eher selten eingeteilt, was sehr schade ist. Es besteht wohl der Irrtum, dass der Student nur die großen OPs sehen möchte und Hämorrhiden o.ä. langweilig findet. In Wirklichkeit ist man halt der Hakenhalter, an dem man den aufgestauten Frust über das eigene Leben ablassen kann. Das spart zudem einen Arzt, der etwas anderes sinvolles machen kann. Geht die OP mal über den Feierabend hinaus, lassen sich teils die Ärzte auslösen. Als PJler ist man aber nur Einrichtungsgegenstand und man wird nicht gefragt, ob man evtl. auch ein Kind vom Kindergarten o.ä. abholen muss. Einen Mentor o.ä. gibt es nicht, auch keine Schlussauswertung, bis auf dieses bei pj-ranking, zu dem wir auch angehalten wurden. Ich würde keinem empfehlen, auf dieser Station PJ zu machen. Wem das Geld bei Helios lockt, der sollte eher in die Trauma oder Gefäß/Thorax. Der PJ Unterricht fiel oft aus, von der Allgemein- und Viszeralchirurgie insgesamt alle Termine während meines Tertials.
Positiv muss ich aber noch das Probeexamen hervorheben, was vom PJ Beauftragten organsiert wurde. Es ist sehr realistisch und nimmt die Angst vorm Examen. Vielen Dank an die teilnehmenden Kollegen.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Untersuchungen anmelden
Notaufnahme
Blut abnehmen
Braunülen legen
Briefe schreiben
Rehas anmelden
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
ca. 720

Noten

Team/Station
6
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
6
Klinik insgesamt
4
Unterricht
3
Betreuung
6
Freizeit
1
Station / Einrichtung
5
Gesamtnote
5

Durchschnitt 4.4