PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Helios Klinikum Schleswig (5/2019 bis 9/2019)

Station(en)
B20/21
Einsatzbereiche
OP, Station, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Pro:
- Rotation in die Allgemein/-Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie mit der Möglichkeit einzelne Bereiche nach Interesse zu verlängern/verkürzen
- Sehr "flache" Hierarchien in allen oben genannten Abteilungen (man unterhält sich auch sehr gut mit den Chefs und Oberärzten, bekommt Besichtigungsempfehlungen, kann Feedback geben, es wird Interesse an einem gezeigt, auch wenn klar ist nicht im Haus anfangen zu wollen)
- Generell ist es möglich und gerne gesehen Patienten eigenständig zu betreuen, nach Rücksprache Behandlungen anzumelden, die Visite durchzuführen und die dazugehörigen Briefe zu schreiben
- Unfallchirurgie: Der Chefarzt ist sehr davon begeistert einem PJ-ler sein Wissen weitergeben zu können. Ihm ist es wichtig, dass man während einer OP nicht nur stupide Haken hält, sondern auch etwas sieht, kleinere Dinge wie schrauben, bohren, knoten der Faszie oder der Haut oder den Hautschnitt bei einer Hüft-OP selbst macht. Auch die Oberärzte sind stehts bereit Fragen zu beantworten und Dinge zu erklären. Gleiches trifft auch auf die Assistenten zu.
- Allgemeinchirurgie: Ebenfalls eine tolle Abteilung. Währen meines PJ kam der neue Chefarzt ins Haus. Bei OPs hielt man die Haken, führte die Kamera, manchmal nähte man am Ende kleine Hautschnitte zu. Ein Oberarzt ließ einen als PJ-ler unter Anleitung Ports implantieren oder Hautabszesse herausschneiden (inkl. schreiben des OP-Berichts und des evtl. nötigen ambulanten Arztbriefes). Fragen war immer und überall erlaubt und gerne gesehen. Der Chefarzt war sehr an einem Feedback durch uns PJ-ler interessiert.
- Gefäßchirurgie: Die kleinste Abteilung, aber nicht weniger nett. Es war kein Problem bei Röntgen-intensiven OPs genügend Abstand halten zu können. Auch hier erklärten alle Ärzte ohne zu zögern. Ab und zu durfte man unter Aufsicht von der Faszie ab zunähen.
- Wohnheim: Das Wohnheimzimmer wurde kostenlos gestellt. Hierfür war es nötig sich im Vorhinein zu melden. Die Zimmer waren einfach, aber funktionell. Die Gemeinschaft auf dem "PJ-Stockwerk" spitze. Küchenutensilien (außer einem Backblech) waren nicht vorhanden. Daher besser das Nötigste mitbringen. Flur und Bad wurde täglich von einer Reinigungskraft gereinigt. Zum Klinikum 5 Gehminuten entfernt. Zwei Waschmaschinen und ein trockner kostenlos im Wohnheim nutzbar.
- Notaufnahme: Freies Arbeiten (mit Rücksprache mit dem Arzt) in allen Abteilungen möglich (Untersuchungen, nähen, Ausschluss TVT, usw.) und sehr empfehlenswert. In der Allgemeinchirurgie wurde man auch häufiger zum Träger des Ambulanztelefons. So konnte man zunächst zuerst zu den Patienten und dann erst den (in seltenen Fällen wegen Unterbesetzung in der Urlaubszeit leider nicht immer vorhandenen) zuständigen Arzt anrufen.
- Pflege: Toll, sehr hilfsbereit! Selten so einen guten Kontakt zwischen Ärzten und Pflege auf Station gesehen.
- Allgemeine Stimmung in den Abteilungen: Gut! PJ-ler wurden bei Interesse sehr ins Team integriert.
- Dienste: Es war möglich einen Dienst an Wochentagen von 15.30 bis 21-23 Uhr (--> einen Tag frei) oder am Samstag oder Sonntag von 8.30 bis 20.30 Uhr (--> zwei Tage frei für jeden Dienst-Tag). Die freien Tage konnten nach Rücksprache mit den Abteilungen problemlos (auch gesammelt als Block) eingelöst werden.
- Freizeit: In der Regel hatte man um 15.30 Uhr frei. Zeitweise gingen auch die Assistenten um diese Zeit. Natürlich je nach Abteilung mit Schwankung (gelegentlich kam man erst um 17.30 Uhr raus, dafür konnte man an anderen Tagen um 14 Uhr gehen).
- Operativer Umfang: Wer eine Uniklinik erwartet ist hier natürlich falsch. Alle anderen sehen hier aber genügend OPs und werden auch meinst sinnvoll darin eingebunden (pp-Whipple-OPs, Darmchirurgie, Hernienchirurgie, OPs an der Gallenblase und Appendix, wenige Hüft-TEPs, Versorgung von Sprunggelenks-, Femur-, Humerus- und Unterarmfrakturen, EVAR-Interventionen, TEA im Bein und Carotis und Crossektomien sind nur ein Auszug)
- 420 € zur freien Verfügung, Zimmer im Wohnheim kostenlos, Frühstück und Mittagessen oder Mittagessen und Lunchpaket kostenlos

Contra:
- Unterbesetzung: Besonders in der Urlaubszeit zeigte sich die wohl wie fast überall sehr knapp kalkulierte Besetzung durch Assistenzärzte besonders stark. Dennoch ist das eher ein Nachteil für die dort beschäftigten Ärzte und nicht für die PJ-ler. Hier kann man dann durchaus mehr Eigeninitiative z. B. in der Notaufnahme zeigen.
- Zu viele Studenten: Uns alle hat gerade in den Sommermonaten gestört, dass wir bezogen auf die Hausgröße zu viele Studenten waren. Zu 5 PJ-lern gesellten sich zeitweise noch vier Famulanten und ein Hospitant. Ich hoffe, dass unsere Kritik diesbezüglich angenommen wird.
- Kein Dosimeter: Wir fragten uns, ob das eigentlich nicht vorgeschrieben ist?
- PJ-Unterricht: Leider fand dieser unregelmäßig und häufig nur auf Nachfrage statt (der Chef der Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie und Gastroenterologie waren aber sehr bemüht einen regelmäßigen Unterricht anbieten zu können). Dieser war aber dann sehr gut! Hier ist sicherlich von Studentenseite aus etwas Eigeninitiative notwendig.
- Schleswig: Naja, ist eben eine relativ kleine, aber hübsche Stadt. Die Schlei ist auch zum Baden wirklich nett. Wenn man ein Auto hat kommt man schnell nach Flensburg, Eckernförde, Husum oder Kiel. Auch der Zug ist gut angeschlossen, nur liegt der Bahnhof außerhalb.

Fazit:
Ein sehr lehrreiches PJ! Klare Empfehlung für PJ-ler die gute Erfahrungen mit der Chirurgie und Chirurgen machen wollen und einen die "Abgeschiedenheit" nicht stört.
Bewerbung
Bewerbung über das PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Patientenvorstellung
Nahtkurs
Repetitorien
Tätigkeiten
Röntgenbesprechung
Notaufnahme
Rehas anmelden
Untersuchungen anmelden
Chirurgische Wundversorgung
Braunülen legen
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Patienten aufnehmen
Mitoperieren
Briefe schreiben
Eigene Patienten betreuen
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Unterkunft gestellt
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
420

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
2
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.13