PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in University Teaching Hospital Lusaka (5/2019 bis 7/2019)

Station(en)
Red Firm
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Station, Notaufnahme
Heimatuni
Saarbruecken
Kommentar
Sambia ist ein tolles Land, um den afrikanischen Kontinent abseits vom Safari-Tourismus kennen zu lernen, die Menschen sind absolut einzigartig und ich habe mich in dieses Land verliebt.

Ich habe mich ursprünglich für 4 Monate Chirurgie in Sambia beworben, habe dann mich aber doch entschieden zu splitten.

Man wird einem Team von Ärzten zugeteilt (Firm), die jeweils unterschiedliche Wochenpläne haben: man ist einmal die Woche im OP, einmal die Woche hat man Callday (24 Stunden) etc.

Wir deutschen PJler haben uns an die Studenten im 7. Jahr gehalten, die ebenfalls einer Firm zugeteilt sind, und sind mit ihnen in die Vorlesungen und Seminare gegangen, die theoretisch jeden Tag von 8-9 und von 11-12 stattfinden, aber leider öfters auch mal ausfallen. Wenn sie stattfinden, werden sehr viele Themen rund um die Chirurgie/Orthopädie durchgenommen. Allgemein wird sehr viel wert auf Lehre gelegt, wir wurden sehr viel abgefragt und es wurde auch viel erklärt.
Das Praktische kommt leider zu kurz was vor allem daran liegt, dass wir zum Teil 10-15 Studenten pro Firm waren, die um einen Patienten rumstanden.
Das war auch der maßgebliche Grund, nachträglich noch zu Splitten. Ich habe trotzdem auf jeden Fall sehr viel gesehen, ich war beeindruckt wie gut die Ärzte dort mit den wenigen Materialien auskommen und improvisieren können. Jedoch bekommt man mindestens einmal am Tag zu hören "We don't have it", "Here we can't do it" und so weiter.

Ich würde mich jederzeit wieder für Sambia entscheiden. Nicht unbedingt wegen dem riesigen Lerneffekt am Krankenhaus (also wenn man viel machen will muss man vielleicht wo anders hin.... der Tag ist spätestens um 13 Uhr vorbei, außer am Callday, wo man entweder bis spät abends bleibt oder über Nacht)... Allerdings sind die Menschen unglaublich nett und hilfsbereit. Mich hat es sehr geprägt, den allgegenwärtigen Mangel an allem im Krankenhaus zu spüren, und trotzdem sind alle Menschen unglaublich gut gelaunt und viel am Lachen. Man bekommt einen sehr guten Eindruck davon, wie Medizin läuft, wenn nicht alles immer sofort verfügbar ist.

Es ist schwierig, die Erfahrungen in einen kurzen Text zusammenzufassen aber ich würde es auf jeden Fall wieder so machen (auch wenn 8 Wochen für das Krankenhaus meiner Meinung nach reichen...).
Wenn jemand näheres wissen möchte, kann er sich gerne melden.



Bewerbung
Wir haben uns ca. ein dreiviertel Jahr im Voraus beworben über die Seite der School of Medicine, University of Zambia beim Assistant Dean und innerhalb kurzer Zeit eine Antwort bekommen. Von daher kann man sich bestimmt auch kurzfristiger bewerben.
Allerdings bekommt man kein Zimmer o.ä. zur Verfügung, da muss man sich selbst drum kümmern.
Unterricht
Häufiger als 5x / Woche
Inhalte
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Notaufnahme
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Gebühren in EUR
400 Kwacha/Woche = 212 Euro für gesplittetes Tertial

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
4
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
3
Unterricht
1
Betreuung
2
Freizeit
1
Lehre auf Station
3
Insgesamt
2

Durchschnitt 2.33