PJ-Tertial Thoraxchirurgie in Rambam Health Care Campus (5/2019 bis 9/2019)

Station(en)
Thoraxchirurgische Station
Einsatzbereiche
OP, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Man kann sich zwar bei der Bewerbung Fachbereiche wünschen, da mein Erstwunsch schon vergeben war, wurde ich der Abteilung für Thoraxchirurgie zugeteilt (worüber ich im Nachhinein echt froh bin). Während des Praktikums war ich jeden Tag einem der insgesamt vier Assistenzärzte zugeteilt, den ich dann den Tag über begleitet habe. Dabei waren alle sehr bemüht, mir möglichst viel zu übersetzen, zu erklären und mich in die Patientenbetreuung und -behandlung mit einzubeziehen. Während dieser persönlichen Betreuung, habe ich viel über die Thoraxchirurgie gelernt, aber auch viele allgemeine medizinische Themen wiederaufgefrischt, da mich die Ärzte zwischendurch viel abgefragt haben und mir vieles sehr gut erklären konnten. Außerdem habe ich auch einige Praktische Fertigkeiten während meiner Zeit in Israel erlernen können, was mich besonders positiv überrascht hat. Ich durfte zum Beispiel Thorakozentesen durchführen, Thoraxdrainagen ziehen und sogar selbst legen usw. Dreimal die Woche hat meine Abteilungen Operationen durchgeführt, dabei durfte ich mich auch regelmäßig (aber nicht jedes Mal) mit einwaschen und assistieren. Morgens musste ich immer um 7:30 Uhr zur Visite kommen und konnte dann mehr oder weniger selbst entscheiden, wann ich nach Hause gehe, allerdings wurde es schon gerne gesehen, wenn man bis Mittag/frühen Nachmittag geblieben ist. Ich war dann meistens so bis 14 oder 15 Uhr in der Klinik, danach gabs für mich nicht mehr viel zu sehen/machen. Generell wurde auf meiner Station schon viel Wert auf Anwesenheit gelegt, ich konnte zwar mal das Wochenende um einen Tag verlängern, aber insgesamt musste ich schon jeden Tag kommen.
Es gab natürlich auch ein paar Negativaspekte des Praktikums in Israel. Da ich kein Hebräisch verstehe und spreche, konnte ich keine Patienten selbstständig betreuen, sondern musste die Ärzte immer begleiten. Außerdem gab es einige Situationen, bei denen mir verständlicherweise nicht oder nur wenig übersetzt werden konnte, wie zB während der Visite oder bei Radio- und Onko-Besprechungen oder bei längeren Patientengesprächen. Es gab also schon immer einige Zeit am Tag, bei der ich nicht viel verstanden habe und mich teilweise gelangweilt habe.
Trotzdem würde ich ein Praktikum in der Thoraxchirurgie im Rambam Health Care Center immer weiterempfehlen, da das Team super nett und motiviert ist und alle gut Englisch sprechen, man viel Theoretisches und Praktisches beigebracht bekommt, seine Englischkenntnisse im medizinischen Bereich verbessern kann und insgesamt eine gute Zeit hat. Ich habe mich wirklich gut aufgehoben gefühlt und die Ärzte haben immer versucht, mich möglichst gut mit einzubeziehen (beispielsweise durfte ich auch an der Israelischen Thoraxchirurgischen Konferenz teilnehmen). Natürlich kann man in Deutschland sicherlich je nach Station/Team noch mehr im PJ lernen, aber für ein PJ-Tertial im Ausland habe ich, wie ich finde, wirklich erstaunlich viel gelernt und viel selbst machen dürfen. Acht Wochen Praktikum sind hierfür meiner Meinung nach perfekt geeignet, das gesamte Tertial wäre mir vermutlich zu lang gewesen.
Es ist noch zu beachten, dass es erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Fachbereichen gab. Ein anderer PJ-Student aus der Neurochirurgie war gar nicht zufrieden, da er wohl kaum oder nicht beachtet wurde und eigentlich sich selbst überlassen wurde. Die PJ-Studentin, die der Kinderchirurgie zugeteilt war, hatte eine ähnlich gute Betreuung wie ich in der Thoraxchirurgie, aber dafür wurde auch hier die Anwesenheit relativ streng behandelt. Ein anderer Stipendiat (siehe Bericht Marvin Grabler), mit dem ich mich gemeinsam für das PJ hier beworben habe, hat sein Praktikum in der Allgemeinchirurgie gemacht, hier war die Betreuung auch eher gering, dafür konnte er sich seine Zeit im Rambam aber auch sehr frei einteilen.

Die Wohnungssuche in Haifa war leider nicht so einfach. Im Nachhinein würde ich empfehlen, im Voraus über Facebookgruppen wie Secret Haifa oder Technion International Community eine Anfrage für eine Wohnung/WG im Stadtteil Bat Galim zu stellen, das hat bei einer der anderen PJ-Studentinnen gut funktioniert.
Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass Israel insgesamt ein sehr teures Land ist und neben den Studiengebühren auch noch recht hohe Preise für Wohnung und Lebensmittel etc. auf einen zukommen.

Israel ist ein wirklich super interessantes und abwechslungsreiches Land und man kann die Wochenenden perfekt nutzen, um Ausflüge zu den spannendsten Orten in Israel zu machen (Tel Aviv, Jerusalem, Palästina, Golan-Höhen, Totes Meer etc.) Da Israel so klein ist, sind die meisten Ziele auch ziemlich schnell mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Mietwagen (sehr günstig hier, wir haben immer bei Alba Car gemietet) zu erreichen. Während dieser Ausflüge und auch während meiner Zeit im Krankenhaus habe ich viele spannende, interessante, aber auch teils schockierende und traurige Dinge über das Land, die politische Situation, die Kultur, Religion, das Gesundheitssystem etc. gelernt. Die Leute in Israel und Palästina sind sehr offen, gastfreundlich und herzlich und sprechen, wie schon gesagt, in der Regel sehr gutes Englisch. Trotz der teils angespannten Situation im Land, habe ich mich hier nie unsicher gefühlt.
Bewerbung
Die Bewerbung dafür lief über die Website der Universität (https://intech-med.net.technion.ac.il/general-information/) und musste ca. 4 Monate vor PJ Beginn dort eingehen. Ansprechpartner ist der elective coordinator Matan Raz (intech-med@technion.ac.il). An sich war der ganze Prozess relativ unkompliziert, man musste einen Versicherungsnachweis erbringen, zwei Empfehlungsschreiben der Universität einreichen und einen Fragebogen über vorhandene Impfungen und mögliche Tbc-Infektionen ausfüllen lassen. Die Bewerbung selbst kostet 50 US $. Sobald ich alle Unterlagen eingereicht hatte, habe ich relativ schnell eine Zusage bekommen. Die 400 US $ Studiengebühren müssen vor Praktikumsbeginn bezahlt werden.
Hebräisch Kenntnisse sind keine Voraussetzung, da in Israel zum Glück fast jeder sehr gutes Englisch spricht. Trotzdem wäre das Praktikum sicherlich noch lehrreicher und spannender gewesen, wenn ich etwas Hebräisch verstanden hätte.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Mitoperieren
Chirurgische Wundversorgung
Patienten untersuchen
Punktionen
Röntgenbesprechung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Gebühren in EUR
450

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.20