PJ-Tertial Chirurgie in Spital Zollikerberg (4/2019 bis 6/2019)

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Kommentar
Ich habe mich für das Spital Zollikerberg entschieden, weil es auf dieser Internetseite für das Fach Chirurgie sehr positive Bewertungen erhalten hat. Diese Erfahrung kann ich leider nicht teilen.

Zum Spital:
Das Spital ist ein sehr kleines Spital und liegt unweit der Züricher Innenstadt. Mit der Tram, die direkt dort abfährt, ist man in ca. 13min am Stadelhofen in der Innenstadt. Das Spital hat eine Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie (hauptsächlich Geburten) und Neonatologie. Das Patientenklientel ist größtenteils gehoben, da die Ecke Zollikerberg mit Nachbarorten zu den wohlhabendsten im Raum Zürich gehört.

Unterkunft:
Als Pjler wohnt man 1min vom Spital entfernt in einem Ärztehaus, in dem 2 Etagen (3./6.) zu Wohnheimen umgebaut sind. Die Tram fährt direkt vor der Tür. DIe Zimmer sind groß, hell und freundlich. Die Küche in der 6. Etage ist gut ausgestattet, die in der 3. Etage wohl eher nicht. Seine Kleidung kann man für ein paar Rappen im Keller waschen. Die Unterkunft ist mit 325CHF für Schweizer Verhältnisse sehr günstig. Die riesige Dachterasse ist bei gutem Wetter ein Traum.

PJ:
Als Pjler der Chirurgie ist man ausschließlich auf dem Notfall eingeteilt. Bei Operationen zu assistieren ist meiner Erfahrung nach quasi unmöglich, da weit im Voraus immer ein Oberarzt mit Assistenzarzt am Tisch eingeplant ist. Selbst die Assistenzärzte dürfen hier wenig bis gar nicht selbst operieren. Viele der Assistenzärzte im Spital wollen eigentlich ein anderes Fach machen und befinden sich nur für das "Fremdjahr" im Spital.
Auf dem Notfall ist pro Schicht immer einem Assistenzarzt ein Unterassistent zugeteilt. Hier kommt es total auf den Assistenzarzt an, was du machst. Die meiste Zeit ist man hier leider lediglich mit Aufnahmen und der damit verbundenen Schreibarbeit beschäftigt. Man wird auch gerne für die Anamnese in ein Patientenzimmer geschickt und darf diese schon einmal schreiben, während der Arzt die Untersuchung durchführt. Es wird einem hier leider wirklich nicht viel Vertrauen bzw. Wertschätzung geschenkt, was ich übrigens auch von Chirurgie-Pjlern anderer Zürcher Kliniken gehört habe. Die Oberärzte sind alle im fortgeschrittenen Alter und behandeln einen, als ob man nicht da wäre. Die Assistenzärzte sind sehr jung und nett, erklären nur auf Nachfrage.
Die Arbeitszeiten sind für die Schweiz human, Frühdienst beginnt um 07:30Uhr und geht bis 16:30Uhr nach dem Röntgenrapport. Spätschicht beginnt am 14Uhr und geht offiziell bis 22:30Uhr, hier kommt man aber häufig früher raus, wenn nicht so viel los ist. In der Frühschicht sind die Ärzte auch sehr kulant, wenn wenig los ist. Hier darf man auch schonmal früher gehen, wenn der Unterassistent der Spätschicht kommt. Pro Wochenende muss ein PJler Pikett machen, das heißt Freitag Abend ist man . Pikett, also bei anfallenden OPs 1. Assistenz, Samstag und Sonntag ist man 2. Pikett. Man wird hier wirklich zurückhaltend angerufen, ich hab 4 Wochenenden Pikett gehabt und wurde nicht einmal gerufen, die Kollegin musste 2x Freitags abends bei einer OP assistieren. Egeal, ob man gerufen wird oder nicht, bekommt man pauschal 1 Tag als Kompensation frei.
Fortbildungen extra für PJler gibt es hier nicht, es gibt pro Woche zweimal eine halbe Stunde einen Vortrag eines Arztes aus der Abteilung. Die PJler der Inneren Medizin haben jeden Donnerstag EKG-Kurs, Seminare und Fallbesprechungen fürs Examen.

Insgesamt ein halbes PJ-Tertial, welches ich so nicht noch einmal machen würde. Die Arbeit ist leider sehr stupide, man hat das Gefühl, nicht sehr viel Wertschätzung und Vertrauen zu erfahren und nie wirklich im Team richtig integriert zu sein. Prinzipiell wird man nur für Aufnahmen und Schreibkram gebraucht. Fürs Examen allerdings ganz gut, weil die Klassiker Appendizitis, Divertikulitis, Cholezystitis etc. häufig auftauchen.
Bewerbung
ich habe mich ca 1,5 Jahre vorher beworben. Die Bewerbung läuft echt easy, man schreibt der Sekretärin der Chirurgie, Frau Meli. Sie ist sehr freundlich und antwortet sehr schnell. Dann muss man nur einige Dokumente ausfüllen und wieder schicken und schon hat man die Zusage.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Untersuchungen anmelden
Patienten aufnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Briefe schreiben
Notaufnahme
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Gehalt in EUR
938 Fanken, nach Abzügen (Unterkunft, Versicherung etc) ca. 550 FR
Gebühren in EUR
Personalzimmer 325 FR

Noten

Stimmung Station
3
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
4
Stimmung Klinik
3
Unterricht
5
Betreuung
5
Freizeit
2
Lehre auf Station
3
Insgesamt
4

Durchschnitt 3.53