PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Kantonsspital Muensterlingen (1/2019 bis 3/2019)

Station(en)
Chirurgie, Orthopädie
Einsatzbereiche
Station, OP, Notaufnahme
Heimatuni
Leipzig
Kommentar
Die Zeit in der Chirurgie des Spitals stellte sich leider als eine äußerst schlechte Erfahrung heraus.
Das Spital selbst liegt in einer wunderschönen Gegend und direkt am Bodensee. Der hohe Freizeitwert war das Beste der Zeit im Thurgau.
Alle OP-Säle sind zum See ausgerichtet. Bis Konstanz sind es ca. 15-30 min.
Der glitzernde Eindruck des Sees reicht jedoch leider nicht bis in das Spital. Die Stimmung im Spital vermittelt keinesfalls den Eindruck hoher Mitarbeiterzufriedenheit. Zu überdurchschnittlich hoch sind besonders ärztliche Arbeits- und Dienstzeiten. Viele Assistenzärzte haben schon die nächste Stelle in Aussicht.
Eine wirkliche Studentenbetreuung existiert leider nicht wirklich. PJler sind vor allem zum Patienten aufnehmen auf Orthopädie und Chirurgie zuständig. Lehre und Feedback sucht man meist vergeblich. Auch für Unterricht ist keine Zeit. Der je ca. 15-30 minütige Röntgenrapport zält als Fortbildung.
Es gibt ein seperates PJ-Zimmer; abgelegen von den Assistenten arbeitet man so selten richtig zusammen.
Im OP teilt man sich in orthopädische und chirurgische OPs. Auch existiert hier der Pikettdienst, den man gering vergütet bekommt. Jedoch kann es passieren, dass man dann bis früh um 5 Uhr im OP steht und ohne Rücksicht auf das gegenwärtige Arbeitszeitgesetz am nächsten Tag dennoch wieder normal zum Tagdienst auf der Matte stehen muss. Allerdings kann man sich hier (im Gegensatz zu den Assistenzärzten, die ggf. auch nach 2h Schlaf ihren nächsten 11h-Dienst starten müssen) mit den anderen PJlern ein wenig absprechen...
Der Chefarzt der Orthopädie ist sehr nett, bereit zu erklären und freundlich. Leider gibt es jedoch den ein oder anderen Oberarzt in der Orthopädie, welcher scheinbar noch selbst so wenig Sicherheit und Erfahrung zu haben scheint, dass die OP zum reinsten Schreikonzert wird. PJler oder Assistenzarzt hält bei den Hüft-OPs meist die schweren Beine und wird eindrucksvoll cholerisch angefaucht, wenn er die Position nicht mehr halten kann. Entsprechend negativ ist die Stimmung während und vor der kompletten OP. Nähen darf man nur bei wenigen Operateuren und in äußersten Ausnahmefällen. Weder als PJler, noch später als Assistenzarzt. Zudem bekommt man den Eindruck vermittelt, dass Frauen in der Orthopädie besser gar nichts zu suchen haben und schlicht für den Beruf komplett ungeeignet sind.
In der Chirurgie ist die (geplante) Unterbesetzung so enorm, dass sich erst recht seltenst einer Zeit für Lehre nimmt. Der Kontakt zu den Assistenzärzten beschränkt sich auf die Übergabe der aufgenommenen Patienten. Auch hier wird im OP selten erklärt, aber wenigstens bleibt die Stimmung friedlich. Selbst die Oberärzte sehen nur überarbeitet aus. Dass man als Student nähen darf, braucht man nicht zu erwarten, würde das Spital zuviele OP-Minuten kosten.
Überhaupt scheint der Profitgedanke der chirurgischen Klinik Münsterlingens die Lehre und eine annähernde Zufriedenheit der Ärzte unmöglich zu machen.
Menschlich kann man hier einiges lernen. Medizinisch weniger.

Bewerbung
Sekretariat Frau Straub
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Untersuchungen anmelden
Röntgenbesprechung
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Unterkunft gestellt

Noten

Stimmung Station
6
Kontakt zur Pflege
5
PJler-Ansehen
6
Stimmung Klinik
5
Unterricht
6
Betreuung
1
Freizeit
3
Lehre auf Station
3
Insgesamt
6

Durchschnitt 5.00