PJ-Tertial Innere in Spital Walenstadt (1/2019 bis 4/2019)

Station(en)
Stationen B3+C2 (Privat), C3, C3+Palli, Notaufnahme
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Vorneweg erst einmal: das Spital bietet die Basisversorgung der Inneren Medizin, man sieht so die häufigen Erkrankungen und lernt diese zu behandeln. Seltenere Krankheiten oder komplizierte Sachen sieht man hier so gut wie nie oder werden direkt weiter ans KSSG verlegt. Dafür mussten wir Uhus (wir waren zu dritt) uns um echt viele PTAs kümmern, was zum Einen viel Zeit raubt und zum Anderen langweilig und ohne Lerneffekt ist. Da ich kaum etwas dazu gelernt habe und mir nicht so viel zugetraut wurde, würde ich nicht unbedingt nochmal hier PJ machen.

Zu den einzelnen Punkten: Das Team ist echt sehr nett, die Assistenten sind motiviert und es herrscht eine gute Harmonie. Obwohl fast alle in dem kleinen Ort Walenstadt leben, unternehmen sie dennoch nicht zu viel. Mag heißen: als wir Uhus mal etwas organisiert haben, konnten sich von 11 Assistenten nur 3 durchringen, mitzukommen. Außerhalb des Spitals hat man kaum etwas mit ihnen zu tun.
Die Oberärzte sind auch nett und stellen einem gelegentlich Fragen während der Visite oder Patientenbesprechung. Das hält sich aber sehr in Grenzen und viel Teaching haben wir von deren Seite auch nicht erfahren.
Der Chef ist sehr jung und für Vorschläge und Kritik immer offen. Sofort wird einem das Du angeboten und man wird als vollwertiges Mitglied geschätzt.

Wir PJler hatten leider keine Überschneidung mit Vorgängern, sodass uns niemand so richtig eingearbeitet hat. Dementsprechend lange hat es gedauert, bis wir ohne Probleme die ganzen PTAs organisieren konnten. Das sind verdammt viele! Deswegen haben wir erst sehr spät mit dem Rotieren auf die Notaufnahme begonnen. Wen Gefäßchirurgie/Angiologie interessiert, sollte unbedingt hierher kommen!
Eigene Patienten habe ich erst in meiner vorletzten Woche zugetraut bekommen. Vielleicht war es tlw. auch mein Fehler, dass ich das nicht früher eingefordert habe, aber es wurde mir auch davor nie angeboten.

Zum Unterricht/zur Lehre: Montags ist um 8.15 Röntgenrapport und um 13/13.15 Uhr eine Fortbildung. Dafür kommen teilweise die Dozierenden von extern. Hier wird alles mögliche besprochen: aktuelle Antibiotika-Therapien, Rheumatologie, Geriatrie, HNO, etc. Dienstags ist 14-tägig eine Fallvorstellung, donnerstags ab 8 Uhr Videokonferenz-Teaching aus St. Gallen und freitags wieder Röntgenrapport und um 12 Uhr Journal-Club. Insgesamt gibt es schon einiges an Fortbildungen, jedoch stets im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungen für Ober-, Assistenzärzte und eben Uhus. Extra Teaching für Studierende gibt es nicht.

Die Freizeitgestaltung im Winter hat v.a. Skifahren zu bieten. Flumserberge sind direkt vor der Haustür und (im Gegensatz zur Aussage der Assistenten) auch echt gut. Viele weitere Skigebiete sind v.a. mit dem Auto in max. 1h zu erreichen. Im Sommer lockt der See und Wanderungen in den umliegenden Bergen. Der Ort selbst hat nichts von Freizeitwert zu bieten. In Zürich ist man in 1h mit dem Zug, in St. Gallen in ca. 1h10-1h20.

Die Pflege ist in Walenstadt sehr kompetent und denkt aktiv mit. Oft haben sie die Ärzte auf Kleinigkeiten aufmerksam gemacht und sinnvolle Tipps und Fragen angebracht. Blutentnahmen und Zugänge legen gehört ebenfalls in ihren Aufgabenbereich. Leider ruft die Pflege bei Fragen zu den Patienten, die von mir betreut wurden, dennoch direkt den Assistenten an und nicht direkt mich.

Das Spital insgesamt ist überschaubar groß und man lernt verdammt schnell das gesamte Personal kennen. Das hat Vor- und Nachteile. Unter den Studenten aller Fachrichtungen wurde der Pikett (= Rufbereitschaft) gleichmäßig aufgeteilt: unter der Woche ohne Entschädigung und am Wochenende pro Tag mit einem Kompensationstag musste der Pikett jeden Tag besetzt sein. Entweder wurden wir angerufen für OPs oder wenn in der Notaufnahme viel los war.

Die Organisation im Vorfeld und vor Ort wurde hauptsächlich durch die Sekretärin Frau Schurig übernommen. Das war wunderbar, eine sehr kompetente und zuverlässige Dame, die immer schnell und hilfsbereit zur Stelle war. Von Seiten der Ärzte gab es leider keine Betreuung. Wir konnten uns jede Woche einen neuen Assistenten aussuchen, mit dem wir auf Visite gehen wollten und deren Verlaufseinträge wir dann schreiben mussten. (In den ersten 1,5 Monaten waren unsere Hauptaufgaben Verläufe zu schreiben und PTAs vor- und nachzubereiten.)

Die Innere Medizin besteht im Spital Walenstadt aus 2,5 Stationen, einer 4-Bett-Palliativ-Station, einer Notaufnahme, einer Gastro-Kolo-Abteilung unter Dr. Good und einer IMC.
Bewerbung
1-1,5 Jahre
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Punktionen
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Untersuchungen anmelden
EKGs
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
1123 CHF
Gebühren in EUR
340 CHF für Personalwohnhaus/Monat, einmalig 70 CHF Aufenthaltsbewilligung

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
3
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
2
Lehre auf Station
3
Insgesamt
3

Durchschnitt 2.80