PJ-Tertial Orthopädie in Kantonsspital Luzern (5/2019 bis 7/2019)

Station(en)
Ortho Station, OP, Sprechstunde
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich hatte mich in Luzern für die Ortho beworben, da mir das Haus und die Berichte positiv (insbesondere im Vergleich zu DE!) aufgefallen waren.
Meine 8 Wochen am LUKS in der Ortho waren eine sehr lehrreiche Zeit. Man routiert meistens alle 2 Wochen abwechselnd auf Station, in die Ortho-Sprechstunde (Fuss, Wirbelsäule, Hüfte, Knie, Schulter) und in den OP. Man wohnt neben der Klinik in einem Wohnheim mit den anderen UHUs.

Station:
Auf Station sieht ein normaler Tag so aus, dass man bei der Visite mitläuft und Notizen machen. Den Rest des Vormittags verbringt man meist damit, diese Notizen zu dokumentieren und Eintritte (=neue Patienten aufnehmen) zu machen. Dabei ist die genaue Anamnese und Untersuchung wichtig, welche man mit dem Stationsarzt bespricht. Nachmittags schreibt man meistens Arztbriefe, und hilft den Assistenzärzten andersweitig!

OP:
Im OP assistiert man vor allen bei den Hüft-TEPs, Knie-TEPs, vorderer Kreuzbandplastik und Umstellungsosteotomien sowie bei Frakturen. Zum Teil wurde man auch als bei Schulter-OPs gebraucht. Die Athmosphäre im OP ist wirklich total angenehm, der Umgangston ist höflich und die meisten Operateure sind wirklich nett und es macht auch Spass. Man operiert als 2. Assistenz, so dass man vor allem bei den Hüften leider kaum etwas sieht. Bei den Knien ist das jedoch schon ganz anders. Meistens durfte ich bei der Naht helfen, und es wurde mir auch jedes Mal aufs neue geduldig gezeigt. Zwischen den OPs hat man meisten 5-15 Minuten Zeit, um kurz zu verschnaufen (in der Küche gibt es Brot, Suppe, und Kaffee).

Sprechstunde:
Die Sprechstunde ist sehr struktuiert und durchgetaktet. Man wird täglich einem Team zugeteilt (z.B. Knie), und darf Patienten voruntersuchen. Danach bespricht man es gemeinsam mit dem jeweiligen Teamleiter (Oberarzt oder Chefarzt) und diktiert einen Bericht. Für die Sprechstunde in der Ortho lohnt sich eine sorgfältige Vorbereitung der Untersuchungsmethoden. Man übt eine Ortho-spezifische Anamnese, Untersuchungstechniken, und lernt dem Umgang mit einem Diktiergerät.
Die Teamleiter sind wirklich sehr geduldig, und ein Highlight ist, das man meist zusammen mit Ihnen nochmal zum Patienten geht, und sie den Patienten aufklären. Hier habe ich mitunter am meisten gelernt und die spannendesten Fälle gesehen.

Freizeit:
Luzern ist ein wirklich schöner Ort für das PJ. Wenn man mal eine Wochenende frei hat, kann man in der Umgebung relativ viel machen. Vor dem Wohnheim kann man sich kostenlos Fahrräder ausleihen. Es gibt einen See neben der Klinik, der sich super zum Joggen anbietet. Das Wohnheim selbst ist alt und streng geführt, man musste alle Küchenutensilien selbst mitbringen. Wenn man sich mit den anderes UHUs im Stockwerk gut versteht, lässt sich jedoch eine Art Wohngemeinschaft arrangieren. Der Zusammenhalt unter den UHUs ist gross, und man trifft sich auf dem Dach, um abends den Tag ausklingen zu lassen.

Pro's und Contras:
+ Das Ärzte-Team ist zwar relativ gross, aber es herscht ein familiärer Umgangston. Man ist mit den meisten per du, und die meisten sind wirklich super nett und nehmen sich auch Zeit zum Erklären, wenn man Fragen hat. Im OP ist es im Vergleich zu Deutschland wirklich angenehm.
+ Spannende Fälle auf Station (v.a in der Unfallchirurgie). Man lernt Wunden und Lappenplastiken zu beurteilen.
+Morgens findet immer eine Röntgenbesprechung statt, im Anschluss ist einmal die Woche Journalclub, oder Vorträge z.B. zur Onko-Ortho
+Nachmittags finden ob nochmals Teaching statt, das ist aber inhaltlich eher vorbereitend für den Facharzt als für das Examen ;)
+ EIn Mittagessen ist jeden Tag gesetzlich vorgeschrieben (30min), und die Kantine des LUKs gehört zu eine der besten der Schweiz
+Das Wohnheim liegt supernah, und man hat von überall (Krankenhaus, Wohnheim) einen guten Ausblick!
+Tolle Freizeitmöglichkeiten (Pilatus, Stans, Bürgenstock). Überhaupt ist Luzern im Sommer superschön.
+Das Schweizerdeutsch!

Contras
-Ich hätte mir mehr eigenverantwortliche Arbeit auf Station gewünscht, zwar durfte man auch mal Patienten visitieren, aber ganz alleine war man nie ;)
-Lange Arbeitszeiten (7:15-17:30 mindestens, und z.T. viel Dienstbereitschaft unter der Woche und am Wochenende, je nach Grösse des UHU Teams)
-Keine Tätigkeit in der Notfallversorgung der Unfallchirurgie, dass wäre wirklich spannend gewesen, ist jedoch den "Chirurgie-UHUs" vorgesehen
Bewerbung
1 Jahr Vorlaufzeit, aber auch kurzfristig werden Stellen frei
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Bildgebung
Tätigkeiten
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Mitoperieren
Briefe schreiben
Patienten untersuchen
Chirurgische Wundversorgung
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Gehalt in EUR
600 (netto)

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
3
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.27