PJ-Tertial Rechtsmedizin in Universitaetsklinikum Hamburg-Eppendorf (7/2018 bis 10/2018)

Station(en)
Sektionssaal, Ambulanz, Außendienst
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Marburg
Kommentar
Zunächst einmal meine zusammenfassende Darstellung: Mir hat mein Tertial hier wirklich viel Spaß gemacht und ich bereuhe es nicht, mich für Rechtsmedizin als Wahltertial entschieden zu haben, trotz aller Nachteile, die ich weiter unten noch aufzählen werde :)

PRO:
- Extrem abwechslungsreicher Arbeitsalltag
- Sehr nettes Kollegium, vora allem natürlich die Assistenten und Präparatoren
- Sehr freie Einteilung der Arbeitszeiten
- Bei hoher Eigeninitiative kann man hier wahnsinnig viel machen und lernen

CONTRA:
- Bei weniger ausgeprägter Eigeninitiative wird man hier wahrscheinlich wenig bis gar nichts machen.
- Komplett chaotische Organisation, incl. der Dienstpläne und der Studierendenbetreuung.
- Zwar gibt es einen Studierendenbeauftragten, von seiner Funktion habe ich allerdings nicht viel mitgekriegt, das haben dann die Assistenten, 1-2 Oberärzte oder ich selbst übernommen
- Sehr viele Praktikanten, sodass manchmal einfach nicht so viel zu tun ist.

TAGESABLAUF:
Morgens bin ich immer zwischen 7.00 und 7.30 hier angekommen und habe die morgendliche Leichenschau mit betreut, d.h. zunächst einmal Leichen andrehen, zuhören und lernen. je nach Arzt wird man hier mehr oder weniger in das Geschehen mit eingebunden. Wenn man lange genug nervt, bekommt man auch irgendwann ein eigenes Diktiergerät und kann nach Absegnung selber die Leichenschau mitmachen.
Meist geht es dann relativ zügig weiter mit dem Sektionsplan. Der Großteil der durchgeführten Sektionen sind staatsanwaltschaftlich angeordnete Sektionen, ab und an allerdings werden sog. Verwaltungssektionen, also solche auf Wunsch der Angehörigen und bei Organspendern, durchgeführt. Je nachdem wie viel Zeit gerade im Tagesablauf noch Zeit ist, darf man hier immer mehr und mehr selber machen. Gegen Ende habe ich ziemlich eigenstämndig Verwaltungssektionen durchgeführt oder war, wenn es schneller gehen musste, bei solchen immer als 2ter Obduzent mit eingeplant. Eine Hand voll Assistenzärzte haben richtig Spaß an der Arbeit mit Studenten und kommen, sobald sie Interesse geschnuppert haben, auch regelmäßig mit Angeboten auf einen zu.
Meistens ist das Tagesprogramm gegen Mittag durch, sodass man hier gemütlich Zeit zum Mittagessen hat.
Der nachmittägliche Ablauf bestimmt sich durch Selbstgestaltung. Der Chef, Herr Prof. Püschel, gibt einem als PJler gerne kleine, interessante Spezialaufgaben, die sich in der Regel irgendwann in Form einer kleinen Publikation äußern. Des weiteren hat man die Möglichkeit rechtsmedizinische Gutachten mitzubearbeiten und bei allerlei Schreibtischsachen eigenverantwortlich zu Hand zu gehen.
Ich durfte noch für kurze Zeit in einer kleinen Arbeitsgruppe für Täterprofiling mitarbeiten, habe zwei kleine Publikationen geschrieben und sonst wirklich viele interessante kleine Projekte mitbetreut, die mich wirklich bereichert haben.

Des weiteren hat man immer die Möglichkeit bei allerlei verschiedenen Diensten mitzufahren und eventuell zu helfen: Polizeidienst, Krematoriumsleichenschau, Gerichtsdienst, Tatortdienst, Außensektionsdienst etc. etc.

Auch sehenswert ist die relativ große forensisch-klinische Ambulanz, die sich vor allem mit Geschädigtenuntersuchungen befasst. Nur für mich als Mann war das manchmal der falsche Ort und ich merkte, dass ich der Falsche war, um misshandelten Frauen oder Kindern zu sagen, sich auszuziehen...

Geld gibt es vom UKE natürlich nicht, allerdings bekommen alle PJler täglich 5€ auf ihre Personalkarte, die hier auf dem Campus Zahlungsmittel ist. Diese 5€ gehen aber abends wieder weg, also unbedingt ausgeben ;)

FAZIT:
Wie oben schon erwähnt, bereuhe ich nicht, hier mein Wahltertial gemacht zu haben. Ich habe eine wahnsinnig tolle Zeit hier erlebt und mehr interessante Sachen gesehen und gemacht, als ich mir erträumen hätte können. Man geht quasi Hand in Hand mit den grausigen Nachrichten des Hamburger Abendblattes oder der MoPo und beschäftigt sich mit einem der abwechslungsreichsten Fachgebiete der Medizin. Man muss nur wirklich selber schauen, wie man sich hier zurechtfindet, es wird einem nichts in die Finger gelegt!

Bewerbung
Die Bewerbung läuft standardisiert über das nationale Verfahrenssystem der PJ-Mobility
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Mitoperieren
Eigene Patienten betreuen
Patienten untersuchen
Punktionen
Briefe schreiben
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
3
Unterricht
1
Betreuung
4
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
3

Durchschnitt 2.47