PJ-Tertial Radiologie in Spital Grabs (2/2008 bis 4/2008)

Station(en)
Radiologie
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Kiel
Kommentar
Ich habe mich sehr auf meinen Aufenthalt am Spital Grabs gefreut, muss aber leider sagen, dass mein Aufenthalt dort lerntechnisch eine einzige Katastrophe war. Daher habe ich meinen für 4 Monate geplanten Aufenthalt nach 2 Monaten abgebrochen.
Obwohl der Chef der Abteilung aus Deutschland kommt und somit weiß, welchen Ausbildungsstand man im PJ hat, war ich als PJler quasi dazu vorgesehen, den MTRA´s zuzuarbeiten. So war ich dafür zuständig, Patientenkleber auszudrucken, Laborwerte beim Hausarzt zu erfragen, den Patienten auf den CT-Tisch zu legen und den Laser zu positionieren, die Braunüle zu legen, ans Kontrastmittel anzuschliessen und den rektalen Einlauf zu tätigen. Nach Abschluss des CT´s sollte ich den Einlauf entfernen, den Patienten vom Kontrastmittel abstöpseln,in die Kabine zurückbegleiten und zuguter letzt die Papierauflage des CT-Tisches und die Kontrastmittelschläuche erneuern, bevor alles wieder von vorne begann. Bei bestimmten Patienten sollte ich eine kurze Anamnese (akute Beschwerden) und eine körperliche Untersuchung (z.b. Fersengang bei Bandscheibenvorfall) durchführen -leider wurden diese nie kontrolliert oder nachbesprochen.
Nach zwei Tagen mit ausschliesslich (!) diesen Tätigkeiten habe ich zunächst das Gespräch mit dem zuständigen Oberarzt gesucht, als dies erfolglos blieb, folge eine Unterredung mit dem Chef der Abteilung. In diesem Gespräch wurde ziemlich deutlich zum Ausdruck gebracht, dass auf Ausbildung jeglicher Art keinen Wert gelegt wird (Zitat: " Es ist nicht vorgesehen, dass Sie hier etwas lernen!", "Es ist nicht meine Aufgabe, Sie auf´s Examen vorzubereiten") und auch nicht vorgesehen war, dass ich an der ärztlichen Befundung von Bildern teilnehme (Zitat: "Sie sollen hier lernen, wie eine radiologische Abteilung funktioniert, nicht Bilder befunden). Eine sehr seltsame Ansicht, in Anbetracht der Tatsache, dass Grabs ein akademisches Lehrkrankenhaus der Uni Zürich ist und somit explizit einen Lehrauftrag hat....
Weiterhin waren PJler dazu da, für den Chef ab und an tagefüllende Extraaufgaben zu erledigen (Zitat Chef: "Negerarbeit"), z.B. Bilder auf Film ausdrucken oder Befunde im Archiv suchen. Anfangs gab es noch zweimal wöchentlich Unterricht beim leitenden Oberarzt, jedoch fand dieser "Unterricht" oft erst zwischen 18 und 19 Uhr seinen Anfang und wurde dann auch oft unterbrochen, weil noch andere Dinge zu tun waren. Der leitende Oberarzt, der auch für PJler zuständig ist, ist eine Seele von Mensch, hat aber auch sehr viel zu tun und kann sich deshalb nicht so um PJler kümmern, wie er gerne würde. Wie die meisten Abteilungen, ist auch diese chronisch untebesetzt, wobei meiner Meinung nach nicht verwunderlich ist, weshalb. Richtigen Arztkontakt hatte ich in meiner ganzen Zeit in Grabs leider keinen, dafür war das Team der MTRA´s wirklich Gold wert (wahrscheinlich habe ich nur deshalb die Zeit dort irgendwie überstanden). Jedoch konnten diese mir meine Fragen zur Befundung auch nicht beantworten und die Ärzteschaft war leider kein Ansprechpartner. Ich habe versucht, mir so viel Wissen wie möglich aus Büchern anzueignen, jedoch ist es in der Radiologie gerade als Anfänger schwierig, sich ohne Führung alles selbst zu erarbeiten und man stösst sehr schnell an seine Grenzen.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich leider keinem empfehlen kann, sein Wahltertial in der Radio in Grabs zu absolvieren, mehr noch, ich muss dringend davor warnen. Denn obwohl man sich eine sehr ruhige Zeit machen kann (Arbeitsverweigerung), bin ich auch noch nie vorher in meinem Status als Student und lernwilliger PJler so ignoriert und gegängelt worden.
Bewerbung
Bewerben würde ich mich dort unter gar keinen Umständen!!!
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Braunülen legen
Röntgenbesprechung
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
600
Gebühren in EUR
200

Noten

Stimmung Station
6
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
6
Stimmung Klinik
3
Unterricht
5
Betreuung
6
Freizeit
2
Lehre auf Station
5
Insgesamt
6

Durchschnitt 4.73