PJ-Tertial Innere in Klinik Hirslanden (9/2016 bis 12/2016)

Station(en)
Innere & Nephrologie
Einsatzbereiche
Station, Diagnostik
Heimatuni
TU Muenchen
Kommentar
Bisher hatte ich noch nie etwas mit Innere zu tun, habe nur in Innereien rum geschnippelt.
Daher wollte ich als blutiger Anfänger wenigstens etwas lernen und hab mich für das deutschsprachige Ausland entschieden.
Nachdem ich nun fast auch mein 3. Tertial zu Ende gebracht habe kann ich im Rückblick sagen: es war das beste Tertial von allen!
Man wird warmherzig aufgenommen und alles ist bei Beginn (fast) top organisiert.
Kein Vergleich zu Deutschland wo man nicht mal weiß dass man kommt.
Man bekommt seinen eigenen Arbeitsplatz mit vorinstalliertem PC und wird einem der 4 Häusertrakte zugeteilt. Ich selbst hatte das Glück (?!) dass zu meiner Zeit relativ wenige Assistenzärzte da waren (wg. Urlaub, krank oder Rotation) und ich der einzige PJler in der Inneren war. Ich wurde direkt voll mit integriert und wurde dabei super eingearbeitet. Es gibt auch nicht so eine strenge Hierarchie wie in Deutschland, man ist schnell per du mit vielen Ärzten dort, trotzdem sollte man eine gewisse Höflich, distanzierte und respektvolle Art der Kommunikation pflegen da die Schweizer sich in dieser Hinsicht ziemlich diplomatisch und gewählt ausdrücken. zudem ist dies ein Spital mit fast ausschließlich Belegärzten, die in einer professionellen Umgebung arbeiten möchten. Diese Situation macht die interdisziplinäre Kommunikation nicht immer einfacher. Innerhalb des Teams der Inneren konnte ich JEDERZEIT JEDEN zu allem fragen(!) das hat mir sehr viel Sicherheit im Unterbewusstsein gegeben. Wenn mal kein Assistent und kein OA zur verfügung stand habe ich eben den Stv Chef oder den Chef gefragt, kein Problem.
Es war für mich einer der aller angenehmsten Arbeitsplätze die ich bisher erleben durfte, man wurde herzlich aufgenommen und wie in eine art Familie integriert.
In dieser zeit habe ich allerdings auch viel gearbeitet, zwischenzeitlich haben sich Krankheitsausfälle, Urlaube und ein gewisser Personalmangel summiert, so dass der rest diese kleine Durststrecke überwinden musste, bei diesem Team habe ich in der zeit aber auch gerne mit geholfen, weil ich jederzeit wusste "hier kann ich effektiv dazu beitragen und meine Arbeit wird wertgeschätzt". Es war zu keiner Zeit ein stupides Zeit ab sitzen wie es in Deutschland nur zu oft der Fall war.
Gleich zu Beginn wurde mir sogar angeboten den Song Abdomen Basiskurs mit zu machen, habe ich natürlich sofort mit genommen und in meiner ganzen Zeit dort konnte ich jederzeit meine Patienten zu unserem high end sonogerät terminieren und immer weiter üben.
Alltag: Beginn um 8.00Uhr im Frührapport mit ggf Röntgen Demo und Besprechung des Nachtdienstes.
anschließend Kaffe (kostenlos)/frühstück mit den Assistenten/Oberärzten in der (genial guten) Mitarbeiter Kantine
dann weiter zur Visite auf den jeweiligen Trakt (station) entweder mit deinem Assistenzarzt oder einem Oberarzt oder Stv Chef, ein mal wöchentlich auch mit dem Chef.
danach ist es dann meistens schon mittag und man trifft sich mit den Assistenten/ OÄ zum mittag in der Kantine, es gibt für deutsche Verhältnisse Essen in Restaurant Qualität, wird nach Gewicht berechnet und kostete bei mir im schnitt ca 13-14 SFr (ich esse wohl auch viel).
fast jeden Tag gibt es vor oder nach dem Mittag essen eine Fortbildung, sei es über neueste Paper, eine Notfall Fortbildung oder Patientenfälle die besprochen werden, man kann die tage an denen es keine Fortbildung gibt an einer Hand abzählen...
anschließend wird die restliche Arbeit erledigt wie zb Konsile anmelden, Briefe schreiben, Verordnungen machen etc.
meistens habe ich gegen 17/18 Uhr Feierabend gemacht, es gab aber auch Tage an denen ich erst um 22Uhr oder schon um 15Uhr heim gekommen bin, wenn die Arbeit erledigt ist wird man nicht gezwungen zu bleiben.
Insgesamt sollte man schon motiviert sein sich ein zu bringen und sich für die innere Medizin interessieren und auch mal längere Arbeitstage nicht scheuen. die Schweiz ist im PJ nicht bekannt dafür viel Freizeit zu bieten aber wenn ihr frei habt nutzt die zeit und geht an den Zürichsee oder erkundet die Stadt und die Berge.
Ich habe im Mitarbeiter Wohnheim nebenan ein Zimmer bekommen. Luxuriös geht anders aber ich glaube in Zürich muss man sich mit vielem arrangieren können. Habe anfangs 700,-SFr /Monat gezahlt bis ich meinen Stv Chef und Chef darauf angesprochen habe, diese haben sich so stark für mich (/ die kommenden PJler) bei der Verwaltung und dem Management eingesetzt, dass diese auf die hälfte reduziert wurde und rückwirkend erstattet wurde! zeigt mir ein solches Beispiel aus Deutschland bei dem sich die Chefs so für einen einsetzen.
Nicht nur die Chefs sondern das ganze Team hat sich um einen bemüht und war jederzeit zu Rat und Tat beiseite gestanden.

Zürich ist eine der teuersten Städte weltweit aber diese Erfahrung möchte ich nicht vermissen.
Bewerbung
Bewerbt euch mindestens 1- 1,5 Jahre im voraus, inzwischen ist diese Stelle etwas bekannter als vorher und es herrscht wohl reger andrang bei nur 1-2 Plätzen pro tertial
Unterricht
Häufiger als 5x / Woche
Inhalte
Bildgebung
Fallbesprechung
EKG
Patientenvorstellung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
EKGs
Rehas anmelden
Röntgenbesprechung
Untersuchungen anmelden
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Briefe schreiben
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
1000,- SFr
Gebühren in EUR
350,- SFr Miete

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
2
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.07