PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Westkuestenklinikum Heide (9/2016 bis 11/2016)

Station(en)
C3/C4
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Diagnostik
Heimatuni
Hamburg
Kommentar
Also ich muss der letzten, sehr negativen Bewertung widersprechen. So wie dort dargestellt, ging es mir hier überhaupt nicht - vielleicht im Krankenhaus verklickt? ;)

Mein Chirurgie-Tertial begann am WKK Heide mit 8 Wochen in der Allgemeinchirurgie bzw. Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Die Hauptaufgabe hier als PJler ist die OP-Assistenz. Das ist natürlich ein bisschen abhängig vom persönlichem Interesse für die Chirurgie, aber ich interessiere mich für die Chirurgie und fand das Aufgabenfeld als OP-Assistenz daher super.


Typischer Tagesablauf:
Der Tag beginnt mit der Stationsvisite von 7:00 bis 7:40 Uhr, dann ist die Frühbesprechung bis 8 Uhr und danach gehts auf den Weg in den OP. Man schafft es immer sich auf dem Weg (kostenloses) Frühstück und/oder Mittagessen mitzunehmen, meistens sogar auch noch vor der ersten OP zu schnell zu frühstücken ;)

Je nach Auslastung ist man meistens wirklich den ganzen Tag im OP eingeplant. D.h. meistens 3 bis 4 OPs. Zwischen den OPs hat man immer genug Zeit in den Pausenraum zu gehen um was zu essen und zu trinken. Klar, man schafft es nicht immer pünktlich oder auch zeitlich in die Mensa zum (auch kostenlosen) Mittagessen, aber dann lässt man sich eben was von den anderen PJlern mitnehmen oder ruft in der Mensa an und lässt sich was zurückstellen. Alles kein Problem.
Ich hab es auch oft geschafft zwischen OPs mir schnell einen Kaffee und belegtes Brötchen zu holen (auch umsonst).
Ich bin eigentlich immer pünktlich um 15:30 rausgekommen. Die Tage, die ich mal länger blieb wegen einer OP oder Braunülenlegen kann ich an einer Hand abzählen.

Zur OP-Tätigkeit:
Man ist meistens als 1. oder bei gröߟeren Eingriffen 2. Assistenz im OP eingeteilt und operiert mit dem Chef oder einem der Ober- und Fachärzte. Gedemütigt habe ich mich hier nie gefühlt, wirklich nicht. Wenn man das erste Mal dabei ist, sagt man dies dem Operateur und bekommt dann auch alles von Anfang an erklärt. Die Hauptaufgaben sind nämlich das Hakenhalten und die Kameraführung bei lap. Eingriffen.
Man muss sich in der neuen Rolle erstmal eingewöhnen und wie in jedem OP kann es phasenweise auch mal lauter werden (was aber selten vorkam) - aber dann wird man nie persönlich angeschrien o.Ä. - ich zumindest nicht.
Mit der Zeit wird einem mehr zugetraut, vor allem wenn man Interesse zeigt, und die Aufgaben erweitern sich, sodass ich eigentlich fast immer zunähen durfte & Redon-Drainagen o.Ä. legen konnte. Auch das wurde einem natürlich alles gezeigt, v.a. wenn man nachfragt.

auf Station:
kommt man eigentlich nur, wenn man nicht im OP eingeteilt ist. Die Blutentnahmen + Braunülen macht eine nette Schwester, die dies tagtäglich macht. Die ein oder andere Braunüle legt man aber trotzdem, was ich auch zum Lernen und Üben gut fand.

Ambulanz:
wenn man Zeit hat, kann man hier immer mithelfen. Es sind eigentlich immer ein Arzt aus der Allgemein- und einer aus der Unfallchirurgie da. Alle freuen sich, wenn man mithilft. Man darf mit dem Patienten die Anamnese und Diagnostik durchführen, bespricht dann den Fall und die Verdachtsdiagnose mit dem Arzt und schlägt weiteres Prozedere vor. Bei Schnittwunden darf man eig. immer zunähen, was auch übt und Spaß gemacht hat.

Visite:
Gern gesehen ist, wenn man eine Akte in die Hand nimmt und ein bisschen mitschreibt - muss man aber nicht. Die Visiten beim Chef oder leit. OA fand ich immer super: es wurde immer relevantes Wissen abgefragt (beim Chef wird auch gerne mal die Verbindung zur Inneren Medizin geschaffen) und erklärt und man kann natürlich zu jeder Zeit Fragen stellen. Mir wurde immer alles freundlich erklärt.

Int. Fortbildung:
Findet jeden Donnerstag um 7 Uhr statt (Visite dann später erst) und war immer relevant. Mal über CED und Therapie, mal über Gefäßchirurgie, aber auch mal Radiologie. Fand ich immer gut.

PJ-Fortbildung:
gibt es jeden Tag in der Inneren, Radiologie, Neurochirurgie, Inneren etc. - wenn man im OP eingeteilt ist, schafft man es nicht zu jedem Unterricht, klar. Allerdings ist man ja auch im Chirurgie-Tertial und muss nicht umbedingt zum Unterricht der Inneren oder Radiologie. Der Unterricht der Neurochirurgie am Donnerstag Nachmittag ist allerdings bestens und kann ich sehr empfehlen. Die chirurgischen PJ-Fortbildungen sind auch immer erst ab 15 Uhr, sodass man das fast immer schaffe kann. Die PJ-Fortbildung der Chirurgie fällt auch mal aus, wenn eben keiner Zeit hat aber man steht ja den ganzen Tag im OP - da ist quasi non-stop Fortbildung ;)


Zusammenfassung:
Mir hat es echt gut gefallen. Wenn man immer nett zu allen ist und v.a. wenigstens ein bisschen Interesse zeigt, begegnen einem die Ärzte und Ärztinnen auch so. ;)
Außerdem wird hier sowohl Visceral- als auch Thorax- und Gefäߟchirurgie betrieben - somit hat man wirklich eine breite Palette an OPs, bei denen man mitmacht und bekommt viele Einblicke.

Vor meinem Tertial habe ich nur eine Handvoll Zugänge gelegt, nur im Kurs mal genäht und noch nie die Kamera geführt während einer OP. Das alles habe ich hier gelernt und damit sehr viel mitgenommen.
Wer Interesse an der Chirurgie hat, ist hier gut aufgehoben und kann viel lernen.

Abschlieߟende Worte zu Heide:
Man wird in WGs in Heide untergebracht, die nicht weit weg vom Klinikum sind (max. 10 min. zu Fuߟ). Das Essen ist umsonst in der Klinik, Kaffee und andere Getränke auch. Das Fitnessstudio kann man umsonst nutzen und hat das Nötigste an Geräten.
Heide ist halt eine Kleinstadt, aber wenn man nette Kollegen im PJ hat, ist es auch hier ganz nett. Im Sommer sicherlich noch mehr.
Bewerbung
Noch recht kurzfristig ein paar Monate vorher, aber ich denke das war Glück. Meistens ist Heide recht beliebt.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Braunülen legen
Blut abnehmen
Mitoperieren
Patienten aufnehmen
Briefe schreiben
Notaufnahme
Chirurgische Wundversorgung
Eigene Patienten betreuen
Röntgenbesprechung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.07