PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Raigmore Hospital (5/2016 bis 7/2016)

Station(en)
Colorectal Surgery
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Diagnostik, Station, OP
Heimatuni
TU Muenchen
Kommentar
Arbeit:
Insgesamt hatte ich eine sehr schöne Zeit in Inverness und kann ein PJ in der Allgemeinchirurgie nur weiterempfehlen. Alle Ärzte sind ausnahmslos sehr nett, auch im OP ist der Ton sowohl von Ärztlicher als auch von OP-Pflege-Seite sehr freundlich, alle sind sehr hilfsbereit.
Man kann dort als PJler so ziemlich tun was man will - oder lassen, was man nicht will ;-). Ich persönlich kann mit Chirurgie nicht viel anfangen und langweile mich im OP. Ich war dann ein paarmal dabei, habe mir aber schnell andere Tätigkeiten gesucht - ich war viel auf der Akutaufnahme-Station, auf die die Patienten von ihren Hausärzten geschickt werden. Meine Mit-PJlerin hat fast die ganze Zeit im OP verbracht und durfte dort sehr viel machen, gegen Ende auch 1. Assistenz. Als Arbeitskraft ist man grundsätzlich nicht eingeplant, macht also alles freiwillig.
Mein zuständiger Oberarzt war sehr beschäftigt (sehr wichtig...) und hatte daher nicht so viel Zeit für mich, ich musste mir also selbst meine Aufgaben suchen, andere Oberärzte haben mich aber gerne adoptiert. Es ist auch möglich, sich mal andere Bereiche / Fächer anzusehen.

Arbeitszeiten: Beginn mit Visite um 8:00, Ende offiziell 16:00, man konnte aber oft schon mittags heimgehen.

Besonderheit:
Das Raigmore Hospital ist das einzige Vollversorgungshaus der schottischen Highlands, dementsprechend kommen die Patienten v.a. aus einem weiten Umkreis, häufig aus ländlichen, entlegenen Gebieten. Daher sieht man vielleicht öfter als anderswo Erkrankungen, die relativ lange untherapiert geblieben sind.

Teaching:
Es gab keine PJler Fortbildung, man konnte aber einfach zum Teching für die einheimischen Studenten und Assistenzärzte gehen. Außerdem hat dort die klinische Lehre einen hohen Stellenwert - oft haben sich Assistenz- und Oberärzte mal eine halbe Stunde Zeit genommen, um einen Fall zu besprechen, und auch zwischendirn wurde immer viel erklärt.

Freizeit:
Die Highlands sind wunderschön und abwechslungsreich. Es empfiehlt sich aber für viele Unternehmungen ein Mietauto, was zu mehreren nicht besonders teuer ist (ca. 75 Pfund für 3 Tage). Für die Wanderer: Es gibt in Schottland sogenannte Bothies (s. Website der National Bothy Association), das sind kleine Hütten mit Holzpritschen, auf denen man mit Isomatte und Schlafsack schläft. Sie sind oft wunderschön gelegen und i.d.R. nur zu Fuß erreichbar. Außerdem darf man in Schottland wild zelten. Also entsprechende Ausrüstung mitnehmen (mit ein bisschen Glück kann man sich aber auch von Leuten aus der Klinik was ausleihen).
Die Anwesenheit wurde nicht streng gehandhabt und man konnte sich durchaus mal ein paar Tage freinehmen.

Unterkunft:
Wohnheim auf dem Klinikgelände in 4er WGs, die aber nicht immer voll besetzt waren. Teilweise mit anderen PJlern / ausländischen Studenten, teilweise mit einheimischen Studenten.
Bewerbung
Bewerbung für ein Clinical elective ca. 5 Monate vor Beginn.
Genauere Infos auf der Website der University of Aberdeen (Google: Clinical elective Aberdeen). Die zuständige Sekretärin ist ziemlich chaotisch - also ruhig mal nachfragen bei ausbleibender Antwort.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Mitoperieren
Blut abnehmen
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Gebühren in EUR
offiziell 150 Pfund, tatsächlich hat danach niemand gefragt

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
3
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.13