PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Ospidal Engiadina Bassa (2/2016 bis 4/2016)

Station(en)
Notfall, Station, OP
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station, OP, Diagnostik
Heimatuni
LMU Muenchen
Kommentar
Mich hat es nach Scuol verschlagen, da ich ganz spontan entschieden hatte noch 8 Wochen Chirurgie in der Schweiz machen zu wollen, und ich vor alle Orthopädisch und Unfallchirurgisch interessiert bin. Da bietet sich dann ein Skigebiet schon an :)

Scuol und auch das Ospidal ist ziemlich klein. Im Spital kennt man sich und die Assistenten und Uhus arbeiten interdisziplinär. (Heisst als Uhu ist man sowohl in der Inneren als auch in der Chirurgie eingesetzt) Man hilft also überall aus, auch im Kreißsaal.
In den Vorberichten liest man häufig, dass es wenig Teaching gibt und man viel alleine erledigen muss. Das stimmt sicherlich. Ich hab meine Famulaturen zumeist in der Chirurgie gemacht und war dann im Umgang mit Chirurgischen Patienten vielleicht etwas sicherer und deshalb nicht die ganze Zeit auf meinen Oberarzt angewiesen. Beim Teaching muss man wirklich hinter her sein..... Immer Fragen stellen und darauf bestehen etwas erklärt zu bekommen, dann kriegt man auch eine lehrreiche Antwort. Auch im OP. Hands- on kann man da wörtlich nehmen.
Ich war die meiste Zeit auf dem Notfall eingesetzt und im OP. Auf Station war ich kaum. Die genaue Einteilung haben wir Uhus unter uns ausgemacht sodass jeder auf seine Kosten gekommen ist.
Auf dem Notfall gehören die Patienten dir. Du untersuchst allein, meldest Röntgen etc an und besprichst das ganze mit deinem Oberarzt. Wie ich oben schon gesagt habe, muss man wirklich hinter her sein wenn man möglichst viel lernen will. Aber ich hab während der ganzen Zeit dort niemals ne dumme Antwort bekommen. Ganz im Gegenteil waren die Oberärzte begeistert wenn man etwas wissen will und Einsatz zeigt. Dann bekommt man auch viel zurück.
Ich finde fast dass man als Uhu schon zu viel Verantwortung hat. Wenn man nicht sagt, dass man das ein oder andere noch nie gemacht hat wird einem wirklich alles zugetraut. Man darf hier nicht nur- man soll sogar! Im OP durfte ich wirklich viel machen. Man operiert eigentlich alles mit dem Oberarzt zusammen. So kommt es dann auch dass man den Bohrer in die Hand gedrückt bekommt, K- Drähte setzt oder das neue Kreuzband präpariert. Absolut lehrreich und praktisch!
Ich fand es super, dass man sowohl im OP als auch auf dem Notfall richtig angelernt wird. Die Oberärzte sind oft recht geduldig und korrigieren dich wenn du einen Fehler machst. Angemeckert wurde ich nie :)
Was mir dort wirklich aufgefallen ist: die Oberärzte haben so viel Routine in ihrer Arbeit dass sie gerne etwas an dich abtreten und dir das weitergeben möchten, was sie wissen und warum sie manche Dinge so oder so machen. Genauso fand ich es toll, dass man als Arzt nicht ewig diskutiert sondern auch mal Entscheidungen trifft.

Wir hatten natürlich vor allem Skiunfälle zu versorgen und auch ein paar viszeralchirurgische Eingriffe. Gerade auf der notaufnahme war an manchen Tagen sehr viel zu tun.Man kann da als Uhu aber wirklich ganz autark arbeiten und wird ordentlich eingespannt.
Was ich dort auch gelernt habe: Röntgen Bilder interpretieren und Sonographie in der Orthopädie, selbständig arbeiten und versuchen Entscheidungen zu treffen.

Arbeitszeiten: 8:00- 12 Uhr, 15- 19 Uhr. somit 3 Stunden Mittagspause in denen sich ne Kleine Exkursion zum Ski definitv lohnt :)
Journal Club Fortbildung und Röntgen Besprechung wöchentlich.
Guter Kontakt zu Assistenten und Kaderärzten.
Wöchentlicher Wechsel von Pikett Diensten.
Was ich negativ fand: wenn mal Mangel im Nachtdienst an Pflege ist, können die Uhus als Sitzwache herangezogen werden. Das ist mir 2 Mal passiert. Fand ich nicht so toll, teilweise auch genervte Assistenten...
Wohnen: man kann direkt im Ospidal im Dachgeschoss wohnen. Nettes kleines neues Zimmer, grosser Aufenthaltsraum mit TV und Sofas und Küche und Dachterrasse.

Fazit: sicherlich ist es schwer jeden Tag teaching zu bekommen, man muss den Kaderärzten wirklich klar machen dass man hier ist um was zu lernen- dann läuft das aber auch, und man wird abgeholt bevor der OA zu deinem Patienten geht! Im OP- super Teaching, viel Praktisches. Viel Verantwortung.
Teilweise angespanntes Verhältnis unter den Assistenten (die wechseln aber auch recht häufig)
Freizeittechnisch: Skigebiet Motta Naluns vor der Haustür!
Mich haben die 8 Wochen dort wirklich weiter gebracht und ich habe dort tolle Ärzte und andere Studenten kennengelernt!
Allerdings muss man bedenken dass Scuol wirklich sehr klein ist, das ist vllt nicht für jeden etwas!

Bewerbung
ganz spontan 6 Wochen vorher, mit Email an die Sekretärin
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Eigene Patienten betreuen
Patienten untersuchen
Mitoperieren
Notaufnahme
Chirurgische Wundversorgung
Röntgenbesprechung
EKGs
Patienten aufnehmen
Untersuchungen anmelden
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
nach 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
1400 CHF

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 1.87