PJ-Tertial Innere in Klinikum Emden (12/2015 bis 3/2016)

Station(en)
A21, ZPA
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station
Heimatuni
Hannover
Kommentar
Am 1. Tag wird man von einem PJ-Beauftragten zunächst durchs Haus geführt und anschließend erhält man noch seine Essenskarte und man geht zur Anprobe für seinen Kittel und seine Hose. Sind alle organisatorischen Angelegenheiten erledigt, wird man dann für gewöhnlich auf Station vorgestellt.
Hier hält man sich meistens an einen Assistenzarzt und macht mit diesem gemeinsam Visite und schreibt Briefe. Nach einigen Tagen übernimmt man dann auch seine eigenen Patienten (meist sind es etwa zwei Patienten). Diese stellt man dann auch bei der Oberarzt- und Chefarztvisite vor, meldet Untersuchungen an und kümmert sich auch um den Medikamentenplan. Während der Chefarztvisite nimmt sich der Chef meist sehr viel Zeit, um den Studenten Fragen zu stellen und um ihnen etwas beizubringen (,was ich bisher im gesamten PJ und den Famulaturen noch nie in der Form erlebt habe). Es gibt keine getrennten Stationen für die einzelnen Teilgebiete der Inneren Medizin, sodass man, auch wenn man nur auf einer Station ist, ein breites Spektrum von Krankheiten kennenlernen kann. In der Zeit, in der ich auf Station war, war die Arztassistentin, die für gewöhnlich Blut abnimmt und Viggos legt leider im Urlaub, sodass ich hierfür zuständig war. Das ist aber, so wie man mir erzählt hat, nicht die Regel. Normalerweise kann man, muss aber kein Blut abnehmen.
Wenn man eine Abdomen-Sonographie für seinen Patienten benötigt, gibt es die Möglichkeit, diese selbstständig in der Funktionsabteilung durchzuführen.
Während seines Tertials sollte man aber auch für eine Zeit in die Zentrale Patientenaufnahme (ZPA) gehen, da man dort am meisten lernen kann. Hier lernt man nämlich, wie man Patienten internistisch untersucht. Je nachdem, welchen Assistenzarzt man hier vor sich hat, macht man hier täglich mehrere Aufnahmeuntersuchungen, stellt die Patienten danach dem Arzt vor und meldet Untersuchungen an, setzt Medikamente an, befundet EKGs mit anschließender Kontrolle durch den Arzt, nimmt arterielle BGAs und beurteilt diese und führt auch regelmäßig Ultraschalluntersuchungen durch. Da mir das so gut gefallen hat, war ich dann auch die meiste Zeit in der ZPA. Es bietet sich hier auch an, bei Notarzteinsätzen mitzufahren, da man so häufig seinen eigenen Patienten, den man danach in der ZPA aufnimmt oder begleitet, direkt schon von zu Hause abholen kann. Außerdem braucht man hier nicht so lange laufen, um zum Treffpunkt, an dem man zum Notarztwagen zusteigen kann, zu gelangen.
Außerdem gibt es noch eine Funktionsabteilung, in der Koloskopien, Gastroskopien usw. durchgeführt werden. Hier kann man allerdings nicht viel selbst machen....Ich denke hier reicht es etwa eine Woche zu verbringen und das auch nur, wenn man die Untersuchungen vor noch nicht gesehen hat.
Etwas schade war, dass ich in den drei Monaten nur bei einer Thoraxdrainage zugeschaut und keine Aczitespunktion gesehen oder durchgeführt habe. Hier muss man anscheinend echt etwas Glück haben...
Wenn man möchte, kann man auch an Wochenenddiensten oder Nachtdiensten teilnehmen. Ich würde es mindestens einmal ausprobieren, damit man weiß, wie es sich anfühlt. Ist aber doch recht anstrengend, wenn man es das 1. Mal macht ;)
Einmal hat die Abteilung einen Boßel-Tag auf dem Deich unternommen, was sehr interessant war, da es hier in Ostfriesland anscheinend im Winter sowas wie eine Volkssportart ist.
Insgesamt möchte ich die Abteilung sehr empfehlen, da man hier sehr viel lernen kann und die Ärzte auch sehr nett waren: Man wird zur Begrüßung sogar mit Klopfen auf dem Tisch von der gesamten Abteilung empfangen, was mir gleich zu Beginn eine positive Wertschätzung vermittelt hat.
Es finden täglich 4,5 mal die Woche Seminare statt, die 45 Minuten dauern. Da diese meist von hoher Qualität sind, sind diese sehr empfehlenswert.
Einmal im Monat findet das sogenannte jour fixe statt, bei dem sich die zwei PJ-Beauftragten mit den Studenten treffen und besprechen,was gut oder schlecht läuft und die Studenten auch Anregungen zur Verbesserung geben sollen. Die beiden PJ-Beauftragten sind sehr engagiert, sodass wirklich auf Vorschläge eingegangen wird. Sie kümmern sich auch darum, dass die Seminaren regelmäßig stattfinden.
Essen bekommt man morgens und abends in der Mitarbeiterkantine. Morgens darf man so viel man will essen und Mittags bekommt man immer ein Menü und ein Getränk. Abends isst man für gewöhnlich mit den anderen Studenten im Gemeinschaftsraum im Wohnheim. Hier sitzt man auch danach noch häufig zusammen und schaut fern oder spielt Karten...
Das Wohnheim erstreckt sich über zwei Etagen. Die meisten Studenten sind auf der unteren Etage untergebracht. Hier sind die Zimmer ca. 10 m² groß und sind mit Schreibtisch, Bett und Kleiderschrank, sowie ein Waschbecken ausgestattet. Die Toiletten und Duschen befinden sich jeweils an den Flurenden und werden von den Bewohnern gemeinsam genutzt. Hier werden auch Waschmaschinen und Trockner bereitgestellt, die man kostenfrei benutzten darf. Es gibt ebenso auch Wäscheständer, falls man seine Wäsche lieber an der Luft trocknet.
Als Lohn erhält man zusätzlich zum Wohnheim und Essen usw. noch monatlich 353€. Es gibt keinen Studientag (verboten durch die MHH).
Sechs Klinik-Fahrräder, die man sich jeder Zeit kostenlos ausleihen kann, werden bereitgestellt.
Als Freizeitangebote gibt es eine Fußballgruppe, die sich immer montags um 20h trifft, es gibt auch noch eine Drachenbootgruppe.
Außerdem kann man hier doch einiges unternehmen wie z.B. Ausflüge zu den Inseln oder in benachbarte Städte.
Es war also eine sehr schöne Zeit hier in Emden und ich kann es jedem empfehlen auch hier sein PJ-Tertial in der Inneren zu verbringen. Ich wünsche euch viel Spaß!
Bewerbung
Die Anmeldung zum PJ muss über die MHH erfolgen.
Wenn man sich frühzeitig auf mit dem Anmeldeformular für das Wohnheim angekündigt hat, kann man sich am Tag der Anreise an der Pforte seinen Schlüssel abholen (das geht übrigens auch nachts und am Wochenende).
Unterricht
5x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Fallbesprechung
EKG
Bildgebung
Nahtkurs
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
EKGs
Eigene Patienten betreuen
Notaufnahme
Patienten untersuchen
Röntgenbesprechung
Untersuchungen anmelden
Braunülen legen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Unterkunft gestellt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
353

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.00