PJ-Tertial Urologie in Charite Campus Benjamin Franklin (11/2015 bis 3/2016)

Station(en)
Station 10B
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Notaufnahme, Diagnostik, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich habe hier mein erstes Tertial auf der Station 10B verbracht und bin insgesamt sehr zufrieden. Es war vor allem geprägt von einem sehr netten Team und anderen tollen PJlern sowie einer abwechslungsreichen Arbeit. Morgens von 7.00 bis 7.50 beginnt man mit der Visite der Patienten. Die Aufgabe der PJler dabei ist es, die anfallenden Aufgaben (Konsile, Sonos, Blutentnahmen, Wundversorgung, Chemoanmeldungen, etc.) für den Tag zu notieren, die man im Laufe des Tages auch mit bearbeitet. Je nach Eigeninitiative können auch eigene Patienten übernommen werden und übt selbstständig zu visitieren. Dies ist eine gute Chance, da man bei Fragen und Problemen immer einen Arzt beiseite hat. Nach der Frühbesprechung beginnen um 8 Uhr die OPs, zu den man gerne kommen darf, wenn die Stationsarbeit abgedeckt ist. Als weitere Option kann man in die Poliklinik gehen, Patienten aufnehmen und untersuchen sowie bei vielen endourologischen Eingriffen anwesend sein. Je nachdem wie viele andere PJler oder Famulanten da sind, kann man sich dann die Arbeit (Station, OP, Poliklinik) aufteilen. Die Stationsarbeit hat aber zunächst Vorrang. Mittagessen ist in der Regel jeden Tag möglich. Als einzige Fachabteilung bietet die Uro hierfür den PJlern einen 6 Euro Verzehrgutschein. Am Nachmittag ist um 15 Uhr die Nachmittagsbesprechungen, bei der Aufnahmen besprochen werden sowie die gelaufenen OPs. Danach kann man meistens nach Hause gehen. Selten kommt es vor, dass man bis 18 , 19 Uhr noch da ist aufgrund einer OP oder der Stationsarbeit. Es empfiehlt sich aber auch mit den Assistenten einmal einen Dienst mitzumachen (10 Uhr bis 8 Uhr Folgetags, Schlafen im Arztzimmer möglich). Das muss man nur offen ansprechen. Hier kann man oft spannende Fälle sehen und behandelt selbstständig Patienten im Hinblick auf die eigenen Dienste in der Zukunft.

Station:
Hier fallen morgens erst einmal die Blutentnahmen oder das Legen von Zugängen an. Eine Scheu vor Blutentnahmen sollten man aber nicht haben ;). Es können nämlich gerne auch bis zu 25 Stück am Morgen sein. Gerade wenn man allein auf Station ist kann das viel Zeit in Anspruch nehmen. Zwar ist dies eine gute Übung aber für mich zum Ende leider etwas eintönig, insbesondere wenn man lieber andere Ãrztliche Tätigkeiten im OP oder der Poliklinik ausüben möchte. Das Sonografieren ist die wohl die 2. Hauptaufgabe auf Station. Als PJler ist man meist für die Restharnbestimmung und die Nierensonografie zuständig, aber man übt auch Sonos der Prostata, der Hoden und des Abdomen (freie Flüssigkeit, Lymphocelen, etc.). Zusätzlich lernt man zu katheterisieren (Nelaton, Tiemann, Spülkathetern) und gibt Medikamente (Bspw. Hexvix zur TURB) / Chemos transurethral unter ärztlicher Aufsicht. Weiterhin ist man auch für übliche Stationstätigkeiten verantwortlich (Konsile am PC anmelden, Briefe schreiben, HA anrufen). Ausserdem kann man des Öfteren Rehaanträge (ca. 29€/ Antrag) ausfüllen, was sich finanziell nach 4 Monaten wirklich lohnt (da es in Berlin ja keine PJ-Vergütung gibt).

Poliklinik:
Hier kann man einerseits Patienten aufnehmen, die elektiv operiert werden sollen. Anderseits kann man Patienten der Poliklinik untersuchen und behandeln, die zur Sprechstunde, zur Nachkontrolle, zur Chemo oder über die Notaufnahme kommen. Ąhnlich zur Station bedeutet dies Blutentnahmen, Sonos, katheterisieren. Regelmässig gibt es Prostatastanzbiopsien bei denen man aushelfen kann. In der Endourologie kann man bei verschiedensten Eingriffen zuschauen oder auch assistieren (Zystoskopien, TURB, D- bzw. MJ-Einlage/ Wechsel, PNL, URS, ESWL, Nierenfistelkather, etc. ). Auch hier ist auf jeden Fall Eigeninitiative gefragt. Aber am Ende hat jeder PJler von uns mindestens ein DJ bzw. MonoJ gelegt/gewechselt oder zystoskopieren dürfen.

OP:
Leider ist man nie fest eingeteilt im OP Plan aber man kann immer gerne kommen wenn die Stationsarbeit erledigt ist. Hier kann man als 2. Assistenz mitoperieren. Fragen werden gerne beantwortet oder man bekommt von vornerein einiges erklärt. Neben Haken halten, Spülen, saugen darf man auch mal eine Ligatur setzen oder am Ende nähen (Intrakutan, Subkutan, Hautnaht). Auch wenn man noch nicht so chirurgisch erfahren ist, wird meist geduldig erklärt und die Nahttechniken geübt. Das OP-Spektrum reicht von kleinen Eingriffen wie Varikozelen, Hydrocelen, Torsionen, Circumcisionen, Condylomlaserung, etc. bis zu grösseren Operationen wie Prostatektomien, Nephrektomien, Zystektomie mit Neoblase/ Pouchanlage/ Conduit oder auch Nierentransplantation. Wenn möglich kann man Ende auch als 1. Operateur einen kleinen Eingriff (z.B. Hydrocele, Circumcision) durchführen.

Teaching/ Team:
Sowohl das Ärztliche Team als auch die Pflege sind ausgesprochen nett und hilfsbereit. Schade ist, dass es leider keinen richtigen PJ-Unterricht gibt. Aber man kann immer fragen bei Problemen und es wird auch gerne erklärt. Natürlich gibt es auch stressige Tage, an denen das PJ-Teaching kein Vorrang hat, aber ich denke das ist normal . Der Arbeitsalltag an sich gibt schon wenig Raum für einen speziellen PJ Unterricht, da die Assistenzärzte schon für die normalen Studentenkurse viel Zeit aufbringen müssen und die Stationsarbeit dann liegen bleibt.

Insgesamt kann ich ein Uro-Tertial am CBF empfehlen. Für Uniklinikverhältnisse finde ich darf man viel selbstständig machen und sieht zudem interessante Fälle. Aufgrund des gesponserten Mittagessen und den Rehanträgen geht es einem auch ohne weitere PJ-Vergütung finanziell nicht schlecht.

Bewerbung
Über die Charite
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Mitoperieren
Rehas anmelden
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
2
Lehre auf Station
2
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.27