PJ-Tertial Chirurgie in Kantonsspital Muensterlingen (7/2015 bis 10/2015)

Station(en)
Allgemeinchirurgie und Orthopädie
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station, OP
Heimatuni
Goettingen
Kommentar
Insgesamt muss ich sagen, das ich in der Zeit in Münsterlingen in meinem Chirurgie Tertial leider nichts gelernt habe! Es gab auch kaum eine Möglichkeit etwas zu lernen! Was Chirurgie angeht, ist dieses Spital nicht weiterzuempfehlen!
Dafür ist die Lage traumhaft und im Sommer super!

Zur Arbeit: Man kommt jeden Tag um 7.45 Uhr zur Morgenbesprechung, die Besprechungen sind gleichzeitig auch Röntgenbesprechungen. Danach hat man als Unterassistent zwei Aufgaben: Die Patienten aufnehmen, von allen chirurgischen und orthopädischen Stationen und im OP assistieren. Die Patienten stellt man dann vor den stationsärzten oder in der orthopädie in einer gemeinsamen vorstellung nachmittags vor. Außerdem werden die Prä-Op Verordnung von den PJlern getroffen. Die komplette Akte und alle Kurven etc. sind am PC! (großer Vorteil der Klinik). Es gibt keine Paperakten. Die Verordnungen trifft man am PC, dabei verwendet man vorgefertigte Schemata, also auch kein lerneffekt...
Vom Stationsalltag oder den Aufgaben von den Assistenzärzten und den Patienten kriegt man so GAR NICHTS weiteres mit!
Wenn es viele OPs und Aufnahmen gibt, ist man den ganzen Tag gut beschäftigt, aber es gibt auch Tage, an denen man ruhig die meiste Zeit wieder ins Wohnheim gehen kann, da nichts los ist...
Die Assistenz im OP ist meinstes 3. oder 2. Assistenz. Man wird meistens immer wieder für die gleichen OPs eingetragen (Hüft-TEP, Leistenbruch etc.). Im OP ist oft nur Haken halten. Zunähen nur in Ausnahmefällen. Mehr ist meistens nicht drinne! Sonst ist es Operateur abhängig, ob man auch mal was erklärt kriegt...
Die meiste Zeit sitzt man bei den Orthopäden im Arztzimmer. Das Ortho-Team ist sehr nett und lustig. Da sind auch mal private unternehmungen mit den ärzten gut drinne. Auch sonst sind die meisten ärzte sehr nett. Auch die Oberärzte zum größten Teil.
Fortbildungen gibt es für PJler nicht. Außer vielleicht durch eigeninitiative von einigen hochmotivierten oberärzten...
Jeden Monatag und Mittwoch gibt es dafür eine fortbildung für alle ärzte.
In der Notaufnahme ist man meistens nicht willkommen, kann aber auch ab und zu versuchen hinzugehen und je nach arzt dort, kann man sogar mal was lernen...
Außerdem ist eine Plichtroation für einen Monat in die Urologie vorgesehen!! Da kann man bisschen ultraschall üben und darf zumindest praktisch auch mal was machen, selbst kleine eigene OPs (circumcision etc.) sind da mal drinne ;) das kann sich lohnen...
Aber insgesamt ist die Arbeit sehr eintönig und hat gar keinen lehrneffekt!
Außerdem muss man 24h Dienste belegen. Jeden Tag muss jemand für die Dienste eingetragen sein. Man teilt sich die Dienste mit den Gyn-Pjlern. Meistens wird man denn für Sectios oder Hüft-TEP aus dem Bett gerufen. Das kann manchmal auch die ganze Nacht dauern. Es gibt KEINE Kompensation für die Dienste!!! Also nach einer durchoperierten Nacht, geht es am nächsten Tag sofort weiter! Es gibt dafür auch kein Extrageld oder Urlaub!!! Wenn man genug Pjler ist, passt es mit 1x pro Woche, ansonsten kann es echt ätzend werden!

Die Umgebung ist dafür absolut genial! Münsterlingen ist direkt am See gelegen und nach der Arbeit kann man im Sommer einfach mal ne runde schwimmen gehen!
Zum Einkaufen kann man nach Konstanz, nur 20min mit dem Fahrrad entfernt! Fahrrad ist absolut empfehlenswert! Und sonst bieten sich viele Ausflüge in der Schweiz an. Also unbedingt im Sommer dort sein!!!

Rahmenbedingungen:
1300 Fr. pro Monat. Miete fürs Wohnheim ca. 320 Fr. Nach Abzug der Steuern bleiben ca. 890 Fr. pro Monat übrig. Kleidung gestellt.
Essen ist nicht gestellt!!! Das Restaurant ist zwar lecker, aber billigstes Gericht sind 8Fr., was auch jeden Tag dann doch ins Geld geht! Einkaufen in Kreuzlingen oder Konstanz gut möglich...
Das Wohnheim ist direkt beim Krankenhaus. Zimmer sind durchaus akzeptabel. Küche und Bad ist gemeinschaftlich. Es ist einigermaßen sauber. In der Küche ist Geschirr vorhanden. Kühlschränke kühlen kaum und haben kleine Fächer. Wenn es genug andere PJler gibt, kann es ganz schön sein, das Zusammenleben.
Im keller gibt es eine münzwaschmachine und einen trockner.
WLAN ist zwar vorhanden. Aber die Verbindung nicht überall gleich gut und sonst auch ziemlich langsam.
VORSICHT! Das WLAN wird in 5GHz übertragen (IEEE 802.11a Standard). Bedeutet: Ältere Laptops und Handys können das WLAN nicht empfangen! Dann braucht man einen zusätzlichen WLAN Adapter!

FAZIT: Da man nicht erwarten sollte, irgendwas in der Chirurgie zu lernen oder praktisch machen zu dürfen, meine Empfehlung: Hofft das viele andere PJler noch da sind, splittet euer Tertial, mehr als zwei Monate lohnen sich nicht, seit nur in den warmen Sommermonaten dort und nutzt die Freizeit euch die schöne Schweiz und den Bodensee anzuschauen, macht viel mit Freunden und anderen PJler und genießt die Zeit in der Schweiz!
Bewerbung
Fr. Straub. So halbes Jahr vorher bewerben.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Nahtkurs
Bildgebung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Notaufnahme
Röntgenbesprechung
Mitoperieren
Untersuchungen anmelden
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Unterkunft gestellt
Gehalt in EUR
je nach Wechselkurs, ca. 890 Fr.

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
4
PJler-Ansehen
4
Stimmung Klinik
3
Unterricht
5
Betreuung
5
Freizeit
3
Lehre auf Station
3
Insgesamt
3

Durchschnitt 3.33