PJ-Tertial Gynäkologie in UniversitaetsSpital Zuerich (USZ) (8/2015 bis 9/2015)

Station(en)
Gyn-Stationen, Wochenbettstation, Gebärsaal, Poliklinik
Einsatzbereiche
Station, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich war 2 Monate auf der Frauenklinik am USZ und kann das Praktikum dort NICHT empfehlen.

Neben langen Arbeitszeiten (v.a. auf der Geburtshilfe) muss man sich auf wenig Wertschätzung und viele Routinetätigkeiten einstellen, Lehre gibt es (zumindest in den Sommermonaten) keine und der Lohn ist für die geleistete Arbeitszeit und die hohen Lebenserhaltungskosten lächerlich (900 CHF bei 600 CHF Miete im Personalwohnheim, Kosten für das Mittagessen im Personalspeisesaal zwischen 9 und 12 CHF (nur Hauptspeise)).
[Im Vergleich: Assistenzärzte verdienen 8000 CHF/Monat!!]

Man bekommt einen fixen Dienstplan und rotiert bei 2 Monaten Praktikum 1 Monat auf der Geburtshilfe und 1 Monat auf der Gynäkologie, pro Monat gibt es 1.5 frei wählbare Fehltage.

Hauptaufgabe im GEBÄRSAAL ist es, Patientinnen aufzunehmen (Anamneseerhebung, allgemeine Statusuntersuchung), B-Streptokokken PCR Tests anzusetzen und das Eintragen der Ergebnisse ins EDV-Programm, Blutentnahme und Blutgasanalyse aus der Nabelschnur/Placenta nach den Geburten, Haken halten bei den Sectiones sowie Untersuchungszimmer vorbereiten und bei der Untersuchung assistieren (Abstrichröhrchen halten), EKG schreiben, scannen, telefonieren, Wasser für die Ärzte holen, ...
Bei allen halbprivat oder privat versicherten Patientinnen ist es den Unterassistenten nicht erlaubt, den Gebärsaal für die Geburt zu betreten bzw. die Haken bei der Sectio zu halten.
Je nach Assistenzarzt darf man ab und zu mal den Schallkopf auf den Bauch halten und Biometrie üben, meistens ist jedoch keine Zeit dafür. Fragen werden kurz beantwortet, aufgrund der hohen Fluktuation an Unterassistenten und Assistenzärzten ist keine Bemühung da, Lehre zu vermitteln, da niemand weiß, wie viel man bereits kann. Die Hebammen sind mit Vorsicht zu genießen, vor allem die älteren, ab und zu darf man zu den Untersuchungen mitgehen und nach mehrmaligem Nachfragen war es auch 2 mal möglich, den Muttermundsbefund selbst zu erheben, diese Tätigkeiten sind für die Unterassistenten jedoch nicht vorgesehen. Ausserdem sollte man die zuständige Hebamme immer vorab fragen, bevor man den Gebärsaal betreten möchte, sonst gibt es Ärger.
In der Sectio ist man immer nur 2.Assistenz - einzige Aufgabe= Haken halten! Kein Nähen, ...

Somit hab ich im Gebärsaal nur durch Zusehen einiges mitnehmen können (diverse Vakuumextraktionen, Spontangeburt aus Beckenendlage, Zwillingsspontangeburt, Meningomyelozelenverschluss intrauterin sowie Thoraxdrainageneinlage intrauterin bei Chylothorax (wird im Sectio OP im Gebärsaal durchgeführt...), praktische geburtshilfliche Untersuchungen hätte ich mir erhofft zu erlernen, war jedoch so nicht vorgesehen.

Arbeitszeiten: 1 Woche (Montag-Sonntag) Gebärsaal Tagdienst von 7:30-19:00 Uhr, 1 Woche (Montag-Sonntag) Gebärsaal Nachtdienst von 19:00-8:00 bzw. 8:30 Uhr, 1 Woche Kompensation (=frei), 1 Woche Wochenbettstation (halbtags)

Auf der GYNÄKOLOGIE ist es etwas entspannter (wiederum abhängig von den Assistenzärzten, mit denen man eingeteilt ist). Man ist 3 Wochen auf verschiedenen Stationen und 1 Woche in der Ambulanz (=Poliklinik). Hauptaufgabe hier ist das Vorbereiten der Patienteneintritte (Computerarbeit). Zudem muss man die Patientinnen, ähnlich wie im Gebärsaal, statuieren und Anamnesen erheben sowie EKGs schreiben, Blutabnahmen werden von der Pflege übernommen. Ab und zu, wenn man sich motiviert zeigt, genug Zeit ist und man einen netten Assistenzarzt erwischt, ist es hier auch möglich, den gynäkologischen Status selbst durchzuführen (Spekulum, Palpation, Ultraschall), meist wird er jedoch von den Assistenten gemacht und man wird zur nächsten Patientin weitergeschickt, um die unbeliebte Routinearbeit (Anamnese, Status) zu erledigen. Wenn viele Patientinnen aufgenommen werden, profitiert man nicht im geringsten von der geleisteten Arbeit, weil man dann nicht einmal bei der Gyn-Untersuchung zuschauen kann. Während der Zeit auf der Station ist man auch immer wieder im OP eingeteilt, hier ebenfalls nur Haken und Klappe halten, kein Nähen, keine Assistenz. Lernen durch Zusehen ist angesagt.
Eine Woche ist für Ambulanz vorgesehen, hier kann man meiner Meinung nach am meisten mitnehmen, man wird aber häufig verwiesen (mit der Aussage "wir sind heute im Verzug, es ist stressig, versuch es in einem anderen Raum") - sehr enttäuschend für ein Universitätsspital! Viele Assistenzärzte sind neu und wollen folgedessen alles selbst machen und lernen, wenn man Glück hat, darf man schallen und untersuchen. Man muss halt ständig dran bleiben und die Lehre einfordern.

Arbeitszeiten: 7:40-17:00 Uhr, je nach Stationsarbeit manchmal länger, meistens jedoch kürzer.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass Zürich eine tolle Stadt ist, in der man viel erleben und unternehmen kann. Ich würde aber nach diversen Gesprächen mit anderen Unterassistenten empfehlen, für das Praktikum in ein kleineres Spital zu gehen. Kein einziger Schweizer Student war während meines Aufenthalts als Unterassistent auf der Frauenklinik am USZ angestellt, jetzt weiß ich auch warum.
Bewerbung
1 Jahr im Voraus bei Frau Hälg (Sekretärin)
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
EKG
Tätigkeiten
Poliklinik
EKGs
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
934
Gebühren in EUR
600

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
5
Klinik insgesamt
4
Unterricht
6
Betreuung
4
Freizeit
4
Station / Einrichtung
4
Gesamtnote
4

Durchschnitt 4