PJ-Tertial Visceralchirurgie in St.-Josefs-Hospital (3/2015 bis 6/2015)

Station(en)
14 und ZNA
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Diagnostik, OP, Station
Heimatuni
Hannover
Kommentar
Hallo liebe zukünftigen PJler und Famulanten,

ich habe mein chirurgisches PJ-Tertial in der Allgemein- und Viszeralchirurgie im Krankenhaus in Cloppenburg verbracht. Gleich zu Beginn will ich sagen, dass es das beste Tertial war, das ich hatte und es so gut war, wie man sich sein PJ nur wünschen kann!

Arbeitsalltag:
Arbeitsbeginn ist um 7:10, Frühbesprechung/Röntgenvisite um 7:20. Danch findet gemeinsam die Visite statt. Danach gehen alle zusammen frühstücken (außer man ist für den ersten Punkt auf dem OP-Plan eingeteilt). Als PJler ist man jeden Tag mit im OP, sei es bei größeren Eingriffen als 2. Assistenz oder bei kleineren als 1. Assistenz. Alle sind super nett und erklären einem alles. Nähen darf man als Student eigentlich immer. Wer es schon kann, kriegt Tipps zur Verbesserung, wer noch nie genäht hat, bekommt es selbstverständlich gezeigt. Die Stimmung im OP ist immer sehr nett, auch mit den Kollegen der Anästhesie und der OP-Pflege.
Der Chef quizzt einen gerne während der OPs zu den entsprechenden Krankheitsbilder und anatomischen Strukturen. Dies empfand ich immer als sehr lehrreich und als gute Vorbereitung auf die mündliche Prüfung (die der VCH-Chef in Cloppenburg auch macht). Weiter wird man dabei auch angeregt etwas über die Verläufe der Patienten zu berichten und aktiv mitzudenken.
In der Zeit in der man nicht im OP ist, erledigt man gemeinsam mit den Assistenzärzten die Patientenversorgung auf Station (Wundversorgung, VACs, Briefe schreiben und diktieren, ...). Man kriegt selbstverständlich alles gezeigt und wird motiviert neues zu machen. Blutabnahmen machen die Schwestern (wenn die es nicht schaffen, machen es die Ärzte oder PJler), wenn man üben will, darf man das aber auch machen. Viggos machen die Ärzte oder PJler. Einmal die Woche ist Chefvisite und wenn man mag darf man gerne die Visite leiten und die Patienten vorstellen (so viele Zimmer/Patienten, wie man sich zutraut).
Wenn Patienten in die Notaufnahme kommen, geht man auch dorthin mit und macht Anamnesen, Untersuchung und Sono. Zunächst auch erstmal unter Anleitung bzw. gemeinsam mit einem der Assistenten, später auch gerne alleine und dann stellt man die Patienten einem der Assistenten vor. So wird man nach und nach an das selbstständige Arbeiten rangeführt. Genauso läuft es auch bei den elektiven Aufnahmen und den Aufklärungen.
Mittagessen kann man eigentlich jeden Tag. Wenn man über Mittag aber doch mal im OP steht, gibt es in der OP-Küche für alle Suppe oder einer der Kollegen ruft im Saal an und fragt, ob man etwas in der Cafeteria zurückstellen möchte.
Die OPs enden natürlich nicht immer pünktlich um 16:00, sodass man auch mal etwas länger bleibt, aber das gleicht sich auch immer aus mit Tagen, an denen mal etwas weniger los ist. Wenn man mag, darf man natürlich auch länger bleiben und den Oberärzten im Dienst assistieren. Dies ist aber natürlich immer freiwillig und wird nicht verlangt. Mit der Zeit hatte ich auch die Möglichkeit einige kleine Eingriffe selbstständig durchzuführen.

Rufdienste:
Zusätzlich kann man, wenn man möchte Rufdienste übernehmen. Dann wird man, wenn man Dienst hat (Anzahl wie man möchte, ich hatte 2 im Monat) zu den OPs, die ab 16:00 Uhr und in der Nacht sind dazugerufen und macht die 1. OP-Assistenz (das sind dann auch unfallchirurgische und gefäßchirurgische Eingriffe und so sieht man auch noch OPs aus diesen Bereichen). Im Ausgleich dafür kann man dann einen Tag frei nehmen.

Rotationen:
Man kann so rotieren wie man möchte. Ich empfehle in Cloppenburg aber sehr die Allgemein- und Viszeralchirurgie. Zusätzlich habe ich noch 2 Wochen unfallchirurgisch in der ZNA mitgearbeitet. Dort habe ich u.a. Befundung von Röntgenbildern gelernt/geübt und direkte Wundversorgungen gemacht.

PJ-Unterricht:
Einen richtigen PJ-Unterricht gibt es in Cloppenburg nicht. Allerdings habe ich einen solchen auch nicht vermisst. Das chirurgische Knowhow wird einem einfach so nebenbei vermittelt und ich fühle mich sehr gut auf die mündliche Prrüfung vorbereitet.
Weiter sind auch die Kollegen der anderen Abteilungen immer offen dafür einen mitzunehmen und einem zu erklären. Zusätzllich hat die Anästhesie für alle Studenten einen Kurs im Atemwegsmanagement angeboten und auch z.B. bei der REA- Fortbildung wurde man eingeladen mitzumachen. Weiter gibt es interne Fortbildungen und M&M- und Tumorkonferenzen, in denen man sich auch interdisziplinär fortbilden kann.

Wohnung:
Ich wohnte im Schwesternwohnheim auf dem Krankenhausgelände (Arbeitsweg 1 Minute) in einem recht großen, hellen Zimmer. Dort wohnten auch noch weitere Assistenzärzte und Hospitanten. Vom Flur abgehend war eine Gemeinschaftsküche, die Duschen und Toiletten sowie ein Balkon. Es ist halt ein typisches Wohnheim und zweckmäßig.

Cloppenburg:
Cloppenburg ist ein kleines nettes Städtchen. Nur eine Straße vom Krankenhaus entfernt liegt die Fußgängerzone mit einigen Geschäften, den üblichen Drogerien, Banken, etc.. Supermärkte sind auch schnell zu Fuß zu erreichen. Man ist schnell im Grünen und zum Beispiel zum Joggen/Sporttreiben draußen ist es ideal.

Fitnesshalle vom Krankenhaus:
Das Krankenhaus hat eine komplette Sporthalle eingerichtet mit Trainingsgeräten, Steppern, Rädern, Laufbändern etc. Die physikalische Abteilung trainiert dort ihre Patienten, aber auch die Mitarbeiter können alles kostenlos nutzen und ich war oft mit Kollegen dort.

Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Bildgebung
Prüfungsvorbereitung
Sonst. Fortbildung
Fallbesprechung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Gipsanlage
Blut abnehmen
Poliklinik
Röntgenbesprechung
Briefe schreiben
Untersuchungen anmelden
Patienten aufnehmen
Eigene Patienten betreuen
Notaufnahme
Patienten untersuchen
Chirurgische Wundversorgung
Braunülen legen
Mitoperieren
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Unterkunft gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
597

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.00