PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Krankenhaus Merheim (8/2014 bis 11/2014)

Station(en)
6a, 6b, 9b
Einsatzbereiche
Station, OP, Notaufnahme
Heimatuni
Witten/Herdecke
Kommentar
Pro:

- Viel Eigenverantwortung: Station, die eigentlich mit 2-3 Assistenten und OA besetzt sein sollte, wird teilweise durch den PJler und OA alleine betrieben.
- Das Assistenten Team ist sehr nett und den PJlern gegenüber aufgeschlossen, gleiches trifft (bis auf ganz wenige Ausnahmen) auf das Pflegepersonal auf den Stationen und im OP zu
- Der Ltd. Oberarzt bietet enorm gutes Bedside Teaching auf Nachfrage an
- Essen in der Kantine ist vielfältig und gut (nicht umsonst)
- Man hat die Möglichkeit Dienste mitzumachen. Insbesondere der Dienst in der Notaufnahme ist sehr interessant, da man sowohl allgemeinchirurgische, als auch unfallchirurgische Patienten sehen kann

Contra:
- Die PJler werden schlicht als billige Arbeitskräfte angesehen und eingesetzt. Lehre spielt wenn überhaupt nur eine sehr untergeordnete Rolle und das in einem universitärem Haus...
- Im OP dürfen nur kleine Aufgaben übernommen werden. Es erfolgt meist keine Lehre während der OP: O-Ton: "Erklärt wird später, jetzt wird operiert"
- Der Ton im OP ist selbst für chirurgische Verhältnisse sehr rau
- Es gibt viele offene Assistentenstellen (spricht ja im Raum Köln schon für sich) und viele Assistenten kündigen, daher ist die Belastung der verbliebenden Ärzte sehr hoch: Resultat Lehre findet fast nicht statt
- Es findet kein PJ Unterricht (außer Bedside Teaching) statt. Dieser wurde im Semester zuvor eingeführt, aber danach wieder eingestampft.
- Man ist den Tag über recht lange mit Blutentnahmen und Verbandwechseln beschäftigt (man wird teilweise auch auf andere Stationen gerufen um dort auch noch das Blut abzunehmen). Also ich finde es ist klar, dass man in seinem Bereich diese Aufgaben erledigt, gehört zum Job dazu...aber manche übertreiben es etwas.
- Es wird kaum Wert auf Einhaltung der Arbeitszeiten gelegt. Das bedeutet man steht auch mal gerne bis 19Uhr am Tisch.
- Die angeführte Eigenverantwortung hat auch so seine negativen Seiten.... Eine Station über mehrere Tage quasi alleine mit dem Oberarzt zu führen, ist für einen durchschnittlichen PJler vielleicht doch etwas zu viel...
- Ich und die anderen PJler haben die Situation in der Abteilung so erlebt, dass die Arbeit der Pjler aber auch Assistenten kaum wertgeschätzt wird, dabei haben alle sehr viel Einsatz gezeigt: Schade.

Unterabteilung Gefäßchirurgie
Jeder Pjler rotiert im Tertial für einen Monat in die Gefäßchirurgie.
Hier ist es zentrale Aufgabe auf zwei Stationen Blut abzunehmen und ABIs durchzuführen. Darüber hinaus erledigt man die Neuaufnahmen. Im OP wird man regelmäßig eingesetzt und hier wird auch von allen Operateuren erklärt und der PJler fühlt sich gut integriert.
Hinweis: Anatomie Auffrischung insb. der genauen! Gefäßanatomie ist zu empfehlen ;-)

Die Personalabteilung:
Hier hat man offensichtlich nicht verstanden, dass es Ziel sein sollte, PJler als zukünftige Arbeitskräfte zu verstehen, die man evtl. ein wenig umwerben sollte:
- Man erhält seinen Arbeitsvertrag nicht vorweg, sondern irgendwann im Verlauf des Tertials, es werden nur einzel Verträge pro Tertial erstellt, d.h. bei mehreren Tertial bei den Städt. Kliniken läuft man seinen Verträgen stets hinterher
- sein Gehalt erhält man demzufolge auch irgendwann im Verlauf: Es interessiert anscheinend dort niemand, dass man seine Miete nicht bezahlen kann
- Der Supergau war aber letztlich eingetreten, als den neuen PJler am 2. Arbeitstag mitgeteilt wurde, dass Sie anstatt den versprochen 597€ nur noch 300€ erhalten würden. Auch hier spricht es für die Atmosphäre in der Abteilung: Die Pjler wurden bei Ihrem Gehaltskampf vom Chef der Allgemeinchirurgie nicht im geringsten unterstützt. Geholfen hat der Chef der Unfallchirurgen. Wie die Verhandlungen ausgegangen sind, kann ich leider nicht sagen.

Würde ich also einem guten Freund von mir empfehlen sein PJ Tertial in dieser Abteilung zu absolvieren? Nein! Such dir eine alternative Abteilung, in der du etwas lernst, deine Arbeit einigermaßen wertgeschätzt wird und du eine sichere Bezahlung hast.
Bewerbung
Bewerbung direkt an die Chefarzt-Sekretärin ein halbes Jahr im voraus.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Braunülen legen
Röntgenbesprechung
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Mitoperieren
Rehas anmelden
Botengänge (Nichtärztl.)
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
597€ Aber aktuell wird auf 300€ umgestellt. Die PJler nach uns haben das am 2. Tag erfahren!

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
4
Stimmung Klinik
5
Unterricht
5
Betreuung
5
Freizeit
4
Lehre auf Station
2
Insgesamt
5

Durchschnitt 4.27