PJ-Tertial Pneumologie in Charite Campus Mitte (4/2014 bis 6/2014)

Station(en)
149
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Ich hatte für dieses Tertial CCM auf Platz 5 angegeben und wurde trotzdem dazu verbannt - der Versuch des Platztausches war auch vergebens. Dem Gerücht, dass man bevorzugt der Charité zugeteilt wird, schenke ich immer mehr Glauben.
Ich hatte am 1. Tag beim Treffen mit dem PJ-Beauftragten angegeben, auf die Pulmologie zu wollen - diese (St. 149a und b) gehört mittlerweile eigentlich zur Klinik für Infektio/Pulmo und ist nicht mehr eigenständig, aber der Mann wusste das vielleicht noch nicht so genau. Die Stationen 147 und 148 - letztere eher mit Schwerpunkt Infektio - gehören also zur selben Klinik. Die Station 149 behandelt einerseits die klassischen Lungenerkrankungen (viel COPD - Optimierung der Beatmung -, ein bisschen Bronchial-Ca), dient mit seinen Beatmungsplätzen jedoch auch zur Aufnahme vom langzeitbeatmeteten Patienten, die etwa wegen chirurgischer Eingriffe aufgenommen werden. Also Beatmung und COPD wird man dort schon erleben - Pneumonien auch, sonstige Infektiologie eher spärlich.
Das erste, womit mich der Oberarzt begrüßte, war, ich solle doch nicht den Wechsel nach 6 bzw. 8 Wochen, wie das vom PJ-Beauftragten vorgesehen war, vollziehen, sondern dort bleiben, damit nach der Einarbeitung meine Lernkurve besser verlaufe. Zugegebenermaßen hat er recht, was die Mühe der erneuten Einarbeitung auf einer weiteren Station betrifft, ich habe jedoch dadurch, dass ich 12 Wochen (3. Tertial) blieb, keinen vegrößerten Lerneffekt verspürt, woran auch er seinen Anteil hatte.
Das Stationspersonal war ok, auf jeden Fall wollten Sie einem nichts Böses, manche PflegerInnen waren auch sehr nett. Nachteil hier: extrem viele Leasingkräfte, wie fast überall an Charité - meiner Ansicht nach eine unsägliche Entwicklung -, die teilweise sehr nett und kompetent sind, oft jedoch keinen Plan von der Station haben und somit das Chaos noch vergrößern.
Die AssistentInnen zu meiner Zeit waren sehr nett und kollegial, jedoch gab es einige Wechsel, zu manchen Zeitpunkten waren fast nur sehr frische (1.-2. Jahr) ÄrztInnen dar, die nicht minder sympathisch, jedoch teilweise selbst recht überfordert waren, und somit nicht viel Zeit für PJ-Lehre blieb. Gerade die zusätzliche Belastung der ÄrztInnen durch Unterricht im Regel- und Modellstudiengang ist sehr groß, sodass ich Ihnen keinerlei Vorwurf machen kann, da sie auch immer sehr hilfsbereit waren, wenn es Probleme gab und auch sehr dankbar über die (nicht-intellektuelle) Stationsarbeit, die ich verrichtet habe.
Der Oberarzt hatte meienr Ansicht nach zu 80 % der Zeit keinen Bock mehr auf seine Arbeit, was wohl auch an den Zuständen an der Charité liegt, über die er sich gerechtermaßen aufregte. Er ist fachlich kompetetent, gründlich und genau, jedoch oft missmutig und mag anscheinend keine PJler und BlockpraktikantInnen und tut für diese nur das Minimum. Zwei oder dreimal hat er mich etwas fachliches gefragt, was ich als Andeutung eines Versuches der Wissensvermittlung sah, jedoch schien ihm einmal meine Antwort etwas zu enttäuschen, woaraufhin keine weiteren Gespräche folgten. Ich glaube aber, dass dieser etwas schwierige Charakter nun 2015 sowieso nicht da ist; die Vertretungs-Oberärzte waren echt viel sympathischer. Vom Oberarzt der Station 148 habe ich auch gute Sachen gehört.
Die Mittagspause musste fast immer unter Zeitdruck geschehen und da die Kantine im provisorischen Container-Bau furchtbar ist und wir mit Dienstkleidung in die sowieso recht weit entfernte Mensa nicht gehen konnten, besuchten wir meist umliegende Cafés, was irgendwann auch nervig (und recht teuer) war. MitarbeiterInnenversorgung an der Charité -> Fehlanzeige.
PJ-Unterricht (Repititorien bzw. Fallvorstellungen) wird einmal pro Woche von den verschiedenen Disziplinen der Inneren Medizin gehalten, jedoch fiel er teilweise aus. Sehr guten Unterricht haben die Rheumatologen und Endokrinologen gemacht.
Insgesamt kein lehrreiches Tertial, ich hatte währenddessen und danach sowas von keine Lust mehr, mich fachlich mit irgendetwas zu beschäftigen, weil mich alles so ernüchtert und erschöpft hat.
Vom Oberarzt abgesehen, war die Stimmung im Ärzteteam immerhin nett.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Repetitorien
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Braunülen legen
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
EKGs
Botengänge (Nichtärztl.)
Untersuchungen anmelden
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
3
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
4
Stimmung Klinik
4
Unterricht
5
Betreuung
4
Freizeit
3
Lehre auf Station
4
Insgesamt
4

Durchschnitt 3.80