PJ-Tertial Innere in UniversitaetsSpital Zuerich (USZ) (4/2014 bis 7/2014)

Station(en)
Kardiologie-Ambulanz, Notfall, Innere Mischstation
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Vorab: Innere Medizin im Universitätsspital Zürich ist NICHT zu empfehlen!

Ich habe für mein Tertial in der Inneren Medizin das Universitätsspital ausgewählt, weil ich der Annahme war, dass man in einem so renomierten Haus in der Schweiz viel lernen kann. Leider wurde diese Erwartung auf ganzer Linie enttäuscht.

Zunächst die guten Seiten des PJs hier. Zumeist wurde man mit einiger Freundlichkeit behandelt und der späte Arbeitsbeginn (8 Uhr morgens, je nach Station auch noch später) ist sicher auch nicht schlecht.

Ich verbrachte meine Zeit hier insgesamt an drei Artbeitsplätzen. In der kardiologischen Ambulanz ist man lose einem Assistenten zugeteilt. Die Aufgaben des PJlers sind das Vorbereiten von 8 Arztbriefen und die Untersuchung und Besprechung von 2 Patienten pro Tag. Wie man sich denken kann, ist das nicht sehr viel für einen ganzen Arbeitstag - daher hat man oft Leerlauf. Aufgrund von Wartezeiten auf Untersuchungen oder den Oberarzt, schafft man trotzdem kaum einen Tag ohne Überstunden. Lehre findet nur sehr rudimentär statt.
Auf der Notfallstation wird man wiederrum hauptsächlich für das Schreiben von Berichten abgestellt. Patienten selbst befragen ist leider die Ausnahme. Wenn man es doch mal durfte, interessierten die Ergebnisse niemanden, da die Assistenten die Anamnese so oder so wiederholten. Auch hier gab es oft und viel Leerlauf. Lehre fand praktisch gar nicht statt. Über eine aBGA freute man sich schon, um überhaupt irgendetwas machen zu können.
Meine Zeit auf Station verbrachte ich auf einer internistischen Mischstation. Hier landet alles, was anderswo keinen Platz findet oder von Spezialdisziplinen abgeschoben wird. Auch hier hatte ich ein sehr nettes Team mit zwei tollen Assistenzärztinnen. Da diese aber jeweils nur 6 Patienten zu betreuen hatten, gab es auch hier keinerlei Arbeit. An manchen Tagen habe ich lediglich bei der Visite zugeschaut und eine aBGA gemacht. Auch hier Lehre Fehlanzeige. Die vom Ressort Lehre viel gepriesenen Fortbildungen sind an das Klinikpersonal gerichtet und befassen sich oft mit Klinikinterna. Daher für einen PJ-ler nicht besonders sinnvoll.

Besonders negativ hervorzuheben ist für mich das Ressort Lehre. Ich habe noch niemals so unflexible, nicht hilfsbereite und unfreundliche Menschen wie in diesem Büro erlebt. Hat man mal ein Problem oder eine Bitte, kann man davon ausgehen, dort nur abgewatscht zu werden. Mir wurde bereits an meinem ersten Tag ausführlich erklärt, dass deutsche Studenten frech und unzuverlässig seien. Daher sei es auch unsere eigene Schuld, dass wir so misstrauisch behandelt würden...

Anzumerken ist noch, dass die Bezahlung von netto 930 Franken für Schweizer Verhältnisse eine Frechheit ist. Gerade in Zürich reicht das kaum zum Bestreiten der Lebensmittelkosten. Daher findet man im USZ auch kaum einen Schweizer Studenten. Die wissen nämlich, dass es in anderen Kliniken bis zu 2800 Franken gibt...
Bewerbung
ca. 18 Monate vor Beginn
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Röntgenbesprechung
Patienten untersuchen
EKGs
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
ca. 800
Gebühren in EUR
ca. 40 für notwendige Äquivalenzbescheinigung

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
5
Unterricht
5
Betreuung
3
Freizeit
4
Lehre auf Station
4
Insgesamt
4

Durchschnitt 3.87