PJ-Tertial Innere in Agaplesion Diakonie-Klinikum Hamburg (12/2013 bis 2/2014)

Station(en)
D3
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Hamburg
Kommentar
Ich habe mich im Agaplesion wegen der guten Bewertungen beworben, muss aber leider sagen, dass diese veraltet sind.

Der erste Satz, den ich am Anfang zu hören bekam war: Die Visite ist nicht so wichtig, hauptsache die Blutentnahmen sind fertig. Und so war es dann auch. Jeden Tag erwarteten einen viele Blutentnahmen und Braunülen und wenn man damit fertig war, war auch die Vistie durch. Wenn man Glück hatte, durfte man zwischendurch Patienten aufnehmen, die man aber nicht weiter betreuen konnte. Und danach hieß es Arztbriefe kompletieren. Das heisst, wir sollten dann z.B. die Vitalparameter aus den Kurven suchen und in die Briefe schreiben, oder ähnliches. Um halb eins war dann die Röntgenbesprechung, an der die Pjler immer teilnehmen durften. Danach war immer Essen möglich.

Dienstag und Mittwoch gab es Unterricht, der mittelmäßig war und Mittwochs öfter ausfiel. Dennoch waren die Dozenten bemüht.

Um vier durfte man dann eigentlich immer nach Hause gehen.

Ein weiteres Problem war auch, dass die Ärzte selber jede Woche auf einer anderen Station waren und man sich jede Woche neu beweisen musste. Deshalb ist eine gerechte Bewertung auch schwer, einige Ärzte waren desinteressiert und arrogant, andere wiederum sehr nett und bemüht auch mal etwas Lehre zwischendurch zu machen. Dennoch waren auch die Assistenten eher damit beschäftigt, in der einen Woche die ganzen Patienten kennenzulernen.

Ich habe in der ganzen Zeit wirklich wenig gelernt und war schon nach zwei Wochen total frustriert, wenn ich die positiven Berichte von Freunden gehört habe. Ich habe mich echt lange aufs Pj gefreut und dachte, juhu nun bekommt man endlich mal ein Gefühl dafür wie es später als Arzt sein wird, aber ich habe mich teilweise noch schlechter als im Blockpraktikum gefühlt.

Einzige Highlights waren die ZNA und die Sono, da wurde wirklich viel erklärt und man durfte meistens nachschallen und Patienten alleine aufnehmen etc.

Man musste jeden zweiten Freitag anwesend sein und ein riesiges Problem waren die "Stasizustände" bezüglich der Fehltage. Man musste jeden Fehltag in eine Liste eintragen, sich vorher bei den Stationsärzten, bei der Sekretärin, am besten noch beim Oberarzt abmelden und mit den anderen Pjlern absprechen, wer dann an dem Tag an dem man selbr nicht da ist, die Blutentnahmen für einen erledigt.

Ich hoffe sehr, dass sich in diesem doch jungen und modernen Krankenhaus schnell etwas ändert, denn eigentlich könnte es so schön dort sein. Unter diesen Umständen sollte man sich aber sehr gut überlegen, ob man dort wirklich 16 Wochen verbringen möchte, bieten andere Krankenhäuser doch viel mehr an und nehmen die Bezeichnung "Lehrkrankenhaus" tatsächlich ernst.

Bewerbung
6 Monate vorher telefonisch bei Frau Peukert
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Braunülen legen
Röntgenbesprechung
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
4
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
5
Stimmung Klinik
4
Unterricht
3
Betreuung
4
Freizeit
3
Lehre auf Station
3
Insgesamt
4

Durchschnitt 3.73