PJ-Tertial Pädiatrie in Universitaetsklinikum Mainz (7/2013 bis 8/2013)

Station(en)
B1
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Budapest
Kommentar
Vorweg: Das Praktikum auf Station B1 war gut (zu überleben).

Die Station (20 Betten, meist zu 80% belegt) befand sich während meiner Anwesenheit unter der Leitung eines Stationsarztes (1,5 Jahre Berufserfahrung) und einer -ärztin (0,5 Jahre Berufserfahrung). Wenn einer der Ärzte allerdings im Nachtdienst war, musste der jeweils andere die Station alleine führen.
Die B1 ist eine allgemeinpädiatrische Station, mit den Schwerpunkten Kindernephro/-uro, Herz, Auge und HNO. Aber es war quasi alles dort anzutreffen (Infektionserkrankungen, etc.).

Dienstbeginn ist um 8.00, dann heißt es neue Patienten (die über die Nacht aufgenommen wurden) zu sichten. Um 9.00 ist dann Visite mit dem sehr engagierten und an der Lehre interessierten Oberarzt. Von ihm (Spezialgebiet Kindernephrologie) kann man sehr viel lernen. Danach geht es an die Umsetzung der in der Visite besprochenen Anordnungen/Konsilanforderungen etc. Um 13.00 findet eine Besprechung aller Ärzte statt, in der Neuzugäge, Abgänge und Bettenstatus besprochen werden. Darauf folgt die Demonstration der Bildgebung durch die Kollegen der hausinternen Radiologie. Wirklich lehrreich war diese ca. 40 minütige Veranstaltung aber nicht. Meist gehen dann die Assistenzärzte und PJler zusammen essen. Man erhält zu Beginn des Praktikums eine Essenskarte, mit der man vergünstigt in der Mensa bezahlen kann. Diese wird bei PJlern, die die deutsche Regelpartialzeit von 4 Monaten bleiben auch mit 300 Euro insgesamt aufgeladen. Als ausländischer Kurzzeit-PJler (6 Wochen) wurde mir kein Essen spendiert.
Um 16.00 beziehungsweise meist später findet die Spätvisite (ohne Patientenkontakt) mit dem Oberarzt statt. Dienstschluss war selten vor 17.30.

Thema: Studientage
Diesbezüglich wurde mir bereits am ersten Tag mitgeteilt, dass "es soetwas bei uns nicht gibt", da ja "niemand an diesen Tagen wirklich lernt". Gerade für ungarische Studenten, die nach jedem Partial eine mündliche Prüfung erwartet ist das dann sehr hart. Einmal die Woche wurde einem angeboten, um 14.00 schon zu gehen. Ich kam mir allerdings schlecht vor, den Stationsärzten gegenüber, wenn ich diesen verfrühten Dienstschluss wahrnahm. Letztendlich war ich durchschnittlich von 8 bis 17.30 sprich 9,5 Stunden,5 Tage die Woche in der Klinik. Wenn man dann am Wochenende noch lernen soll ist die Work-Life-Balance nicht wirklich ausgeglichen.

Thema: Lehre
Theoretisch findet 1x alle 2 Wochen pädiatriespezifischer Unterricht statt. Für eine Uniklink finde ich das doch sehr dürftig. Theoretisch wäre es möglich gewesen den PJ-Unterricht anderer Fachbereiche zu besuchen. Bei den Visiten habe ich immer am meisten gelernt. Sehr lehrreich waren zudem die Blockpraktika der Mainzer Studenten des 5. Jahres, bei denen man als PJler auch teilnehmen konnte. Zu fachlichem Austausch kam es mit den Stationsärzten praktisch kaum. Von ihnen lernte ich dafür aber die Organisationstechnischen Grundfertigkeiten (v.a. Briefe zu schreiben).

Thema: Kompetenzen
Mitgehen zu Untersuchungen war immer erlaubt und auch vom Oberarzt gewünscht. Zu meinen täglichen Aufgaben gehörte die Aufnahme neuer Patienten am morgen, inklusive ausführlicher Anamnese und körperlicher Untersuchung. Venöse Zugänge legen durfte ich anfangs nur bei unseren älteren Patienten (>15 Jahre) und (wahrscheinlich weil ich mich zu blöd angestellt habe) nur ein einziges Mal bei einem 7-Jährigen am letzten Tag meiner 6 Wochen. Blutabnahmen gehörten ebenfalls zur täglichen Routine. Sehr viel Zeit verbrachte ich mit dem Schreiben von Briefen.
Antibiotika hätte ich grundsätzlich spritzen dürfen, unser Oberarzt meinte aber: Tun Sie nur das, was für Sie lehrreich ist und möglichst wenig Risiko beinhaltet. In Anbetracht der neuerlichen Verurteilung dieses ehemaligen PJlers, der ein Kind versehentlich getötet hat, habe ich diese Aussage sehr geschätzt.

Es besteht immer die Möglichkeit an Diensten (14 bis 9 Uhr) teilzunehmen.

Alles in allem bin ich zufrieden mit den vergangenen 6 Wochen. Ich durfte zwar nicht allzuviel machen und auch die freie Zeit war begrenzt, aber durch das nette Team und den guten Umgang untereinander bin ich fast nie mit schlechte Gefühl in die UNi gefahren - und wenn, dann hat sich das ganz schnell wieder gelegt :)
Wer meine aufgezählten Punkte akzeptiert und damit meint leben zu können, wird eine gute Zeit haben.

PS: Die Gebühren fallen dadurch an, dass ich mich als Student anmelden musste an der Uni Mainz. Dafür war da dann auch das Studententicket für die Öffentlichen inklusive.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Braunülen legen
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Gebühren in EUR
270

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
2
Unterricht
4
Betreuung
3
Freizeit
5
Lehre auf Station
2
Insgesamt
2

Durchschnitt 2.47