PJ-Tertial Anästhesiologie in Helios Klinikum Erfurt (1/2013 bis 2/2013)

Station(en)
FMK-OP, INT3
Einsatzbereiche
Station, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Wien
Kommentar
Ein Tertial vom Feinsten.

Bin aus Österreich (studiere in Wien) und war für 4 Wochen an der Abteilung für ein Kurz-PJ. Bin schwer begeistert von meiner Zeit in Erfurt, die Leute hier sind echt um einen bemüht.

Allgemein: Frau Herrmann (CA-Sekretärin) regelt die Administrativen Aspekte des PJs, und ist sehr nett. Bin am ersten Tag um 07:15h zu ihr ins Büro, von dort aus gehts los: Man bekommt als PJler einen Betreuer/Mentor zugeteilt, bei mir war dass eine Assistenzarzt in fortgeschrittener Weiterbildung, hat mich am ersten Tag vom Sekretariat abeholt, und dann immer darauf gekuckt dass ich wo eingeteilt werde wo es was zu lernen gibt, etc. Vom Spektrum bietet die Abteilung eigentlich die gesamte Anästhesie und Intensivmedizin an, ausgenommen der Kardiointensivmedizin, Transplantation, und Schmerztherapie (macht die Palliativabteilung, für die Anästhesiepatienten macht man natürlich die Schmerzbetreuung selbst).

Lernkurve Anästhesie: Ist supersteil, hab' die ersten drei Wochen im FMK-OP (Familie, Mutter, Kind, also Gyn und Kinderchirurgie) verbracht, wurde dort von Grund auf in das Fach eingeführt. Betreut wurde ich von den zwei Funktions-OA und den Assistenzärten, alle sehr studentenfreundlich und bemüht. Praktische Tätigkeiten wurden mir vorgezeigt und ich durfte danach diese Tätigkeiten unter Aufsicht selbst durchführen. In der ersten Woche fing es bei mir an mit dem Basics: Man macht einige Maskennarkosen damit man die Maskenbeatmung ordentlich drauf hat, und wird dann in die Funktionsweise der Beatmungsmaschine und die wichtigsten Pharmaka eingeführt. Man kriegt dann relativ schnell den Ablauf der Regelnarkose mit, und ich dürfte dann Schritt für Schritt mehr machen. Gegen Ende der drei Wochen ist man dann schon relativ fit mit Narkoseeinleitung, Atemwegssicherung, Beatmung einstellen, und Ausleiten, man führt diese Arbeitsschritte dann selbstständig unter Aufsicht durch.

Lernkurve Intensivmedizin: War die letzte Woche dann dem Spätdienst auf der Intensivstation zugeteilt, obwohl ich nur relativ kurz dort war konnte ich trotzdem was mitnehmen bezüglich skills (arteriellen Kanüle, ZVK,...) und erkundung des intensivmedizinischen Berufsfeldes. die assis führen dort im Dienst die INT, und haben es vom Klinischen her ziemlich drauf ;)

Unterricht: 1x pro Woche (Donnerstag 7:15h) Fortbildung für die gesamte Abteilung, meistens M&M case reports; für PJler 1x pro Woche Extrafortbildung durch die Abteilung, man kann aber auch zu den PJ-Fortbildungen der anderen Abteilungen gehen wenn man will. Hab ehrlichgesagt leider von den Fortbildungen zu wenig Gebrauch gemacht, war leider nur 1x bei der PJler-Fortbildung.

Arbeitsklima: Spitze, hab das so gut eigentlich nur in den USA gesehen. Sowohl im FMK-OP als auch auf der INT wird man von der ganzen Mannschaft sehr freundlich behandelt, und auch untereinander scheinen die Ärzte ein gutes Verhältnis zueinander zu haben. Oberärzte im OP-Saal lösen regelmäßig die Assis zum Frühstück ab. Die Anästhesieschwestern/-pfleger und INT-Schwestern sind auch sehr nett (und kompetent). Zu meiner Zeit waren auch ein paar andere PJler an der Abteilung, da die Abteilung aber recht groß ist habe ich mit ihnen (leider) nur sehr wenig zu tun gehabt. Es gibt aber eine facebook-Gruppe für alle PJler des Klinikums, und man trifft sich so 1x pro Woche abends in einer Bar/Kneipe in der Stadt (zumindest wars so wie ich dort war).

Wohnen & Essen: Hab' für mich und meine Freundin (hat auf der Neurologie im Haus famuliert währenddessen) ein Zimmer im Studentenwohnheim kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Das Wohnheim ist direkt am Spitalsgelände, ich hatte also morgens eine Distanz von 100m zwischen dem Wohnheim und der Eingangstür des FMK-OPs zurückzulegen :)
Das Doppelzimmer war recht groß und zweckmäßig eingerichtet, im Allgemeinen ist das Wohnheim sehr sauber, Gemeinschaftsdusche und -klo sind relativ neu gefliest und werden regelmäßig gesäubert. Parken direkt vorm Wohnheim (sehr angenehm!!!), Kosten für die Monatsparkkarte €20.- Essen ist für die PJler kostenlos in der klinikeigenen Mensa, ganz gut.

Conclusio: Das beste Tertial meines Medizinstudiums. Spitzen Lernkurve mit toller Betreuung durch Mentor/OÄ/Assis, angenehmes Arbeitsklima, die 4 Wochen hätten nicht besser laufen können.
Bewerbung
Bewerbung geht über Frau Herrmann, sie ist die CA-Sekretärin der Klinik für Anäthesie, verwaltet aber auch alle anderen PJ-Bewerbungen für das Helios Klinikum Erfurt. Hab' mich so 8-10 Monate im Voraus beworben, Bewerbung war via e-mail und in toto recht unkompliziert.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Prüfungsvorbereitung
Repetitorien
EKG
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Punktionen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Unterkunft gestellt
Gehalt in EUR
100

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1