PJ-Tertial Innere in UniversitaetsSpital Zuerich (USZ) (8/2012 bis 11/2012)

Station(en)
Rotation
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
TU Muenchen
Kommentar
Ich habe mich wirklich auf die Schweiz gefreut und habe in Zuerich hochmotiviert begonnen. Das ist mir schnell ausgetrieben worden Vorweg: Mich wundert es, dass fast jeder (nicht alle, aber bestimmt 75%) der PJler in Zuerich unzufrieden war und das gemeinsame Credo hiess: "Es ist nicht alles Gold was glaenzt" und NIEMAND von den Unzufriedenen (obwohl soviele) sich die Zeit nimmt, dass hier mal in PJ-ranking zu schreiben. Da entsteht wirklich ein falsches Bild von der Zufriedenheit der PJler in Zuerich. Die Stadt ist sicherlich einen Aufenthalt wert (wenn man das noetige Kleingeld hat, Zuerich ist RICHTIG teuer Bsp: Flasche Becks in einer Bar: 8 Franken, Pizza im Restaurant: 20 Franken, Salatkopf im Supermarkt: 3 Franken).

Aber all das, warum man in die Schweiz geht, ist in Zuerich nicht vorzufinden. Auf dem Grossteil der Stationen wird man entweder komplett ignoriert oder kriegt niedrige Arbeiten zugeteilt. Die Oberaerzte ziehen sich was die Ausbildung angeht komplett aus der Verantwortung. Geteacht wird man so gut wie nie und man ist dankbar, wenn sich mal jemand Zeit nimmt, auch etwas mal gescheit zu erklaeren. Die Assistenzaerzte leiden darunter wohl genauso und werden auch ziemlich alleine gelassen.
Fortbildungen gibt es einen Haufen, aber nichts spezielles fuer Unterassistenten. Dennoch kann man sich so schon die Zeit in Zuerich vertreiben. Schade, dass vor lauter in die Fortbildungen rennen weniger Zeit fuer die Patienten bleibt, die man dann auf Station teilweise nur 5 Minuten am Tag sieht.

Man rotiert in Zuerich nicht nur ueber Bettenstationen, sondern auch ueber die Ambulanzen, d.h es kann sein, dass ihr den Grossteil der Zeit nicht stationaer seid. Und wenn man mal wochenlang in der Angiologie-Ambulanz daneben sass, waehrend die Aerzte hektisch einen Doppler nach dem anderen machen (ohne einen einzubinden), dann ist das schon sehr deprimierend. Auch sonst sind die ambulanten Stationen echt nicht so der Hit, weil man meistens einfach ignoriert wird oder bescheuerte Aufgaben bekommt. Oder stirbt vor Langeweile.

Positiv zu erwaehnen bleibt der Einsatz auf der Notfallstation (nicht jeder kommt dort hin, aber viele), wo man zwei mal 7 Tage eingeteilt wird. Hier lernt man schon viel, aber muss ebenfalls viel Eigeninitiative zeigen.

Wichtig zu erwaehnen scheint mir noch, dass die Zustaendigen der Lehre (also K., D. und B.) sehr mit vorsicht zu geniessen sind. Sie sind nett zu dir solange du nichts von ihnen willst. Aber versuche niemals offiziell einen Dienst mit einem anderen PJler zu tauschen oder gar ausserplanlich frei zu nehmen. Dann zeigen sie ihr wahres Gesicht. Ich persoenlich bin zum Glueck nie gross mit denen aneineandergeraten aber besonders von D. hoert man Horrorgeschichten am laufenden Band. Also wenn du mit ihr aneinandergeraetst, lass dich nicht entmutigen, sie hat schon anderer PJler vor dir zum weinen gebracht.

Alles in allem bis auf wenige Ausnahmen ein sehr enttaeuschendes Tertial. Die schweizer Studenten haben erzaehlt, dass dort niemand freiwillig ins Universitaetsspital geh, sondern lieber in kleine Haeuser. Also wenn ihr in die Schweiz wollt, waehlt besser ein anderes Haus aus. Viel Gutes habe ich zum Beispiel aus Bern und auch Winterthur gehoert.
Bewerbung
2 1/2 Jahr vorher oder kurzrfristig
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Röntgenbesprechung
Patienten untersuchen
Notaufnahme
EKGs
Poliklinik
Botengänge (Nichtärztl.)
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
770

Noten

Stimmung Station
3
Kontakt zur Pflege
4
PJler-Ansehen
4
Stimmung Klinik
4
Unterricht
3
Betreuung
4
Freizeit
2
Lehre auf Station
4
Insgesamt
4

Durchschnitt 3.73