PJ-Tertial Allgemeinmedizin in Praxis (5/2023 bis 9/2023)

Station(en)
Akutsprechstunde, Terminsprechstunde, Hausbesuche
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Kurzfassung: Praxis Dilltal ist eine hervorragende Adresse für alle, die Spaß am ambulanten Arbeiten haben, profunde Einblicke in eine hochwertige und breite Allgemeinmedizin sowie weitere internistische Fachrichtungen haben möchten und die Arbeit in einem familiären, freundlichen Team sehr schätzen!

Die Tertailanmeldung erfolgte über das PJ-Portal, die eigentliche Bewerbung vorher über die Praxismailadresse. Bereits nach einem Tag hatte ich die Zusage, sehr unkomplizierte Kontaktaufnahme und einfache Kommunikation.

Bei der Praxis Dilltal handelt es sich um eine BAG mit dem "Hauptsitz" in Ehringshausen, einem kleinem Ort im nördlichen Lahn-Dill-Kreis, welcher gut an die A45 angeschlossen ist und über einen Bahnhof verfügt. In Herborn-Burg und Burbach gibt es eine allgemeinmedizinische und rheumatheologische Niederlassung, an der ich nicht war, aber eine Rotation dorthin sicher auch möglich sein würde. In Ehringshausen befindet sich neben der über zwei Stockwerke aufgeteilten Allgemeinmedizin (Akutsprechstunde und Terminsprechstunden) eine Substitutionsambulanz. Weitere Schwerpunkte, wie Infektiologie (primär HIV-PreP/PEP, STI, Hepatitis), Physikalische Medizin (Stoßwelle, Manuelle Medizin) sowie ein Pneumologe und Rheumatologen gehören ebenfalls zur Praxis, in die man jederzeit auch rotieren bzw. reinschauen kann. Dies wurde mir aktiv angeboten und ich würde diese Möglichkeit auch unbedingt nutzen, um Einblicke in die niedergelassene Lungenheilkunde (BGAs, Bodyplethysmografie, Allergologie und Schlafmedizin) sowie Rheumatologie (Gelenksono, umfangreiche Laboruntersuchungen etc) zu bekommen.
Die Praxis ist wirklich groß und betreut viele Patienten, auch in Altenheimen und bei Hausbesuchen, wo man auch jederzeit mit kann. Vor allem in der Akutsprechstunde gibt es ein hohes Patientenaufkommen und man sieht das gesamte Spektrum, von einfachen AU's, über chronische Wunden, Infektpatienten bis Notfälle ist wirklich alles dabei. Mit der Zeit durfte ich auch eigenständig Patienten betreuen, diese körperlich Untersuchen und Therapievorschläge machen. Auch in der Terminsprechstunde, wo eher chronische Probleme vordergründig sind und Gesundheitsuntersuchungen durchgeführt werden, konnte man sich einbringen, indem ich die Patienten z.B. mit dem Sono schon mal vorschallen oder KUs machen konnte. Die Betreuung ist sehr eng, man kann ganz niederschwellig jederzeit jeden Fragen, wodurch eine gute Supervision gewährleistet ist. Es arbeiten >10 Ärzte dort und man kann durch die breiten, unterschiedlichen fachlichen Hintergründe der Ärzte sehr davon profitieren. Die Weiterbildungsassistentinnen, zu meiner Zeit drei, haben sich ebenfalls viel um mich gekümmert und gerne Tipps gegeben und Fragen beantwortet. Der Kontakt mit dem MFAs war relativ eng und sehr positiv, gerade auch, weil ich länger dort war (der zweite PJler) als sonst die zahlreichen Blockpraktikanten und Famulanten.
Die Arbeitszeiten sind gemäß den Praxisöffnungszeiten (Mo, Di, Fr 8-18 Uhr, Mi +Fr 8-12 Uhr), Mittags hat man manchmal relativ lange Pause und kann im Sozialraum Kaffee trinken und sein Essen warm machen bzw. was bei den angrenzenden Bäckern und Rewe kaufen. Wer mit dem Auto kommt (empfehlenswert), sollte am besten nicht auf dem Praxisparkplatz parken, sondern auf dem 2-3min fußläufig entfernten Mitarbeiterparkplatzes des angrenzenden KAV Krankenhauses (Belegkrankenhaus Innere & Chirurgie), da dieser fast immer voll ist und von der Physio, Apotheke und Sanitätshaus im selbigen Gebäude auch benutzt wird.
Oberteile (graue Poloshirts) wurden mir gestellt, aber mussten erst bestellt und geliefert werden, was bisschen gedauert hatte. Weiße Hosen sollte man selbst mitbringen. Wenn man aber in der ersten Woche noch nicht gänzlich "dem Look" entspricht, ist das auch kein Problem und wird nicht so streng gesehen.
Die Praxis zahlt kein Gehalt, daher würde ich mich VORHER um eine KV Förderung bemühen (595 EUR/Monat), die an sich relativ unkompliziert gewährt wird.
Inhaltlich kann man sich recht frei aussuchen, bei wem man in die Sprechstunde mit möchte oder lieber auf Hausbesuche oder mal in die Lungenfunktion geht. Empfehlenswert wäre es, sich zum Anfang ein bis zwei feste Ansprechpartner zu suchen, mit denen man Organisatorisches klären und im Verlauf den eigenen Lernfortschritt besprechen kann. Fortbildungen gibt es keine, allerdings kann man, wie oben bereits erwähnt, jeden Arzt oder Ärztin einfach etwas fragen.

Das Tertial in der Allgemeinmedizin dort hat mir wirklich Spaß gemacht und ich habe mich persönlich entwickeln können, insbesondere während und durch das selbstständige Arbeiten. Darauf würde ich auch Wertlegen und sich dementsprechend einbringen, weil man so meiner Meinung am meisten lernen kann. Dies wird auch seitens der Praxis sehr geschätzt.
Auch als Wahlfach finde ich die Allgemeinmedizin ein schönes Fach, da man quasi aus dem Stand für die Patienten, die mit den verschiedensten Anliegen um Rat suchen, "sofort" eine Lösung finden muss und sich die ambulante Arbeit auch stark von der im stationären Setting unterscheidet und man so einen anderen Blick auf das Gesundheitssystem gewinnt. In den letzten Jahren hat dieses Fach im Studium in meinen Augen auch die meiste Aufwertung erfahren und egal was man später man machen möchte, man wird von den allgemeinmedizinischen Einblicken profitieren können.
Bewerbung
Bei mir einige Monate im Voraus, aber auch sehr spontan möglich.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
EKG
Fallbesprechung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Braunülen legen
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
595 (KV Hessen)

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.13