PJ-Tertial Kinderchirurgie in Hospital das Clinicas da Faculdade de Medicina de Botucatu (1/2023 bis 3/2023)

Station(en)
Kinderchirurgie
Einsatzbereiche
Station, OP, Diagnostik, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Jena
Kommentar
Als ich mit dem Praktischen Jahr angefangen habe, war mir klar, dass ich einen Teil davon im Ausland absolvieren
möchte. Am besten irgendwo wo man nicht nur Medizin, sondern auch neue
Kultur kennlernt. Meine Entscheidung fiel auf Brasilien, weil ich mich immer für dieses Land
interessierte und und, weil die Kommunikation und die Bewerbung bei UNSEP
Hospital – Botucatu ganz problemlos per E-Mail liefen.

Die Bewerbung:
Ich schrieb ich im August 2022 dem Herrn- Rômulo eine E-mail, ein ganz netter Mitarbeiter des internationalen Büros in UNSEP Hospital - und habe meinen Wunsch bezüglich Chirurgie geäußert. Kurze Zeit danach bekam ich eine Rückmeldung und ich sollte ein Paar Dokumente z.B
Lebenslauf, Notenspiegel usw. schicken. Es lief alles problemlos und habe
meine Zusage für die 2 Monate auf der Kinderchirurgie bekommen.
Anreise:
Ich bin mit einem Kumpel aus dem Studium von Frankfurt direkt nach Sao
Paulo geflogen und von dort sind wir weiter mit dem Bus nach Botucatu
gefahren, die Fahrt mit dem Bus war ziemlich angenehm und dauerte ungefähr
3 Stunden.
Die Unterkunft:
Herr Romulo hat mir die Kontaktnummer von Frau Agnes gegeben. Sie vermietet
Ferienhäusern und WG-Zimmer sowohl an Studenten in Botucatu als auch an
internationale Studierende. Ich habe ein Zimmer von ihr in einer 4-WG
gemietet und habe dort mit einer anderen Studentin aus Deutschland, einem
Student aus Kolumbien und einem aus Brasilien gewohnt. Die WG war ziemlich
groß, sauber und in der Nähe einer Bushaltstelle. Der Kontakt mit Frau
Agnes lief über und sie war immer eine direkte Ansprechpartnerin für meine Fragen auch vor der
Anreise.
Das Krankenhaus:
Mir war bewusst, dass die medizinischen Ressourcen in Brasilien viel weniger
als in Deutschland sind und dass das Gesundheitssystem dort auch anders
aufgebaut ist. Aber ich war sehr positiv überrascht von dem UNSEP Hospital in
Botucatu. Das Krankenhaus verfügt über viele neue Geräte und die
medizinische Ausstattung der OP-Sälen war ziemlich gut. Das Krankenhaus gilt
auch als Maximaler Versorger der Region und deswegen sind viele Patienten
von weiten Ecken gereist, um dort sich behandeln zu lassen.

An meinem ersten Tag wurde ich sehr herzlich von den Mitarbeitern des
internationalen Büros empfangen und ich bekam eine Essenkarte für das kostenlose
Mittagsessen in der Mensa, danach ging es zum kurzen Gespräch mit der Frau.
Dr. Silke Weber- Krankenhaus Direktorin und die Chefärztin der HNO und
Kopf/Hals Chirurgie. Alles war sehr organisiert und ich hatte einen
reibungslosen Start.
Kinderchirurgie:
Das Team war sehr nett, alle waren unglaublich freundlich und wollten mir
viele Sachen zeigen und erklären, obwohl dass ich kein Portugiesisch
konnte und mit ihnen nur auf Englisch kommuniziert habe. Die Fälle die man
dort gesehen hat waren zum Teil sehr exotisch. Vor allem, was
Infektionskrankheiten und Fehlbildungen der kleinen Kinder angeht.
Der theoretische Lerneffekt war größer als der praktische aber ich durfte
trotzdem oft bei den OPs assistieren und Nähen. Darüber hinaus hatte ich den Eindruck man liegt großen Wert auf körperliche Untersuchung und Anamnese und es worden viel Weniger Blutabnahmen oder CT-Bilder im Vergleich zu Deutschland gemacht.

Eine der bemerkenswertesten Erfahrungen während meines PJ in Botucatu war die Vielfalt der

medizinischen Fälle, mit denen ich konfrontiert wurde. Das Krankenhaus war ein

Referenzzentrum für komplexe medizinische Behandlungen, was mir die Möglichkeit gab, mein

Wissen und meine Fähigkeiten in verschiedenen Fachbereichen zu erweitern.


Die Sprache:
im UNESP darf man sich auch ohne portugiesische Kenntnisse bewerben. Aber
es ist von Vorteil, wenn man mindestens A2/B2 Niveau hat, dann darf
man automatisch mehr Aufgaben übernehmen. Mit den Ärzten bin ich gut auf
Englisch klargekommen, allerdings war die Kommunikation mit den Patienten sehr schwierig ohne Portugiesisch. Zum Glück gab es immer nette brasilianische
Studenten, die sich bereitgestellt haben, mir die Gespräche zu übersetzen.

Krankenversicherung:
Ich habe mir eine Versicherung bei meiner Bank geholt (Apo Bank) aber man
bekommt sowohl bei Harmannbund als auch bei Marburger Bund kostenlose
Versicherungen.

Botucatu und die Sicherheit:
Botucatu ist eine kleine Stadt (zu brasilianischen Verhältnissen) mit 140
Tausend Menschen und vielen Studenten. Je nachdem wo man wohnt, kann
man ins Zentrum/ in die Supermärkte zu Fuß gehen aber ins Krankenhaus
braucht man immer mit dem Bus oder dem Uber zu fahren, weil es ein bisschen
außerhalb liegt. Vor meine Reise nach Brasilien habe ich von vielen gehört, wie
gefährlich das Leben dort ist und, dass man vor allem als Frau nicht allein auf
der Straße abends laufen sollte. Ich persönlich hatte eine gute Erfahrung
in Botucatu. Ich habe mich nie unsicher gefühlt und bin täglich mit dem Bus
früh in die Arbeit und nachmittags nach Hause gefahren. Natürlich in großen
Städten wie Sao Paulo oder Rio kann viel mehr passieren als in Botucatu und
deswegen muss man vorsichtiger sein, aber das war auch eins der Gründe
warum ich nicht in einer Metropole mein Pj machen wollte.

Freizeit
Die Stadt liegt in einer wunderschönen natürlichen Umgebung mit üppigen Wasserfällen und Flüssen, was sich perfekt für Outdoor-Aktivitäten eignete. Ich hatte die Gelegenheit, Wanderungen in den umliegenden Bergen zu unternehmen und die atemberaubende Landschaft zu genießen. Außerdem organisierte die

medizinische Fakultät regelmäßig kulturelle Veranstaltungen und Ausflüge, bei denen ich die brasilianische Kultur, das Essen und die Musik besser kennenlernen konnte.



Abschließend kann ich sagen, dass mein praktisches Jahr in Botucatu, Brasilien, eine unvergessliche Erfahrung war. Ich habe nicht nur meine medizinischen Fähigkeiten verbessert, sondern auch neue Freundschaften geschlossen und mich kulturell bereichert gefühlt. Die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen in Brasilien haben meinen Aufenthalt noch angenehmer gemacht.




Romulo Francisco Bicudo da Silva

romulo.bicudo@unesp.br
Uniklinik Internetseite: https://www.fmb.unesp.br
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
Sonst. Fortbildung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Chirurgische Wundversorgung
Mitoperieren
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
-
Gebühren in EUR
-

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
2
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.33