PJ-Tertial Chirurgie in Universitaetsklinikum Regensburg (9/2021 bis 12/2021)

Station(en)
56, 48, 54/55
Einsatzbereiche
OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Regensburg
Kommentar
Ich habe mein komplettes chirurgisches Tertial am UKR verbracht. Dabei bin ich über zwei viszeralchirurgische Stationen sowie die Unfallchirurgie und die plastische Chirurgie rotiert. Die Einteilung lief über Frau Prof. Hackl, die alle Wünsche erfüllt hat. Normalerweise geht es noch per Rotation in die Gefäßchirurgie. Die hatte ich mir aber wegen der gruseligen Storys weggewünscht. In der Summe lässt sich sagen, dass der Schwerpunkt, wie auch wahrscheinlich fast überall, auf dem Blutentnehmen, Braunülenlegen und Hakenhalten lag. Die verschiedenen Abteilungen unterschieden sich aber doch deutlich. Donnerstags gab es ein PJ-Seminar. Dieses wurde wöchentlich von einer anderen chirurgischen Disziplin gehalten. Meist hatte man aber keine Zeit dafür oder es fiel ganz aus. Die OPs in der Viszeralchirurgie waren meist ziemlich lang, oft 5-6 oder mehr Stunden, die in der Unfallchirurgie meist recht kurz. In der PHW war es eine angenehme Mischung. Nach Absprache kann man auch gut Dienste mitmachen. Erstens waren die interessant und zweitens konnte man so auch Fehltage nachholen. Rechtzeitig angemeldete Urlaubstage wurden allerdings, jedenfalls bei mir, überhaupt nicht aufgeschrieben. Wer wollte, konnte so seine Urlaubstage im PJ maximieren.

Erste zwei Monate: "Darm"-Station 56 und Privatstation 48 – Gesamtnote 2
Der Tag lief folgendermaßen ab: Treffpunkt 7:00 auf Station (einmal pro Woche auch im Seminarraum für Journal Club oder Fortbildung), dann eine schnelle, recht unpersönliche Visite in großer Gruppe, zu der auf Station 56 nach und nach auch Oberärzte erschienen. Hin und wieder wurde die Visite auf Station 48 auch vom Chef geleitet, OÄ Prof. Hackl war jedoch fast immer da. Dann ging es von 7:30 bis circa 8:15 in die Frühbesprechung, in der viele Fälle besprochen wurden, für mich ein spannender Teil des Tages. Danach ging es je nach PJler-Dichte verschieden zu: Es gab Zeiten, an denen war ich der einzige PJler aller drei chirurgischen Stationen. Dies resultierte vor allem an Montagen in stundenlangem Blutabnehmen und Braunülenlegen. Das war ganz schön beschissen. In voller Besetzung von 2-3 PJlern/Famulanten pro Station, was eher der Fall war, war die Arbeitsaufteilung die folgende: Gemeinsames Blutabnehmen, dann geht einer in den OP zum Hakenhalten, ein weiterer nimmt das Telefon und wird vor allem bei Arbeit auf Station „freundlich“ von der Pflege oder für weitere OPs angerufen. Diese Aufteilung war von den Ärzten so gewünscht. Bei Überbesetzung an PJlern konnte man sich durch Absprachen auch locker mal ab Mittag oder ganze Tage freinehmen. Bis auf den PJler im OP, war für alle anderen nach den Blutentnahmen nicht mehr viel zu tun. Je nach Initiative hatte man dann Zeit sich an Ärzte zu hängen und sich was zeigen zu lassen. Das variierte von Konsilen über Sprechstunden bis zum Ambulanz-OP. Wenn man nicht selbst Feierabend machte, wurde man frühestens ab 3 oder 4, manchmal aber erst später heimgeschickt. Ab 4 ist der dritte Dienst für die Nacht da, der sich dann um die PJler-Jobs kümmert. Ab 4 gibt es also, außer bei sehr vollem OP-Plan, keinen Grund mehr PJler dazubehalten.
In Summe für mich ein interessanter Abschnitt, während dem ich viel gesehen habe. Die Ärzte waren oft überarbeitet, die meisten aber respektvoll und freundlich zur PJlerschaft. Vor allem der Lerneffekt, aber auch die Zeit in der Klinik, ist in der Viszeralchirurgie stark von der eigenen Initiative abhängig.

Dritter Monat: Unfallchirurgie – Gesamtnote 3
Hier wurde sich direkt 7:30 zur Frühbesprechung getroffen. Einmal pro Woche gab es auch Journal Club oder Fortbildung um 7:00. Im Grunde sonst ähnlich zur Viszeralchirurgie. Blutentnahmen, einer in den OP, ein anderer nimmt das Telefon. Allgemein ein freundliches Team und größtenteils freundliche Oberärzte. Leider gab es Ausnahmen, vor allem oberärztlicher Seite, die teilweise sehr respektlos zu PJlern (und weiteren „Untergebenen“) waren. Das war echt unnötig und machte den OP in diesen Fällen zu einem sehr unangenehmen Ort. Ein Höhepunkt war vor allem der Ambulanz-OP. Kleine OPs, bei denen man gut assistieren und mitoperieren konnte.

Vierter Monat: plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie – Gesamtnote 1
Ein kleine, aber großartige Abteilung. Ganz anderes Feeling als auf den anderen Stationen. Um 7:30 ging es mit der Besprechung los. Meist auch einmal pro Woche Fortbildung um 7:00. Wir waren während dieser 4 Wochen zu dritt, also teilweise sogar in der Überzahl zu den Assistenzärzten. Aufgrund dieser Überbesetzung teilten wir uns abwechselnd auf in OP, Station und Ambulanz. Der OP-PJler begleitete dabei den OP-Assistenten den Tag über. Das war teilweise bisschen doof, da es hier kein Telefon gab und man so immer wieder gucken musste, wann die nächste OP losgeht. Der Stations-PJler nahm bei den paar PHW-Patienten auf Station Blut ab und konnte dann, je nach Motivation, den unfallchirurgischen PJlern helfen. PHW und UCH teilen sich eine Doppelstation. Somit konnte man meist gegen 10 Uhr Feierabend machen, da die Pflege für alle weiteren Angelegenheiten nur die UCH-PJler anrufen konnte. Der Ambulanz-PJler konnte eine der vielen Sprechstunden besuchen oder vor allem im Ambulanz-OP helfen. Auch hier war der echt ein Höhepunkt, da man viel selbst machen durfte. In der Summe eine richtig freundliche Abteilung. Ich habe kein unfreundliches Wort gehört und jeder hat jeden gut behandelt. Nach den vergangenen 3 Monaten ein Novum. Dazu kam noch, dass die Fälle und die OPs in der PHW sehr spannend waren.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Repetitorien
Tätigkeiten
EKGs
Botengänge (Nichtärztl.)
Poliklinik
Braunülen legen
Rehas anmelden
Patienten untersuchen
Briefe schreiben
Mitoperieren
Untersuchungen anmelden
Blut abnehmen
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
500

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
2
Unterricht
5
Betreuung
4
Freizeit
2
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.47