PJ-Tertial Augenheilkunde in Universitaetsklinikum Marburg (5/2021 bis 9/2021)

Station(en)
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Einsatzbereiche
Station, Diagnostik, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP
Heimatuni
Marburg
Kommentar
Alles in allem ein tolles Tertial, gerade wenn man sich überlegt, Augenheiliunde zu machen. Man wird gut an das Fach herangeführt und arbeitet bereits sehr früh sehr eigenständig. Hat mich in meinem Vorhaben, Augenheilkunde zu machen, nur bestärkt und würde es jedem empfehlen.

Arbeitsbeginn war Mo Mi und Fr um 7:50 Uhr, Di und Do aufgrund einer Frühfortbildung bereits um 7:30 Uhr. Zunächst berichtete der Nachtdienst, dann erfolgte die Einteilung der Ärzte und PJler (Station, Poliklinik, UvO (Untersuchung vor Operation) oder OP). Mit Prof. Schulze, eurem Ansprechpartner, der sich wirklich sehr gut um die PJler kümmert und an den ich mich mit Fragen immer wenden konnte, war am Anfang des Tertials besprochen worden, dass man zunächst 4 Wochen auf Station, dann 4 Wochen in der Poliklinik und zuletzt 2-3 Wochen im OP eingeteilt ist. Die ausstehenden Wochen wurde man dann als "Joker" da eingesetzt, wo man gerade gebraucht wurde.

Station:
Auf Station, die sich mit den MKG'lern geteilt wird, sind zumeist 2 Assisstenzärzte eingesetzt. Begonnen wird der Tag mit den Entlassungen, die sich jeder Assisstenzarzt einmal anschaut und dann dem Oberarzt vorstellt. Man selber kommt gerade da nicht so wirklich zum Zug, da hier alles sehr schnell gehen muss (Patienten kommen bereits früh aus dem OP und brauchen das Bett). Sind erstmal alle Entlassungen erledigt, entspannt es sich und man wird von den super geduldigen und lieben Assisstenzärzten in die Spaltlampe eingearbeitet, kann Patienten dann auch selber untersuchen und den Befund (unter Aufsicht) dokumentieren. Die 4 Wochen auf Station dienen also eher dazu, sich mit der Spaltlampe als Hauptuntersuchungsgerät der Augenheilkunde anzufreunden, den Visus aufzunehmen und mittels Goldmann-Applanation den Augeninnendruck zu messen.

Poliklinik
Die darauffolgenden 4 Wochen war ich auf der Poliklinik. Hier wird man so ein bisschen ins kalte Wasser geschmissen. Nach der Station, wo immer ein Assisstenzarzt an deiner Seite steht und dir über die Schulter schaut, bekommt man hier ein Zimmer zugeteilt und ist erstmal auf sich allein gestellt. Dann arbeitet man im Grunde wie ein Assisstenzarzt (natürlich in wesentlich geringerem Tempo). Man ruft Patienten auf, untersucht sie vor, macht entsprechende Diagnostik (OCT, Sono, Pentacam etc.) und stellt sie dann einem Oberarzt oder Facharzt vor (wenn man denn mal einen an die Angel kriegt, dass kann mitunter sehr mühsam sein ;-)). Gerade in der ersten Woche musste ich mich da echt durchkämpfen und mich rumfragen, die Ärzte waren jedoch alle hilfsbereit und meistens auch sehr geduldig, einem alles zu erklären. Ab der zweiten Woche hat man dann ein Gefühl für die Poliklinik entwickelt und konnte sehr gut eigenständig arbeiten, natürlich immer bei Fragen sich an jemanden wenden. In der Poliklinik hat man sicherlich den größten Wissenszuwachs. Man kann sein Arbeitstempo selber einteilen und sich Zeit für die Untersuchungen am Patienten nehmen, kann auch mal was nachlesen und bei der Oberarztvorstellung Fragen stellen. Zwischendurch kann es auch ma vorkommen, dass man in der UvO eingeteilt wird. Hier untersucht man Patienten vor, die zumeist schon einmal in der Poliklinik vorstellig waren und nun nochmals vor der Operation vom Oberarzt gesehen und aufgeklärt werden müssen.

OP
Im OP ist man nur zum zuschauen. Eine Assisstenz wird in der Augenheilkunde nicht benötigt. Stattdessen kann man die OPs auf Bildschirmen oder an der Seite des Operateurs durch das Mikroskop beobachten. Man kann fragen stellen und wird, je nach Operateur, auch ein bischen abgefragt. Wenn man was nicht weiß, ist das natürlich kein Drama. Hier hat man sehr schnell viele Operationen gesehen (eine Katarakt-OP dauert mitunter 10-15 Minuten, die längsten OPs meist nicht länger als 1 Stunde), so dass es sehr schnell doch eher monoton wird.

Sonstiges
Das Team ist sehr nett und hilfsbereit. Generell wird man als PJler gewertschätzt und respektiert. Gerade zum Ende hin, wenn man als "Joker" auch mal eine Privatsprechstunde oder die Poliklinik oder Station für 2 Stunden alleine übernimmt, was natrürlich auch zu großem Wissenszuwachs führt.
Unterricht gab es leider keinen. Das fand ich sehr schade, ich weiß leider auch nicht ob das nur an Corona lag oder generell nicht stattfindet.
Schluss war meist zwischen 15:30 und 16 Uhr, selten war man auch mal bis 16:30 da (gerade wenns in der Poliklinik mal voller war). Mittagessen in der Mensa war jederzeit möglich (man bekommt am Anfang des Tertials 250 Euro (oder so ähnlich) auf seine Mensakarte gutgeschrieben).
Man kann am Anfang des Tertials eine Parkkrarte beantragen, um kostenlos vor dem Krankenhaus parken zu können. Kleidung wird gestellt (NUR Hosen + Kittel, keine Oberteile...), auch einen Spind in der Personalabteilung kann man beantragen.

Zusammenfasssend kann ich ein Tertial in der Augenheilkunde am UKGM sehr empfehlen, vor allem wenn man sich überlegt, später auch Augenheilkunde zu machen. Man lernt viel und arbeitet sehr selbstständig. Ich hatte eine super Zeit und war doch sehr traurig, als es vorbei war.
Bewerbung
PJ-Portal
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
Patientenvorstellung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Patienten aufnehmen
Poliklinik
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
400

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.27