PJ-Tertial Chirurgie in Buergerspital Solothurn (5/2020 bis 8/2020)

Station(en)
Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Orthopädie
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Meine Entscheidung hier mein Chirurgie-Quartal zu absolvieren sollte nicht bereut werden! (Ganz besonders, da ich im Vorfeld eigentlich null Bock auf Chirurgie hatte.)
Die gesamte Zeit soll zu gleichen Teilen aus Einsatz in der Chirurgie (Station und OP), in der Orthopädie (Station, OP, Poliklinik) und auf dem Notfall bestehen. Da die Organisation der Unterassistenten/UHUs (so heißen die PJler in der Schweiz) aber durch die Unterassistenten selbst geschieht, kann man sich evtl. auch so mit jemandem absprechen, dass man mehr Zeit auf dem Notfall oder mehr in der Poliklinik oder mehr im OP oder whatever verbringt.
Wer wirklich Chirurgie-interessiert ist, sollte hier vielleicht allerdings nicht hingehen, da man zumindest was den OP angeht als UHU nicht sooo viel mitnehmen kann. Mehr als Haken halten und nähen habe ich hier nicht erlebt, aber ich habe mich ehrlicherweise auch nicht sonderlich drum gerissen. Definitiv empfehlenswert ist aber die Zeit auf dem Notfall! Hier kann man je nach Assistenzarzt fast vollkommen selbstständig Patienten betreuen und anschließend mit dem zuständigen Assi oder gleich mit dem Oberarzt besprechen.
Zu diesen drei Rotationen kommen noch 7-14 Tage Pikettdienst (Bereitschaftsdienst), in denen man 24 h auf seinem Telefon erreichbar sein muss für den OP. Diese und auch die Wochenenddienste werden vom für den Dienstplan zuständigen UHU fair auf alle in der Chirurgie arbeitenden UHUs aufgeteilt. Insgesamt arbeitet man also schon mehr, als man es vielleicht in Deutschland tun würde, dafür lernt man aber auch 1000mal mehr! Es lohnt sich also!
Dank Corona konnte ich leider keine Fortbildungs- oder Lehrveranstaltungen wahrnehmen; normalerweise finden diese aber schon dort statt. Ansonsten: Kleidung wird gestellt, Badge und Zugang zum Spitalsystem werden rechtzeitig ausgehändigt, Essen ist für Mitarbeiter vergünstigt, für deutsche Verhältnisse aber natürlich trotzdem noch teuer. Das Gehalt ist mit 1700 CHF natürlich haushoch über dem deutschen PJ-Einkommen, aber auch für Schweizer-UHU-Verhältnisse ist das viel. Die Unterkunft, die super schön und modern ist (!), kostet außerdem nur 288 CHF pro Monat plus eine einmalige Reinigungspauschale von 100 CHF. Das Gehalt gibt es immer am 25. des Monats in bar, sodass man sich kein Schweizer Bankkonto zulegen muss, was auch sehr praktisch ist.
Am Ende kann man sich für die Anerkennung des Tertials/Quartals ein entsprechendes Formular von der Uni Bern vom zuständigen Arzt unterschreiben lassen und dann an die Uni Bern schicken. Die füllt einem dann die Äquivalenzbescheinigung gegen 50 CHF aus, welche man dann einfach an sein LPA schickt. Die wollen dann natürlich auch noch mal etwas Kohle, aber erkennen das dann eigentlich problemlos an. (Hier gegebenenfalls noch mal Rücksprache mit seinem LPA halten.)
Fazit: Super schöne Zeit gehabt mit netten Kollegen und tollen Mit-UHUs in einer ganz entzückenden Stadt in einem wunderschönen Land!
Bewerbung
Eineinhalb Jahre im Voraus
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Poliklinik
Röntgenbesprechung
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Briefe schreiben
Patienten aufnehmen
Notaufnahme
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
1700 CHF
Gebühren in EUR
288 CHF

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.2