PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Elisabeth Klinik (5/2015 bis 9/2015)

Station(en)
Allgemein-/Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie/Orthopädie
Einsatzbereiche
OP, Notaufnahme, Station
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Kleines Krankenhaus mit 2-3 Stationen im chirurgischen Bereich: Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie.
Im Ganzen ein entspanntes Tertial ohne großes Lernfaktor.
6 PJ für 2 Stationen mit je 10-14 Patienten, dazu 2-3 Assistenzärzte.
Viszeralchirurgie:
1 Oberärztin (der andere Oberarzt kündigte kurz zuvor) und einem Chef.
Kittel sind selten in irgendeiner passenden Größe vorhanden. Auch auf Nachfrage und Kommunikation mit Krankenhaus war Ihnen es ziemlich egal, ob ein höherer Bedarf an Kittels besteht oder nicht. Meist musste man sich als Mann mit großen Frauenkittel und Frauen mit kleinen Männerkitteln eindecken. Ärzte haben personalisierte Kittel und fallen aus dem Schema raus, nehmen sich aber (wenn mal was vorhanden war) von dem Bestand, wodurch dieser weiter schrumpfte.
Betreuung war ziemlich mau. Nach morgendlicher Rö-Besprechung auf Station. 2-3 Blutentnahmen für 3 Pj (ja wir waren drei PJ auf einer kleinen Station). Anschließend Visite. Danach meist Rettungsstelle oder einwenig Rumsitzen. Selten in den OP. Hier operiert der Chefarzt primär mit Oberärztin. Weitere Assistenz wird durch die Assistenzärzte aufgefüllt. Laparoskopische Eingriffe sind absolutes Tabu für PJler auch bei Nachfrage und offen-chir. war man 4-5 mal in 8 Wochen im OP für je eine OP.
Der Chef ist sehr konservativ. Seine Begrüßung auf einer sehr verwirrenden und unstrukturierten Veranstaltung zur Darmchirurgie wurde mit den Worten begonnen, dass er uns zwar noch nicht kenne seine Sorge aber sei, dass wir in einem Jahr an Patienten hantieren würde. Mit so einer Einstellung kann man schon seine Erwartung an die Allgemeinchirurgie deutlich herunterschrauben. Besser wurde es nicht. Assistenzärzte sind zwar sehr nett, aber werden auch nur für Stationsarbeit verfeuert. Vertrauen wird keinem so richtig entgegen gebracht, weshalb die Lernschritte auch für beginnende Ärzte sicherlich sehr klein sind.
Im Ganzen kann man sich auf die Allgemeinchirurgie begeben, wenn man viel entspannen will und bloß nicht zu viele Einblicke in die Chirurgie erhalten. Leider war dies nicht mein Anspruch.

Die Unfallchirurgie/Orthopädie ist deutlich angenehmer. Hier wird man sowohl stärker in die Visite und den OP einbezogen. Neben einem Chefarzt sind hier auch 2 Oberärzte aktiv gewesen. Lehre und Erklärungen von Pathologien und Vorgehen stehen im Vordergrund. Regelmäßige Visiten und eigene Patienten erhält man ebenfalls zur Betreuung. Da eine PJlerin das PJ noch splittet, waren wir auf der Unfallchirurgie nun zu zweit. Dadurch einwenig mehr Aufgaben und 2-3/Woche für ca. 2-3 OPs auch im Saal stehend. Nähen ist möglich und auch mal eine Platte festschrauben. Stimmung im OP ist in Ordnung. Wobei hier oft auch externe Operieren. Der Fußchirurg hat seine Eigenart, die anderen Externen sehr angenehm, zeigen einem viel und überlassen einem auch einige Aufgaben. Hier hat man sich gebraucht gefühlt und dadurch deutlich hinzugelernt. Leider war ich hier nur für 6 Wochen (Urlaub). Im Nachhinein hätte ich es gerne andersherum absolviert.

Von der plastischen Chirurgie habe ich dagegen nur Gutes gehört. Anstrengendes und hartes Arbeitsklima, aber man wird als Pjler gebraucht. Einmal im OP ausgeholfen, dabei vermutlich mehr genäht als in jeder anderen OP.
Bewerbung
regulär
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Röntgenbesprechung
Untersuchungen anmelden
Blut abnehmen
Braunülen legen
Botengänge (Nichtärztl.)
Mitoperieren
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger

Noten

Team/Station
3
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
5
Unterricht
4
Betreuung
4
Freizeit
2
Station / Einrichtung
4
Gesamtnote
4

Durchschnitt 3.87