PJ-Tertial Neurologie in Friedrich-Baur-Institut (4/2013 bis 7/2013)

Station(en)
Friedrich-Baur-Institut Station
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
LMU Muenchen
Kommentar
Morgens hab ich zwischen 8 und halb 9 angefangen, meistens ging es abends bis zwischen 17 und 18 Uhr, das lag am jeweiligen Oberarzt des Monats. Im FBI ist es nämlich so, dass jeden Tag ein Oberarzt (jeweils für einen Monat), eigentlich immer nachmittags zwischen halb 3 und 4 kommt und nochmal alle neu augenommenen Patienten vorgestellt wird. Das kann insgesamt 1 h dauern, aber je nach Oberarzt auch mal 3 (und das dann den ganzen Monat). Oft schafft man die Kurvenvisite nicht vor der Oberarztvisite und muss die dann noch danach machen.
Ansonsten sind vormittags die Aufnahmen, Blutabnahmen und viele Nadeln legen, weil viele Patienten alle 3-8 Wochen kommen und ihre Immunglobuline bekommen. Das war bei den meisten Patienten alles andere als leicht, weil die fast alle muskelatroph waren. Jeden Tag 5-10 Nadel legen war schon echt nervig. Ich habe jeden Tag einen Patienten aufgenommen und musste ihn dann auch dem Oberarzt vorstellen, Untersuchungen anmelden etc. und den Brief schreiben. Das war immer eine sehr gute Übung, man hatte das Gefühl, man ist auch zu was nutze und kann Arbeit abnehmen und hat auch was gelernt.
Jeden Tag waren meist zwischen 3 und 5 Aufnahmen. Die Station hat nur glaub ich ca. 15 stationäre Betten und dann kommen 3x die Woche noch 2 ambulante M.Pompe-Patienten, die nur eine Nadel bekommen. Insgesamt ist die Station sowohl pflegerisch als auch von ärztlicher Seite aus sehr gut besetzt. Grade die Pflege braucht sich wirklich NIEMALS über Stress zu beschweren. Was natürlich gut ist, denn eigentlich sollte es überall so sein. Ansonsten war der Kontakt zur Pflege recht gut, was aber wohl auch daran lag, dass ich eigentlich immer sofort alles gemacht habe (meistens die xte Nadel legen),bzw. es schon vorher gemacht habe, was sie wollten.
Mittagessen war ich immer zusammen mit den Ärzten, meist außerhalb, weil das Essen in der Ziemssenstraße meistens wirklich unter aller Sau ist. Gestellt bekommt man natürlich nichts. Kleidung konnte ich mir jederzeit holen. Auf Station war ich auch die einzige, die eine Arbeitshose anhatte...
Leider ist das Patientenbild sehr eingeschränkt, d.h. es kommen eben nur Neuromuskuläre Erkrankungen, und davon auch welche, die es insgesamt so selten gibt, dass man sie sein Lebtag wahrscheinlich nie wieder sehen wird, und viele sterbenskranke ALS-Patienten. Man lernt wirklich sehr gut und ausführlich neurologisch zu untersuchen und darf auch einige Lumbalpunktionen selber machen.
Unterricht ist im gesamten Plan leider überhaupt nicht vorgesehen. Ich hatte das Glück, dass das Ärzteteam (das wechselt aber doch dann ca. 1/Jahr) echt super war und einer der Ärzte sich ein paar Mal die Woche Zeit genommen hat mit mir eine Fallsimulation durchzugehen. Also im Grunde hatte ich meinen Unterricht, aber man muss eben drauf pochen.
Insgesamt kann ich das FBI nur empfehlen, man hat dann eben nur die anderen Krankheitsbilder nie als selbstgesehen im Kopf. Besser wäre es, wenn man die Hälfte im FBI und die andere Hälfte in GH machen könnte, wo es doch die gleiche Klinik mit gleicher Chefärztin ist. Vielleicht kommt in naher Zukunft ja da mal eine Änderung. Ansonsten kann man sehr selbstständig arbeiten, bekommt Aufgaben übertragen und lernt gut das Untersuchen. Wertschätzung für meine Aufgabe und Person war auf jeden Fall auch da, was doch deutlich zur gesamten Erträglichkeit beigetragen hat, ganz im Gegensatz zu so manchem chirurgischen Tertial... Ansonsten ist man danach auf jeden Fall die Meisterin des Nadellegens. Wer schon mal einem Duchenne-Patienten eine Nadel gelegt hat, weiß wovon ich spreche.
Bewerbung
War mein 2.Wunsch, aber man kommt auf jeden Fall hin, wenn man es als 1.Wunsch angibt.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Braunülen legen
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Punktionen
EKGs
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
2
Unterricht
6
Betreuung
1
Freizeit
3
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.2