PJ-Tertial Anästhesiologie in Klinikum Ingolstadt (12/2010 bis 4/2011)

Station(en)
Zentral-OP, Intensiv 49A, Palliativstation 86
Einsatzbereiche
Station, OP
Heimatuni
LMU Muenchen
Kommentar
Bin aus niederen Motiven (600 Euro Gehalt) nach Ingolstadt. Habe leider erst nach meinem Tertial drüber nachgedacht, warum das Klinikum IN ihren PJlern soviel Geld bezahlt.

Allgemeines: Gute Organisation durch zentrale Studentenbetreuerin Frau Kleemann. Sehr bemüht, jederzeit ansprechbar. PJler kriegen ein Kärtchen zur Zeiterfassung am Automaten, gefordert werden 40 Std/Woche Anwesenheit. Jeden Freitag Nachmittag PJ-Fortbildung bis ca. 16:30 Uhr mit Anwesenheitspflicht, machen die Chefärzte der Abteilungen meistens selber, sehr gemischte Qualität. Möglichkeit zur Teilnahme an LMU-StaR wurde verweigert.
Ich denke nicht, dass irgendwas passiert, wenn man nicht in die Fortbildung geht oder weniger als 40 Std/Woche da ist, hab´s aber nicht drauf angelegt.

Zentral-OP: 7:30 Uhr Beginn, nach Hause gehen jederzeit möglich, merkt niemand außer der Stechuhr. Gibt dort insgesamt 12 OP-Säle, die meistens auch alle laufen. Ich konnte mich ziemlich frei bewegen und mir aussuchen, bei wem ich mitgehe. Dauert ein bisschen, bis ich rausgefunden hatte, bei welchen Anästhesisten sich das auch lohnt, bei wem man eher nichts lernt/machen darf. Nachdem ich das verstanden hatte, war es aber möglich, die Tage sehr angenehm zu gestalten. Leider gibt es auch einige wirklich fertige, auffallend unfreundliche und geburnoutete Gestalten unter den Ärzten, die binnen weniger Sekunden jegliches Arbeitsklima ruinieren. Auch Kontakt zur Pflege teilweise sehr anstrengend, einige erfahrene Schwestern sehen im Studenten nur jemanden "der im Weg steht" oder gar einen Konkurrenten um jedwede Tätigkeit, statt jemanden, der von 30 Jahren Anästhesie-Erfahrung profitieren könnte.
Zeitweise leider sehr viele Studenten (teilweise von einer rumänischen Partner-Uni), immer ein-zwei Praktikanten da plus viele sehr junge Assistenten -> war auch oft nur zweiter Zuschauer.

Palliativstation: 08:30 bis ca. 16:30 Uhr. War eine Woche da. Wirklich angenehme Athmosphäre dort, man bekommt einen anderen Blickwinkel auf manche Dinge. Stationsärztin sehr bemüht, sowohl Patienten/Angehörigen als auch mir gegenüber. Großes interdisziplinäres Team (Pflege, Seelsorge, Hospizhelfer etc.), alle durchwegs nett und freundlich. Hätte dort länger bleiben sollen.

Intensiv: 07:00 bis ca. 15:00 Uhr. Gibt zwei Anästhesie-Intensivstationen, 49A und 49C. Aufgabenspektrum sehr überschaubar (hautpsächlich körperliche Untersuchungen), bin viel Zeit leider nur rumgesessen. Auch hier muss ich einfach feststellen, dass erfahrenes Pflegepersonal den Studenten als notwendiges Übel betrachtet und nicht als jemanden, der auch von ihnen lernen könnte. Einmal den Perfusor schief angeschaut oder nen blauen statt nem roten Stöpsel irgendwo draufgesteckt, ui ui ui...

Boni: Möglichkeit Notarzt mitzufahren gibt´s, Schmerzambulanz (war nicht da), durfte (mit viel Mühe und Gequängel) einen Einsatz Hubschrauber mitfliegen.

Epikrise: Ich würde trotzdem NICHT wieder nach Ingolstadt gehen. Geld, Arbeitszeiten, Mittagessen und die anderen "Zuckerl" machen trotzdem eine mittelmäßige Ausbildung sowie ein stellenweise völlig ramponiertes Arbeitsklima nicht wett.
Bewerbung
Problemlos. Ohne Empfehlungsschreiben an erster Stelle angegeben.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Repetitorien
Fallbesprechung
EKG
Tätigkeiten
Braunülen legen
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
EKGs
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
600 + max. 200 Mietzuschuss

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
3
Unterricht
3
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.73