PJ-Tertial Neurologie in Kantonsspital Aarau (7/2021 bis 9/2021)

Station(en)
Station 431, Stroke Intermediate Care, Notaufnahme, Sprechstunde
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Wien
Kommentar
Für die Faulen: sehr gutes erstes Tertial. Empfehlenswert bei Interesse an Neurologie, wenn man gern selbstständig arbeitet und bereit ist viel Eigeninitiative zu zeigen.

Organisation: top! Immer am 1. Montag im Monat gibt es einen Einführungstag, lohnt sich da hin zu gehen allein schon wegen des Essensgutscheins. Ausserdem gibts eine extra Einschulung fürs KISIM (= elektronische Patientenakte).

Team: Alle sind sehr freundlich! Anfangs zwar ein bisschen reserviert, aber mit den meisten wird man schnell warm. Tatsächlich war nie jemand unfreundlich zu mir und ich wurde immer gut von dem Assis betreut (zu den OÄ hat man weniger Kontakt). Auch die Pflege ist sehr nett, man sollte sich unbedingt bei ihnen vorstellen!

Normalstation: Beginn 08:00, um 08:15 ist dann Morgenrapport. V.a. anfangs ist hier viel Eigeninitiative gefragt, d.h. Assistenzarzt/-ärztin suchen, mitlaufen und fragen was man machen darf. Grundsätzlich durfte/sollte ich machen: NIHSS bei Telemetrie-Patienten, Neurostatus, Anamnese bei elektiven Aufnahmen, Lumbalpunktionen inkl. Aufklärung und Laborauftrag ausfüllen, Verlaufseinträge schreiben während der Visite, Schellong Test, verschiedene Scores erheben z.B. bei Parkinson oder Myasthenie Patienten, Telefonate (Befunde anfordern, Angehörigenanamnese) und wenn Zeit ist Arztbriefe schreiben. Wenn Zeit ist, unbedingt fragen ob man mal bei Funktionsdiagnostik zusehen darf z.B: VEP, SEP, ENMG! Manchmal ist für UHUs sehr viel zu tun, manchmal kaum etwas, also gehen kann man je nachdem zwischen 15:30 und 17:30. Außerdem kann es ziemlich nervig werden, wenn man keinen eigenen PC bekommt, was bei mehr als 1-2 UHUs auf der Station passieren kann. Meist ist man eher kurz auf der Normalstation eingeteilt, in meinem Fall leider nur 2 Wochen.

SIC: Beginn 07:30. Hier liegen die Stroke Patienten, bevor sie auf die Normalstation kommen. D.h. viel NIHSS, Neurostatus bevor sie auf die Normalstation verlegt werden, bei der Visite mitlaufen, Zuschauen bei neurovaskulärem US, und wenn man mag Briefe schreiben, vorausgesetzt man hat einen eigenen PC, was leider oft nicht der Fall war. Ansonsten gibt's als UHU nicht so viel zu tun, man kann also meist gegen 16:30 gehen. Hier war ich 1 Woche eingeteilt.

Notaufnahme: Beginn je nach Schicht: 08:00 Frühdienst, 09:00 Wochenenddienst, 10:00 Zwischendienst, 12:00 Spätdienst. Hier wars definitiv am anstrengendsten, weil man die vollen 10h bleibt und manchmal kaum Zeit ist mal Pause zu machen, d.h. hier am besten immer was zu essen mitnehmen! Dafür lernt und macht man viel: Anamnese, Neurostatus, NIHSS bei Lyse-Patienten, Lagerungsproben und Befreiungsmanöver bei BPLS-Patienten, kurzer internistischer Status, Lumbalpunktion/-Aufklärung, Notfallbericht schreiben. Im Schockraum durfte ich sogar einmal Reanimieren. Man kann auch viel mitnehmen bzgl. welche Diagnostik bei welchen Verdachtsdiagnosen notfallmäßig durchgeführt wird. Insgesamt sieht man viele Migräne und Schwindel Patienten, was manchmal nervig sein kann, aber täglich kommen auch richtige Notfälle (Stroke, SVT, Status epilepticus, Blutung, ...). Hier war ich fast 3 Wochen eingeteilt.

Sprechstunde: Beginn 08:00, Voraussetzung: mind. 2 Monate auf der Neuro. War mein Higlight! Hier sieht man v.a. Patienten die zur Verlaufskontrolle kommen. Man hat sein eigenes Untersuchungszimmer und macht dort Anamnese und Neurostatus. Dann holt man den OA dazu, stellt den Patienten vor, und dieser bestimmt dann das weitere Prozedere. Anschliessend schreibt man den Brief und macht je nach Prozedere z.B. MRT Anmeldungen, schreibt Rezepte (wo dann ein Assi vom Nebenzimmer drauf schaut und unterschreibt), füllt Laboraufträge für eine LP aus, usw. Man hat maximal 3 Patienten pro Tag, also je nach Wissen und Können ist man auch schon mal gegen 15:00 fertig. Hier war ich 2 Wochen eingeteilt.

Lehre und Fortbildungen: leider wenig vorhanden. Morgens gibt es 1-3x/Woche einen 15 minütigen Vortrag von einem Assistenzarzt, was bei mir wegen der Sommerpause leider großteils nicht der Fall war. Ansonsten gibts freitags eine Fortbildung von einem OA, was mir auch erst in der letzten Woche gesagt wurde. Donnerstags um 13:30 gibts Radiologie Fortbildungen für UHUs, die mal mehr mal weniger gut sind. Bed-Side Teaching gabs leider gar nicht, Fragen wurden aber immer freundlich beantwortet trotz der offensichtlich hohen Arbeitsbelastung der Assistenzärzte. Vereinzelt gab es Assistenzärzte, die tatsächlich Lehre gemacht haben und einen ausgefragt haben, v.a. wenn auf der Notaufnahme mal nichts los war. Das war dann immer schon sehr cool!

Wochenenddienst: bei mir 1 Tag pro Monat, immer von 09:00-19:00 in der Notaufnahme. Je nach UHUs zwischen 0 und 2 Tage pro Monat.

Urlaub: 2 Tage pro Monat.

Mittagessen: sehr lecker! Gibt genug vegetarische Optionen; vom Buffet zahlt man nach Gewicht (bei mir meist 7,50 - 9,50 CHF). Die fixen Gerichte sind etwas teurer (11 - 14 CHF).

Personalzimmer: Ich war im Birkenweg 7. Ist die beste aller Unterkünfte weil: spitalsnah (je nach Abteilung 5 - 15 min zu Fuß), ein Haus mit 10 Schlafzimmern, 2,5 Badezimmern, Esszimmer, Küche und wunderschönem Garten. Wenn man coole MitbewohnerInnen hat, kann man super draußen Grillen, im Garten liegen, gemeinsam Kochen oder im Keller Bierpong spielen. Je nach Zimmer kosten die meisten zwischen 470 und 520 CHF.

Schweiz: Mega geil! Unbedingt Wanderausrüstung und Regenjacke mitnehmen. Tipp im Sommer: mit dem Schlauchboot auf der Aare von Uttingen nach Bern fahren (ca. 3h).
Bewerbung
4 Monate vorher per Mail.
(Keine Ahnung, ob normalerweise eine frühere Anfrage nötig ist und ich einfach Glück hatte)
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Bildgebung
Patientenvorstellung
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Notaufnahme
Untersuchungen anmelden
Punktionen
Patienten aufnehmen
Briefe schreiben
Eigene Patienten betreuen
Röntgenbesprechung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Unterkunft gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
Brutto 1500 CHF
Gebühren in EUR
490 CHF/Monat Personalzimmer + einmalig 105 CHF Endreinigung

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.27