PJ-Tertial Kardiologie in Allgemeines Krankenhaus Wien (1/2021 bis 5/2021)

Station(en)
19H (J)
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Wien
Kommentar
Ich war zuerst 4 Wochen an der Abteilung für Kardiologie eingeteilt, dann war ich 4 Wochen auf der Intensivstation für Kardiologie und dann wieder 8 Wochen auf der Abteilung für Kardiologie.

Zuerst zur Normalstation:
Die ersten Tage waren wie in jedem Spital, man stellt sich dem ganzen Personal vor und lernt mal alle langsam kennen. Dann geht man bei den erfahrenen KPJ-Studenten mit und erlernt erstmal den Alltag. Nach einer Woche ist man langsam schon eingespielt und versteht wie der Hase läuft. Der Tag beginnt gegen 08:00 Uhr mit einer Online-Übergabe, der dann eine Fortbildung folgt. Leider sind die Fortbildung dann meist abgedreht worden und der Tag ging los. Da dies die zuständige Station für elektive Aufnahmen von Ableitungen, Katheterinterventionen, TAVIs, etc. war, war der erste Punkt am Programm die Aufnahmen, und davon einige. An guten Tagen hatte man nur 2-3 Aufnahmen auf 3 KPJ Studenten, so blieb dann auch etwas Zeit für Mitgehen bei der Vistite, Durchbesprechung von Patienten in einer Sitzvisite oder das Zusehen von Interventionen. An den meisten Tagen aber, waren es min. 6 Aufnahmen, die dann im Prinzip den ganzen Tag gekostet haben und wenn die Kollegen mal nicht da waren, waren die Tage sehr erschöpfend. Eure Aufgabe besteht nämlich in der Aufnahme des Patienten mit Status, EKG, Venflon + Blutabnahme und Aufklärung über die Intervention, wobei ihr die Möglichkeit habt die klassischen Krankheitsbilder zu sehen und auszukutlieren. Dann heißts die ganze Aufnahme in einem Dekurs niederzutippen und anschließend den Arztbrief vorzubereiten, dabei den Patienten an die Assistenzärzte zu übergeben und durchzubesprechen. Der eine Tag ähnelte dem Anderen und meistens kam man nicht vor 16 Uhr weg, was ich nicht in Ordnung fand, da die vorgegebenen 35h von der Universitätsklinik! nicht eingehalten wurden und Entlohnung/Entschädigung für späte Aufnahmen, die um 16 Uhr kamen und ewig dauerten, gab es nicht. Mir wurde ganz am Anfang gesagt, dass ich flexibel sein müsste, da es manchen Tagen länger werden kann, was mich persönlich nicht stört, aber jeden Tag überziehen war dann doch etwas mühsam.

Die Intensivstation:
Beginn war kurz vor 08:00 Uhr. Das ganze Team trifft sich zusammen und es werden die Patienten von der Nacht- an die Tagschicht übergeben. Dann ist es Eure Aufgabe die Patienten zu statuieren und das zu protokollieren. Gegen 10:00 findet eine Röntgenbesprechung statt und darauf folgt die Sitzisite. Diese findet im Team statt, wobei ihr Eure statuierten Patienten vorstellen müsst. Ich finde persönlich, die Visiten waren nicht schlecht, aber für jemanden der nicht Intensivmediziner werden möchte/ noch jungen Studenten etwas zu viel. Gegen ca 14 Uhr +- konnte man dann schließlich nach Hause gehen.
Es war für mich eine sehr interessante Erfahrung an einer Intensivstation zu arbeiten, da es eine ganz eigene medizinische Welt darstellt, die man als angehender Arzt unbedingt mal sehen muss. Der Vorteil am AKH ist, dass es nichts gibt was es nicht gibt, heißt mit ein wenig Glück seht ihr alle möglichen Geräte (ECMO, Impella,usw.) und alle möglichen Interventionen.

Fazit:
Ich persönlich bin zwar mit einer etwas schlechteren Laune vom AKH gegangen als ich gekommen bin, aber ich muss gestehen, dass im Nachhinein das Praktikum kein Schlechtes war. Ich habe sehr viele Krankheitsbilder gesehen, ich konnte Interventionen aller Art kennenlernen, bei manchen sogar assistieren oder sogar selber einen Versuch wagen. Nebenbei konnte ich sehen/fühlen wie ein großes Spital arbeitet und funktioniert.
Trotz der langen Tage und der manchmal sehr mühsamen Tage, konnte ich meine Sekretär-Skills ausbauen, in dem ich lernte schnell und effizient aufzunehmen, Befunde zu suchen, Kurven durchzusehen und vorzubereiten und natürlich Azrtbriefe zu diktieren/schreiben.
An dieser Stelle muss ich aber auch die jungen Assistenzärzte an der Station loben, die wirklich versucht haben uns Studenten etwas beizubringen und wirklich Interesse hatten etwas zu ändern, um uns Studenten zu fördern. Die Laune war auch an den anstrengenden Tagen nicht schlecht und einen Witz hatte immer wer über. Auch der Oberarzt der Station lobte die Studenten immer wieder, da sie die tragende Säule der Station seien. Ich hatte auch die Möglichkeit meinen allerersten Nachtdienst mit meinen Mentor, der wirklich sehr um mich bemüht war, mitzuerleben, was für mich wirklich sehr spannend war.
Summa summarum, es war eventuell nicht das erfüllendste Tertial für mich, aber ein sehr lehrreiches, intensives und herausforderndes Tertial. Was ich meinen Nachfolgern mitgeben möchte ist: Im AKH werdet Ihr sehr viel arbeiten und lernen was es heißt tragende Säule der Station zu sein, aber wenn ihr Interesse an der Kardiologie habt, dann habt Ihr hier die Möglichkeit Euer Wissen um ein ordentliches Stück auszubauen und für Euer Leben zu lernen.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Fallbesprechung
EKG
Bildgebung
Patientenvorstellung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Briefe schreiben
Röntgenbesprechung
Blut abnehmen
Patienten aufnehmen
Braunülen legen
EKGs
Untersuchungen anmelden
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
550€ netto
Gebühren in EUR
25€ Kaution für Kleidung

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
3
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
5
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.33