PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Krankenanstalt Rudolfstiftung (3/2021 bis 7/2021)

Station(en)
II Chirurgie
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Zu aller erst: Das Team ist super! Hier findet man tolle Ärzte die wirklich nett sind. Das Klima im Haus und in der Abteilung ist wirklich gut, alle sind freundlich zu einander und als Student hat man das Gefühl ein Teil des Teams zu sein.

Wir waren leider nur zwei Studenten, was ehrlich gesagt sehr anstrengend war. Man ist grundsätzlich als 2. Assistenz eingeteilt und steht am Kopf bei Struma-OPs zum Haken halten. Eine OP dauert in der Regel 2h exklusive Ein-/Ausschleusen, davon dann meistens 2/Student. Da wir in der Ambulanz keine größeren Tätigkeiten übernehmen können/dürfen und auf Station meist nicht viel zutun ist, haben wir die meiste Zeit nur den OP gesehen. In 4 Monaten hat jeder von uns über 80 Struma-OPs beigewohnt, das kann auf Dauer schon ermüdend sein. Mir war es nicht so wichtig möglichst viele verschiedene OPs zu sehen, wenn jemand jedoch Allgemeinchirurg werden möchte eher nicht zu empfehlen.
Die Turnusärzte sind alle wirklich nett und meistens in der Ambulanz eingeteilt. Sollte man zufälligerweise mal nicht im OP eingeteilt sein (kommt eigentlich nur auf ausdrücklichen Wunsch vor, sonst ist man immer im OP eingeteilt) kann man dort sogar etwas lernen, was über die Schilddrüse hinaus geht.
Die Abteilung wirkt als wäre sie chronisch unterbesetzt was 2. Assistenzen angeht und so hofft man dort auf Studenten und Famulanten weil sonst keiner die Haken hält. Den Ausgleich in Freizeit kann man sich zwar nehmen, bedeutet aber, dass die anderen Studenten dann mehr arbeiten müssen. Oft wurde der zweite Punkt erst gegen 11:30 Uhr aufgelegt und wenn da dann etwas malignes im Schnellschnitt raus kommt ist man erst gegen 14:00 Uhr ohne Mittagessen draußen. Wenn man Glück hat wird man von einem Turnusarzt der am Nachmittag eingeteilt ist abgelöst. Davon gibt es aber wenn überhaupt nur einen. Bei zwei Studenten in OPs mit Überlänge heißt das einer bleibt länger. Dann kann es auch mal 15:30 Uhr statt 13:30 Uhr werden.
Alles in Allem muss ich sagen, dass ich wenige chirurgische Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung verfolgen konnte. Das ist insbesondere Schade, da man sich von einer Allgemeinchirurgie ein etwas breiteres Spektrum erwarten würde.

ABER: Wenn sich die OPs auf mehr Studenten + Famulanten (normalerweise 4 Studenten + Famulanten) verteilen würden könnte man sicher mehr Zeit in der Ambulanz verbringen. Für mich waren die 4 Monate auf dieser Abteilung kein schlechtes Tertial. Die Ärzte sind alle wirklich menschlich, der Chef selbst ist unglaublich freundlich und immer für eine nette Konversation bei der OP zu haben. Der Mentor für Studenten ist bemüht einem etwas mitzugeben. Es gab auch öfters OPs in Privatkliniken da das OP-Programm wegen Corona heruntergefahren werden musste. Dazu wurden wir dann auch eingeladen was eine willkommene Abwechslung war. Für den ersten Teil der Schilddrüsen OP durfte ich sehr oft 1. Assistenz machen, das war durchaus lehrreich war was das handling mit den Instrumenten angeht. Am Ende darf man öfters zunähen. Wem wie mir der Cirurgie-Teil nicht so wichtig ist, bzw. wer viel Wert auf einen freundlichen Umgang mit uns Studenten legt, der ist hier gut aufgehoben.
Außerdem ist das Essen in der Mensa wirklich gut und man bekommt ausreichend große Portionen mit abwechslungsreichen Gerichten. Für uns Studenten natürlich kostenlos.
Bewerbung
1 Jahr vorher, da viele absagen kann man aber auch kurzfristig 3 Wochen vor Tertialbeginn mal anfragen.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Nahtkurs
Tätigkeiten
Briefe schreiben
Mitoperieren
Patienten aufnehmen
Braunülen legen
Blut abnehmen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
558

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
1
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
3
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.27