PJ-Tertial Neurologie in Unfallkrankenhaus Berlin (7/2020 bis 10/2020)

Station(en)
Akutneurologie / Stroke-Unit / Früh-Reha
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Diagnostik, Station
Heimatuni
Berlin
Kommentar
2020 war ein verrücktes Jahr - das muss ich hier niemandem erzählen. Aber genau in dieser Zeit habe ich mein Praktisches Jahr in der Neurologie am Unfallklinikum Berlin abgeleistet. Eigentlich wollte ich das noch nicht einmal - ich hatte fest geplant in die Schweiz zu gehen und dort Kinderheilkunde als Wahlfach zu belegen - doch Covid hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Man kann sich vorstellen, dass ich mit entsprechend großem Vorwissen (ich wollte eigentlich auch nie Neurologe werden) ans UKB gekommen bin und dort zum Glück eine Ausbildung von Grund auf erhalten habe. Das UKB ist keine universitäre Klinik, aber dennoch eine der bedeutendsten Kliniken in Berlin. Aus dem gesamtem ostberliner Raum und Brandenburg kommen hier Patienten mit verschiedenen neurologischen Störungen her. Diese sind zwar häufig auch mal besonders und besonders schwer, aber nicht so spezielle, wie an der Charité. Das heißt, dass man tatsächlich die Chance hat, in 4 Monaten die meisten Erkrankungen, die wichtig für das dritte Staatsexamen sind, zu sehen. Ich habe parallel das Fallbuch Neurologie von Thieme durchgearbeitet und habe viele Fallbeispiele auf der Akutneurologie wiedergefunden - ein gutes Gefühl, das man sonst kaum aus dem Studium kennt.

Das ärztliche Team ist der Akutneurologie super und ich habe von ihnen viel gelernt. Dank der flachen Hierarchie kann man wirklich jeden fragen und bekommt eine angemessene Antwort. Ein Highlight in meiner Ausbildung waren die großen Visiten mit den Oberärzten und die wöchentliche Chefarztvisite, bei denen jeder Patient noch einmal kurz vorgestellt und untersucht worden sind. Mehr kann man sich doch als Neuro-PJ im Rahmen der Ausbildung nicht wünschen!

Es ist meckern auf hohem Niveau, aber wenn ich ehrlich bin, war ich nicht mit jedem Kollegen aus dem Pflegepersonal grün. Einige hatten die fixe Idee, dass man als PJler der Stationsdiener ist und man alle ungeliebten Aufgaben erfüllen soll. Eine Kollegin hat mich zum Beispiel um 17:45 Uhr - obwohl ich schon Überstunden an einem wirklich stressigen Tag gemacht habe - angehauen, für sie Blut abzunehmen, damit sie mit ihrer Kollegin in die Raucherpause kann. Dabei wurde ich noch angelogen, dass es nur zwei Pfleger statt den üblichen dreien am Nachmittag wäre, aber sie hat wohl nicht damit gerechnet, dass ich zählen kann. Hier möchte ich aber auch noch einmal hervorheben, dass sich die Ärztin, mit der ich zu diesem Zeitpunkt noch einen Patienten betreut habe, schützend vor mich gestellt hat und noch einmal die Aufgabenteilung klar gemacht hat.

Zusammenfassung: Man kann die Neurologie am UKB wirklich empfehlen. Lasst euch von der Pflege nicht den Blutbären aufbinden und genießt das tolle Team. Um ehrlich zu sein, habe ich nach dem Tertial sogar erwogen, Neurologe zu werden - und das will schon etwas heißen!
Unterricht
5x / Woche
Inhalte
Prüfungsvorbereitung
Bildgebung
Repetitorien
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Röntgenbesprechung
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Braunülen legen
Blut abnehmen
Rehas anmelden
Notaufnahme
EKGs
Punktionen
Briefe schreiben
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.13