PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Spital Limmattal (11/2019 bis 1/2020)

Station(en)
Trauma, Viszeral, Hand, Plastische, Bariatrie, Notfall
Einsatzbereiche
OP, Station, Notaufnahme
Heimatuni
Jena
Kommentar
Ich habe nach der Zusage direkt eine Mail mit weiteren Informationen bzgl. meines Aufenthaltes hier und einen Zeitplan für den ersten Tag zugesendet bekommen. Das wirkte sehr organisiert und ich hab mich darauf gefreut, anzufangen. Leider war der Start dennoch ernüchternd - der geplante "Einführungstag" fand nicht statt, da es diesen nur zu Beginn jeden Monats gibt (was mir allerdings nicht kommuniziert wurde). Ich wurde auf Station geschickt, wo ein Arzt für mich zuständig war, welcher selbst ganz neu angefangen hatte zu arbeiten und seinen allerersten Tag alleine auf Station hatte. Er meinte, dass er leider selbst noch überfordert sei und sich (verständlicherweise) nicht um mich kümmern könne. Ich traf am ersten Tag auch keine anderen Unterassistent*innen, da diese den ganzen Tag im OP waren, weshalb ich mich erstmal etwas verloren fühlte. Normalerweise wird im Nachmittagsrapport darauf hingewiesen, dass es neue Mitarbeiter*innen gibt und gebeten, sich vorzustellen - leider schien das bei mir vergessen worden zu sein. Ich fragte andere wer denn die beauftragte Ärztin für die Unterassistent*innen sei und stellte mich bei ihr vor - doch leider war ihrerseits kein grosses Interesse zu spüren. So habe ich mich zu Beginn leider nicht sehr Willkommen gefühlt.

Allgemein habe ich mich dann jedoch noch recht gut eingefunden. Man wird als Uhu (=Kurzform für Unterassistent*in) fest in OPs eingeplant, wo man je nach Operateur mehr oder weniger aktiv mitmachen darf. Allgemein war die Stimmung meist sehr positiv im Saal. Viele Chirurg*innen sind sehr nett und erklären und erzählen gerne etwas. Auch der Chef ist sehr motiviert, Studierenden etwas beizubringen. Natürlich gibt es allerdings auch Chirurg*innen, bei welchen man sich eher wie ein ungewollter Gast fühlt, welcher lediglich möglichst unauffällig Haken oder Beine halten soll. Im Grossen und Ganzen sind die Meisten allerdings wirklich sehr nett und auch der Kontakt mit der OP-Pflege, Lagerungs-Pflege, Anästhesie, ... ist wirklich sehr freundlich. Am Gang wird man immer gegrüsst, gerne auch angesprochen, ... allgemein ist der Umgangston im Haus sehr positiv.
Die OP Einteilung wird am Nachmittag des Vortages gemacht. Vorbereitung auf die OP ist erwünscht. Je nach Operateur wird man Dinge dazu gefragt. Ich bin leider erst spät auf gute Seiten aufmerksam gemacht worden, auf denen man sich gut auf Operationen vorbereiten kann (aosurgery.org oder websurg.com oder webop.de). Es variiert von Tagen, an denen man zu keiner OP eingeplant ist und welchen, an denen man von 7:30 bis 18 Uhr mit vielleicht 10 Minuten Pause im Saal steht. Bei einigen Ärzt*innen durften wir Uhus zunähen oder andere Handgriffe übernehmen - mich hat das jedes Mal sehr gefreut, wenn man sieht, dass diese sich die Zeit nehmen einem die entsprechenden Techniken zu zeigen.
Wenn man nicht im OP ist, ist man auf Station. Die Assistent*innen rotieren und so sind auch immer unterschiedliche Ärzt*innen vor Ort. Die Zeit auf Station hängt massgeblich von den Ärzt*innen ab, die dort sind. Manche nehmen einen mit auf Visite und binden einen gut ein; zeigen, wie man Briefe schreibt und geben einem verschiedene Aufgaben. Andere erwarten nichts von einem, sodass man sich privat beschäftigen kann, aber binden einen auch nicht in den Stationsalltag ein. Dann kann es schon auch sehr langweilig sein. Generell ist man hier recht freigestellt, wie viel man sich involvieren möchte. Da sowieso niemand weiss, wer von uns wann im OP ist, kann man sich auch für längere Pausen ins Restaurant setzen und niemand würde es bemerken. Es ist einfach Glückssache, welche Ärzt*innen grade auf Station sind und wie viel Zeit und Interesse diese haben einen mitzunehmen. Ansonsten einfach selbstständig private Beschäftigungen suchen ;-) So habe ich das gemacht.
Ein normaler Tag beginnt mit dem Morgenrapport um 7:15 (montags 7:00) und endet nach dem Nachmittagrapport gegen 16:00 Uhr. Am Freitag gibt es anschliessend noch den Wochenendrapport mit Apéro, bei welchem es gewünscht wird, dass die Uhus hinterher das Geschirr aufräumen. Das vermittelte doch erstmal einen etwas degradierdenen Eindruck... Nach dem Rapport gehen viele gemeinsam in die Cafeteria, ich habe mich hier je nach Ärzt*innen leider nicht immer gänzlich Willkommen am Tisch gefühlt.
Die Schichteinteilung erfolgt auch durch die für die Unterassistent*innen zuständige Ärztin. Auf der Chirurgie sind die normalen Arbeitstage lediglich Montag bis Freitag, dazu kommen Pikett-Dienste. Diese beginnen nach Dienstende und gehen bis zum nächsten Morgen oder dauern das ganze Wochenende an. Bei WE-Pikett bekommt man kompensatorisch einen Tag frei. Auf der Notfallstation ist man in verschiedenen Schichten eingeteilt und arbeitet sowohl unter der Woche, als auch am Wochenende. (Das war mir vorher nicht klar und ich habe den Dienstplan erst zwei Tage vor Beginn des neuen Monats erhalten und war somit überrascht über die WE-Arbeit...) Arbeitsrechtlich gibt es in der Schweiz pro einem Monat Arbeit 1,5 Tage Ferien. Feiertage sind hier (auf der Chirurgie) normale Arbeitstage, viele Uhus mussten über Weihnachten und Silvester auch arbeiten. Wenn ihr Wünsche für freie Tage habt, meldet diese am Besten so bald wie möglich an - generell können wir diese nicht flexibel legen.
Man rotiert während der Zeit in der Chirurgie auch auf die Notfall-Station - ich war in zwei Monaten drei Wochen dort, andere auch nur 4 Tage. Es gibt glaube ich keine spezielle Regelung, wie lange man dort ist.
Die Stimmung im Team ist dort sehr gut, man ist bis zum Chef mit allen perdu. Dort sind immer (glaube ich) mehrere Uhus eingeteilt und man arbeitet sich gegenseitig ein. Das hat bei mir wirklich sehr gut geklappt, da man eben immer auf Station ist und sich dementsprechend gegenseitig auch trifft (anders als beispielsweise auf der Chirurgie, wo ich am ersten Tag keine Uhus getroffen hab, da sie den ganzen Tag im OP waren). Je nach OA/OÄ bekommt man eigene Patienten, welche man untersucht und das weitere Prozedere plant, Untersuchungen anmeldet, etc. Ich habe mich hier meist sehr gut durch die OA/OÄ betreut gefühlt, man konnte meist alles erfragen und es wurde einem gerne erklärt. Wenn man keine eigenen Patienten bekommen hat, konnte man mit den Assistenzärzt*innen mitgehen. Manche haben mich total gut eingebunden und mitgenommen, viel erklärt und gezeigt, wofür ich im Gegenzug gerne die Briefe geschrieben habe etc. So macht die Zusammenarbeit meiner Meinung nach Sinn und man kann sich gegenseitig helfen. Andere haben einen auch nicht selbstständig mitgenommen, hier musste man mehr nachhaken, ob man noch etwas helfen kann oder mitgehen darf.
Es wäre super, wenn die Einarbeitung auf der chirurgischen Station auch so gut funktioniert. Wenn man als Uhu von einem Arzt oder einer Ärztin eingearbeitet wird, könnte man dies auch an die folgenden Uhus weitergeben. Ich glaube, dass das gelegentlich auch gut funktioniert (der Uhu, der nach mir kam, wurde für den Anfang einem Assistenzarzt zugeteilt, welcher ihn regelmässig mit auf Visite genommen und ihm auch eigene Patienten zum Vorstellen im Rapport zugeteilt hat), aber noch ein wenig besserer Organisation bedarf. Es wäre toll gewesen, wenn die zuständige Ärztin einen am ersten Tag Willkommen geheissen hätte oder ich die Möglichkeit bekommen hätte, mich vorzustellen. Ausserdem wäre es schön, wenn man für den Anfang lediglich einem Arzt oder einer Ärztin zugeordnet wird, welche*r sich auch Zeit für einen nehmen kann - oder am ersten Tag zumindest einer der schon anwesenden Uhus nicht den ganzen Tag im OP ist, sodass dieser einem alles zeigen kann.
Offiziell gibt es Weiterbildungen für uns,in der Realität haben diese allerdings nie stattgefunden. Eine andere Uhuline hatte sich dembezüglich einmal erkundigt, bekam allerdings leider keine weiterführende Information - die verantwortlichen Ärzt*innen schienen kein grosses Interesse zu haben, die UA-Fortbildungen zu realisieren.

Generell kann ich das Tertial am Spital Limmattal schon empfehlen. Es hängt allgemein allerdings sehr von den Ärzten und Ärztinnen, die man dort trifft, ab, wie sich die Zeit gestaltet. Was ich mitbekommen habe, ändert sich das Team der AA/AÄ allerdings auch öfters. Man kommt viel in den OP, wo die Stimmung meistens recht gut ist.
Bewerbung

Ich habe mich ca. ein halbes Jahr im Voraus beworben - weiss aber nicht, ob es nicht auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich gewesen wäre. Ich habe recht schnell eine Antwort bekommen. Auf der Homepage findet man die Kontaktadresse der Person, welche für die Unterassistent*innen zuständig ist.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Röntgenbesprechung
Briefe schreiben
Notaufnahme
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Mitoperieren
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
860

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
2
Unterricht
6
Betreuung
5
Freizeit
2
Lehre auf Station
2
Insgesamt
2

Durchschnitt 2.47