PJ-Tertial Chirurgie in Spital Schwyz (9/2019 bis 12/2019)

Station(en)
A8, A9, Notfallstation, OP
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station
Heimatuni
Dresden
Kommentar
Mitoperieren und Laparoskopie-Optik führen, eigene Visiten durchführen, Patienten aufnehmen und untersuchen, eigene Dienste, tolle Landschaft, ... und vor allem tolles Team! - klingt wie ein Träumchen? So wars bei meinem Tertial in Schwyz :) Und ich erkläre Euch wieso:

- Mein Fazit gleich zu Beginn:
In diesen 4 Monaten konnte ich theoretische und vor allem praktische Sachen lernen - und vor allem sich selbst zu organisieren um den Stationsablauf für sich selbst zu optimieren. Durch Dienste und damit Operationen als erste Assistenz mit den Oberärzten konnte man im Assistieren (z.B: Laparoskopie-Kamera führen, Nähen) relativ sicher werden. Die Stimmung unter den Ärzten und zur Pflege und anderen Teammitgliedern (Sozialdienst, Physiotherapie,...) war einfach mega. Egal wen ich gefragt habe - ich habe immer offene Ohren bekommen und niemals einen komischen Blick. Die ganze Organisation - begonnen mit der Bewerbung bis zur Absprache mit anderen Fachbereichen - verlief wirklich tadellos. Die Landschaft ums Spital spricht für sich: Seen, Berge, kleine Ortschaften, Zürich/Luzern ca. 40 Minuten weg, Felchlin Schokoladenfabrik ;D Durch die Wochenenddienste könnt ihr selbstständig Visiten durchführen und in Absprache mit OA/AA Diagnostik/Therapien einleiten und Euch somit auf die AA-Arbeit bestens vorbereiten. Die Gemeinschaft im Wohnheim ist auch toll. Das Spital Schwyz ist ein Grundversorger, ja, aber dafür lernt ihr die Versorgung von Erkrankungen, die häufig vorkommen und manchmal sind auch paar besondere Fälle dabei. Ich kann es Euch nur empfehlen hierher zu kommen und Euch selbst zu überzeugen :) Ich gehe wirklich mit einem tränenden (Zeit ist vorbei) aber auch lachendem Auge (baldige Rückkehr?? :)

- Wie sieht ein Arbeitstag im Spital aus?
Ein Arbeitstag beginnt kurz vor 7 Uhr auf Station und endet offiziell um 17 Uhr. Falls ihr auf dem Notfall eingeteilt sind startet der Tag 7.30 Uhr und endet 16.00 Uhr (falls wir genug Uhus sind, gibt es noch einen Notfallspätdienst, welcher von 15.30 bis 23 Uhr läuft). Auf Station erfolgt zuerst die Kardexvisite mit der Pflege um erste Fragen zu den Patienten zu klären. Um 7.30 Uhr startet der Röntgenrapport. Danach gibt es ein gemeinsames kleines Frühstück/Kaffeetrinken und anschliessend gehts auf Station bzw. Notfallstation und erledigt die Aufgaben wie z.B. Visite, Austrittsberichte, Medikamentenanpassungen etc. Montag ist Oberarztvisite und Donnerstag ist Chefarztvisite. An beiden Tagen finden frühs interne Fortbildungen statt. In der Zeit zwischen 11 und 13 Uhr gibt es Mittag, so wie es zeitlich passt. 16.00 Uhr gibt es erneut einen Röntgenrapport.

- Was sind Eure Aufgaben im Spital?
Falls ihr auf dem Notfall eingeteilt seid führt ihr Anamnese, Untersuchung und Diagnostik und teilweise Therapie in Absprache mit dem Assistenzarzt bzw. Oberarzt durch, nachdem ihr die Strukturen und Abläufe im Spital kennengelernt habt. Dabei könnt ihr nochmal alle Untersuchungsbasics gut üben, da in der Notfallstation alle chirurgischen Patienten versorgt werden. Schnittwunden dürft ihr selbst versorgen.
Auf den Stationen macht ihr u.a. die Kardexvisiten/Visiten selbst bzw. mit dem AA. Im Endeffekt übernehmt ihr dann fast alle Tätigkeiten wie ein späterer AA: Medikamenten checken, Diagnostik einleiten, Patientengespräche, Briefe schreiben...alles in Absprache mit dem AA oder OA, die helfend zur Seite stehen.
Im OP seid ihr erste oder zweite Assistenz. Je nachdem wie viel ihr Euch zutraut und dann auch lernt, dürft ihr dann mehr Aufgaben übernehmen. Es hat einfach Spass gemacht, an den OPs teilzunehmen. Es wird effizient gearbeitet und die Stimmung ist locker. Es ist viel mehr als Hakenhalten möglich.

- Nice to know:
->Personalrestaurant hat wirklich Restaurantniveau->mega lecker mit Salaten, diversen Haupt- und Nebenspeisen. Es wird alles abgewogen und das dann bezahlt. Normale Preise pro Mahlzeiten bis ca. 10 Franken. Für ausgehungerte grössere Kerle wie mich ca. 15 Franken :D
-> Organisation läuft ohne lange Wartezeiten (Frau Schüpbach, Chefarztsekretariate,...). Auch die Anmeldung im Kanton regelt das Spital.
-> Dienstplan und Picketplan erstellen Uhus selbst untereinander.
-> Wohnheim ist alt - das stimmt. Aber wird jeden Tag die Küche und Bad durch Personal geputzt. Neues Wohnheim ist im Bau aktuell. Nehmt Euch eigenes Geschirr/Pfanne etc. mit wenn möglich, da kaum was vorhanden ist.
-> 50 Franken/Monat Parkplatz am Spital.
-> Schwimmen (Lauerzer See, Brunnen), Skifahren, kleinere Ortschaften anschauen (Brunnen!!!), Wandern (Stoss, Rigi, ...) alles in der Nähe möglich.
-> mit dem Gehalt von ca. 850 Franken, nachdem alles abgezogen wurde, kommt ihr gut aus. Klar müsst ihr sparen. Aber ihr seid in der Schweiz :D Eine Pizza kostet 25 Franken und trotzdem könnt ihr Euch das mal gönnen :DDD
-> viele deutsche Mitarbeiter im Spital.
-> Picket habt ihr ca. 1x/Woche bzw. wenn ihr Wochenende habt das gesamte Wochenende.

Was vielleicht noch verbessert werden könnte?
- spezielle Uhu Fortbildungen->z.B. Fälle durchsprechen oder spezifische Untersuchungen nochmal durchsprechen. Das wird wohl bald eingeführt :)
- Picketdienste laufen von 7 Uhr des Tages bis 7 Uhr des Folgetages. Das kann teilweise anstrengend werden, wenn ihr nachts raus müsst. Meist sind die Dienste ruhig, ich hatte aber häufig OPs/Schockräume :D

Zusammengefasst: Ich kann es nur empfehlen. Einfach meeeeeeeeeega.
Bewerbung
ca. 2 Jahre über Frau Schüpbach. Bewerbt Euch früh genug.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Botengänge (Nichtärztl.)
Untersuchungen anmelden
Mitoperieren
Patienten untersuchen
Patienten aufnehmen
Rehas anmelden
EKGs
Chirurgische Wundversorgung
Röntgenbesprechung
Poliklinik
Briefe schreiben
Punktionen
Notaufnahme
Eigene Patienten betreuen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
1200 Franken
Gebühren in EUR
250 Franken für Wohnheimzimmer

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.07