PJ-Tertial Innere in Sophien- und Hufeland- Klinikum (2/2019 bis 6/2019)

Station(en)
Geriatrie
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Jena
Kommentar
Allgemeines: Ich hatte eigentlich ein komplettes Auslandstertial geplant, musste aber aufgrund verschiedener Probleme eher zurück und kam daher für die zweite Hälfte meines Innere-Tertials nach Weimar, worüber ich im Nachhinein sehr froh bin. Die Geriatrie in Weimar besteht noch nicht sehr lange und wurde vom aktuellen Chef selbst aufgezogen. Das merkt man auch: am ersten Tag waren alle bereits über mein Kommen informiert und ich wurde nochmal in der Frühbesprechung vorgestellt. Insgesamt ist die Organisation in Weimar meiner Meinung nach Recht gut, am ersten Tag bekommt man eine kurze Einweisung und einen Laufzettel. Kleidung, Spind und Mittagessen werden gestellt. Das Mittagessen möchte ich besonders hervorheben, ich habe selten so gut in einem Krankenhaus gegessen (und natürlich alles umsonst :) ). Auf Station war ein eigener Arbeitsplatz für mich vorgesehen und ich habe auch Schlüssel zu allen wichtigen Räumen bekommen.

Team: Das Team der Geriatrien besteht aus Ärzten, Pflege, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, einer Logopädin, einer Psychologin und einer Sozialarbeiterin. Die Mitarbeiter waren ausnahmslos ausgesprochen nett zu mir und ich hatte vielfach das Gefühl, bereits wie ein Assistenzarzt behandelt zu werden. Jeden Freitag gibt es ein Teamfrühstück, was für mich ebenfalls die tolle Stimmung in der Abteilung wiederspiegelt, wie ich sie bisher noch nirgends so erlebt habe. Ich hatte außerdem das Glück, in meiner Zeit als PJ-Student in Weimar am alle zwei Jahre stattfindenden Sommerball teilnehmen zu könnenv(Essen und Getränke für Mitarbeiter kostenlos), was ebenfalls ein sehr schönes Erlebnis war.

Patienten: Es handelt sich um eine Akutgeriatrie, dass heißt die Patienten sind alte Menschen, die meist eine OP oder eine längere Krankheit hinter sich haben und dort wieder fit gemacht werden (das heißt, man sieht verschiedenste Krankheitsbilder, sowohl aus der Inneren Medizin als auch aus der Chirurgie). Was mir besonders gefallen hat, war die Arbeit in einem multiprofessionellen Team und das im Gegensatz zu anderen Fachabteilungen Medikationen schon bei Aufnahme kritisch hinterfragt werden.

Ärzte: Die Abteilung umfasst einen Chefarzt, einen Oberarzt und zwei Assistenten. Alle waren sehr freundlich und jederzeit bei Fragen ansprechbar. Häufig wurde sich auch extra Zeit genommen, um mir noch etwas beizubringen, der Oberarzt hat sich beispielsweise am ersten Tag mit mir hingesetzt und nochmal komplett die EKG-Auswertung sowie die Aufnahme mit Anamnese und körperlicher Untersuchung erklärt und der Chef mich mehrfach zu Sonografien mitgenommen.

Meine Tätigkeiten: Meine Tätigkeiten umfassten hauptsächlich Patientenaufnahmen, Arztbriefe schreiben, Anordnungen treffen und die Unterstütung der Ärzte bei verschiedenen Tätigkeiten (z.B BVK-Anlage etc.). Zudem war es mir JEDEN Tag möglich, mit zur Visite zu gehen. Zweimal pro Woche findet außerdem eine Teambesprechung mit allen anderen Berufsgruppen statt, die ebenfalls sehr interessant ist. Im Gegensatz zu anderen Abteilungen gibt es für Blutentnahmen und Flexülen eine Schwester, weshalb man immer üben kann (nach den schlechten Venenverhältnisse der alten Menschen sticht man umso besser, wenn es wieder in eine andere Abteilung geht ;) ) , wenn man möchte, aber nicht nur dafür "verheizt" wird und darüber dann Visite oder Ähnliches verpasst. Ich hätte auch eigene Patienten betreuen können, war da allerdings selbst nicht so hinterher, da ich auch damit zufrieden war, gemeinsam mit den Assistenten die Patienten zu besprechen. Wenn man das möchte, ist es aber auf jeden Fall möglich! Die offzielle Arbeitszeit geht von 7:30 bis 16:00, ich kam allerdings meist um 8 und bin manchmal etwas länger, manchmal etwas kürzer geblieben.

Vergütung: In Weimar erhält man 650 Euro pro Monat für seine Tätigkeit als PJler sowie Kleidung und Mittagessen. Falls man mit dem Auto pendelt, kann man einen Parkplatz mieten.

Studientage: Ich konnte meinen Studientag jede Woche nehmen und den Tag selbst bestimmen. In meine Tertialzeit fielen mehrere Feiertage, in den betreffenden Wochen durfte ich dann trotzdem noch meinen Studientag nehmen.

Fazit: Ich empfehle die Geriatrie in Weimar jedem, der keine Lust auf ein langweiliges Innere-Tertial hat und gerne in einem multiprofessionellen Team arbeiten möchte. Man sollte sich vom Begriff "Geriatrie" auf keinen Fall abschrecken lassen, die Natur des Fachgebietes bringt es mit sich, das man innermedizinische und auch chirurgische Fälle verschiedenster Art sieht und umso mehr lernt. Dies sowie das angenehme Klima in der Abteilung in Verbindung mit der guten Verpflegung und der im deutschlandweiten Vergleich großzügigen Vergütung haben mein halbes Tertial in Weimar zu einer besonders schönen Erfahrung gemacht und ich bin jeden Tag gerne dorthin gekommen. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben und wünsche euch, falls ihr euch zu einem Tertial in Weimar entscheidet, eine ebenso schöne und lehrreiche Zeit, wie ich sie hatte.
Bewerbung
Die Bewerbung läuft über das PJ-Portal.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Bildgebung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Untersuchungen anmelden
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Braunülen legen
Eigene Patienten betreuen
Röntgenbesprechung
Patienten aufnehmen
Briefe schreiben
EKGs
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
650

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.07