PJ-Tertial Kardiologie in Allgemeines Krankenhaus Wien (11/2018 bis 3/2019)

Station(en)
19J
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Einteilung: am ersten Tag bekommt man von der Kliniksekretärin eine Einteilung für die nächsten 8/16 Wochen – 1 Monat davon ist man auf der Intensivstation 13H3, die restliche Zeit ist man auf der Station. (19I/19J) Bei uns war es durchaus möglich, dass man zumindest stundenweise in den OP oder zum Herzkatheter zum Zuschauen gehen durfte, allerdings musste der andere KPJler in der Zeit die anfallende Arbeit machen – wenn man allein auf der Station war, ging das also nicht.
Eine Einteilung für bestimmte Ambulanzen gab es nicht, was extrem schade war – so hat man im Grunde nur den Stationsbetrieb erlebt, die Ambulanz hat man nie zu Gesicht bekommen.

Arbeitsalltag: im Grunde ist es KPJler-Aufgabe, alle Aufnahmen, die an dem Tag anfallen, zu erledigen – das inkludiert Gespräch, Status, Dekurs schreiben und leider auch EKGs, Blutabnahme und Venflon legen. Für eine Aufnahme braucht man daher alles in allem relativ viel Zeit, vor allem, wenn man bedenkt, dass man zum Teil auch warten muss, bis man das dem zuständigen Assistenzarzt übergeben kann. (durchschnittliche Aufnahmen pro Tag 6) Ansonsten schreibt man Briefe, meldet Untersuchungen an und macht andere anfallende Dinge (Blutabnahmen, die nicht funktioniert haben, ärztliche Begleitung von Patienten…) und wenn man die Zeit findet, kann man an der Visite teilnehmen.
Das heißt, alles in allem ist es doch eine relativ hohe Arbeitslast, durch die man die vorgegebenen 30h/Woche durchwegs überschreitet (durchschnittlich 40-45h/Woche), vor allem, da im Grunde auch die Aufnahmen, die kurz vor 4 kommen, noch von KPJlern aufgenommen werden sollen.
Lehre: Es gibt jeden Morgen eine Fortbildung im Rahmen der Morgenbesprechung, zusätzlich gibt es jeden Donnerstagmorgen eine allgemeine Innere Medizin-Fortbildung mit Themen aus anderen internistischen Fächern. Vom KPJ aus gibt es jeden Donnerstagnachmittag eine Studentenfortbildung, die von KPJlern für KPJler gehalten wird und wo man in den 16 Wochen auch einmal einen Vortrag halten muss.
Ansonsten wird auf der Station einerseits bei der Visite mit dem Oberarzt viel erklärt beziehungsweise gefragt, andererseits erklären einige Assistenzärzte auch einiges.

Freizeit: Es war stellenweise kein Problem, früher zu gehen oder sich einen Tag freizunehmen, im Endeffekt muss hier aber gesagt werden, dass die Überstunden, die man im Laufe der Zeit ansammelt, nicht wirklich abgebaut werden können. Ein Fehlen von beiden KPJ-Studenten an einem Tag ist so gut wie unmöglich, was dann einfach nur bedeutet, dass der eine die Abwesenheit vom anderen komplett kompensieren muss.

Team: sowohl Pflege als auch Assistenzärzte sind unglaublich nett gewesen und es ist in jedem Fall eine gute Zusammenarbeit da. Lehre von den Assistenzärzten ist sosolala, dabei muss man aber auch bedenken, dass die Arbeitslast für sie sehr hoch ist und zetiweise einfach keine Zeit ist um Studenten etwas zu erklären. Zu den Oberärzten hat man während der Visite Kontakt (die man allerdings nicht regelmäßig mitmachen kann, weil man in genau der Zeit Aufnahmen machen muss).

Zusammenfassung: Wer sich für Kardiologie interessiert und das Tertial nicht nur macht, weil man es eben machen muss, ist auf 19J sicherlich gut aufgehoben – wer lieber die Nachmittage frei hat, sollte sich lieber einen anderen Platz suchen. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen und ich habe auch das Gefühl, etwas gelernt zu haben. Die Leute sind eigentlich durchwegs freundlich und man fühlt sich tatsächlich als Teil des Teams.

Anmerkung zur Organisation: Hier ist zu sagen, dass die Fachkoordinatorin der Klinik zwar gleichzeitig Organisatorin des KPJs ist, es aber dennoch noch einige Punkte gäbe, die man besser organisieren könnte: zunächst ist es mmn nicht möglich, in den KPJ-Richtlinien eine 30h (35 mit Selbststudienzeit) zu propagieren und schon am ersten Tag zu erklären, dass diese Zeit nicht eingehalten werden kann. (wurde sie auch nie)
Weiters wäre eine Rotation anzudenken, sodass man auch etwas von den Ambulanzen, vom Herzkatheter und vom OP mitbekommt um einen maximalen Lerneffekt zu haben (der ja das Ziel des KPJs sein sollte). Der Eindruck, der gerade in Bezug auf die Organisation zurückbleibt, ist, dass es wichtiger ist, billige Arbeitskräfte für Stationsarbeit zu haben als eine möglichst breite Ausbildung anzubieten.

Bewerbung
allgemein 1 Jahr davor, geht aber auch kurzfristig oft, da viele Studenten kurz davor absagen
Unterricht
3 x / Woche
Inhalte
Patientenvorstellung
Bildgebung
Fallbesprechung
Tätigkeiten
EKGs
Briefe schreiben
Patienten aufnehmen
Untersuchungen anmelden
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
650 brutto

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
2
Unterricht
2
Betreuung
3
Freizeit
4
Lehre auf Station
2
Insgesamt
2

Durchschnitt 2.13