PJ-Tertial Chirurgie in Ospedale Regionale di Locarno (3/2019 bis 6/2019)

Station(en)
C
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station, OP
Heimatuni
Duesseldorf
Kommentar
Mein Tertial im schönen Tessin der Schweiz behalte ich sicherlich als schöne Erfahrung fürs Leben in Erinnerung. Zumindest mein Italienisch ist jetzt fast fliessend und ich habe einige neue Bekanntschaften knüpfen können.
Das Ospedale di Locarno ist ein kleines Krankenhaus, welches über eine Chirurgie-Abteilung verfügt, in der die Fachbereiche Allgemeine Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Urologie zusammenkommen. Dadurch hat man den Vorteil, dass man ein breites Spektrum an Krankheiten und Operationen zu Gesicht bekommt, allerdings werden hier vor allem harmlose Eingriffe (z.B. Hüft-TEPs, Appendectomien, laparoskop. Cholezystectomien und Osteosynthesen) durchgeführt und komplizierte Fälle müssen aufgrund mangelnder Kapazitäten ins nächstgrössere Krankenhaus nach Lugano überwiesen werden. Um einen grundlegenden Einblick in die Chirurgie zu bekommen, reicht das Ospedale di Locarno jedoch allemal.
Ich empfehle allerdings dringend grundlegende Italienischkenntnisse (min B1), da jegliche Kommunikation (Frühbesprechung, Briefe, Anamnese etc) auf italienisch stattfindet, auch wenn die meisten Oberärzte und mindestens ein Drittel der Pazienten auch deutsch sprechen.
Der Einsatz der PJler beschränkt sich auf die Aushilfe im OP-Saal und in der Notaufnahme. Auf Station gibt es für uns leider quasi nichts zu tun, da die Pflege die Wundversorgung, das Blutabnehmen und Braunülenlegen selbst macht (Schweiz eben). Dadurch kommt man sich, wenn man auf Station eingeteilt ist, häufig etwas nutzlos vor, wenn man nicht gerade die Gelegenheit hat, einen Pazienten mitzubetreuen oder mit auf Visite gehen kann.
Die Arbeit in der Notaufnahme macht grossen Spass und bietet sehr gute Möglichkeiten, die eigenen Fähigkeiten in Anamnese, KU und kleinen ambulanten operativen Tätigkeiten, wie Schnittwunden nähen, Abszesse entlasten, Gelenkreposizionen etc. zu verbessern.
Man wird einmal pro Monat für den Wochenenddienst in der NA eingeteilt, was meistens grossen Spass macht, da man dann alleine mit einem Assistenzarzt den ganzen "Laden" schmeisst und sich als PJler deutlich mehr wertgeschätzt fühlen kann, als wenn man auf Station hockt und nichts zu tun hat.

Die Fortbildungen erstrecken sich von der wöchentlichen Fallbesprechung mit dem Chef persönlich (meistens sehr spannend) über regelmässige Fortbildungen für die Assistenten (häufig auch via Videokonferenz mit anderen Kliniken des Tessins) bis hin zu PJ-Fortbildungen, welche von der Inneren organisiert werden, wo dann auch die Pjler der Chirurgie herzlich eingeladen sind.
Bewerbung
ca 1 Jahr im Voraus via E-Mail an das Chefsekretariat von Dr. Michele Arigoni.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
Tätigkeiten
Notaufnahme
Röntgenbesprechung
Eigene Patienten betreuen
Mitoperieren
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Unterkunft gestellt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
708

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
3
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
4
Lehre auf Station
1
Insgesamt
3

Durchschnitt 2.67