PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Kantonsspital St. Gallen (3/2019 bis 5/2019)

Station(en)
Station, Ambulatorium, OP
Einsatzbereiche
OP, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Eine solide 3 würde ich sagen.
Die Lehre ist nicht allzu ausgeprägt, der PJ Unterricht wenn er stattfindet ist sehr gut (fiel in 8 Wochen 4 mal aus). Die Arbeit auf Station ist gering und hatte leider nicht super viel Lerneffekt. Im OP steht man eigentlich nur am Tisch und hält Haken, außer wenn man tatsächlich mal als 1.Assistenz eingetragen ist. Jedoch wirklich eigenständig im OP was machen ist eher selten. Das Personal ist jedoch super nett und zuvorkommend. Wenn man also Chirurgie interessiert ist wird man hier sehr viele interessante OPs sehen können. Das KSSG ist ein Zentrumspital und das merkt man auch. Ich konnte bei einer Organexplant dabei sein, sowie bei einer Lebendspende einer Niere und die darauffolgende Transplantation (War das Beste Erlebnis in den 8 Wochen, wie die Niere sofort wieder anfängt Urin zu produzieren!!!)
Schaut euch die Anatomie für Viszeral und Schilddrüse einfach gut an bevor ihr herkommt^^

Aufgaben:
Station:
- Vorbereiten der Patienten für den Nachmittagsrapport, dauert je nachdem wie viele es sind ca 1,5 Stunden
- Visite mitgehen (ich war leider sooooo selten auf der Station, normalerweise kann man hier zumindest manchmal einen Verbandswechsel machen, eine VAC Einlegen, Magensonde etc.)
- EKGs schreiben wenn eines benötigt wird (sehr sehr selten)

Ambulatorium:
- Hier habe ich whs am meisten gelernt.
- Man statuiert die Patienten und fasst kurz ihre Krankengeschichte zusammen. Problem ist nur man sollte ein gutes Vorwissen haben sonst hat man (so wie ich) keine Ahnung wie man ein Stoma untersucht?! Wird einem leider nicht super toll erklärt sondern eher "mach das einfach und ruf mich dann"

OP: (90% meines Aufenthaltes^^)
- Meistens hält man einfach nur einen Haken. Jedoch versuchen die meisten Operateure einem auch etwas dabei zu erklären, bzw. man kann eigentlich immer mal nachfragen.
- Aufgrund von Personalmangels hatte ich das Glück auch 3 mal 1. Assistenz zu sein, was nicht heißt das man mehr macht aber zumindest mehr sieht. Ich durfte aber auch zweimal die Kameraführung bei einer TAPP und Appendizitis machen.
- Insgesamt sehr entspannt. OP Pflege ist super nett, wurde eigentlich von niemanden angemault oder angeschrien. Sie unterstützen einen auch wo sie können (achten zb drauf, dass man einen Stuhl kriegt, wenn es mal länger dauert, oder dass man auch kurz raus kommt um was zu essen)
- Stimmung ist super und eigentlich hat es immer Spaß gemacht, der Lerneffekt war halt nicht immer da. Zum sehen gab es super viel!
- Nähen konnte ich nicht viel, da ich super langsam dabei bin und das OP Programm sehr hart getaktet ist. Klammern durfte ich aber mehrmals.

Personal:
- Die Assis sind durch die Bank alle super nett. Ich habe mich mit allen gut verstanden und sie sind alle bemüht die UHUs gut einzubinden.
- Die Oberärzte sind etwas unterschiedlicher, aber alle höflich. Einige sind super nett und machen sofort mit einem Scherze und erklären während dem operieren sehr viel. Andere sind eher stiller und postionieren manchmal deine Hand neu wenn der Haken verrutscht ist^^
- Der Chefarzt ist sehr höflich und fragt im OP immer nach ob man alles verstanden hat, sonst erklärt er mit kurzen Worten alles nochmal.

Dienste:
- Ein UHUs hat immer Rufbereitschaft oder Piketdienst. Dabei kann man aber in der nahe gelegenen Unterkunft sein. Ich hatte ingesamt 9 Dienste oder so und die waren alle eigentlich super. War bei spannenden OPs dabei und in der nacht ist alles anders.
- Bezahlung: 2.40 Fr für jede Stunde und wenn man gerufen wird bekommt man 6.80 Fr für jede Stunde
- Hängt natürlich stark von der Anzahl der UHUs ab wie viele Dienste man hat.
- am nächsten Tag hat man dann immer frei und kann sich so die schöne Umgebung anschauen.

Unterkunft:
- Sauber, ordentlich, nicht zu teuer, direkt neben dem Krankenhaus, nette Leute (alles UHUs)
- mit einem Wort hat super gepasst. Würde ich auf jedenfall wieder so machen!
- Kosten 370 Franken und man muss es am Ende sehr sehr sehr ordentlich putzen^^

Essen:
- 8,80 für das Mittagessen. ich konnte jedoch vielleicht 7 mal essen gehen in 8 Wochen meist war ich im OP
- im OP gibt es eine Suppe und sehr gute Weckerl kostenlos. Kaffee und Tee auch.
- Vitamin Bar ist ein Buffet kann man sich nehmen was man will und wird dann nach Gewicht bezahlt

Freizeit:
- St Gallen liegt in einem Tal und ist richtig schön. Man kann super spazieren und einfach die Umgebung genießen.
- Mit dem Auto ist man sofort in Deutschland oder Österreich
- für 50 Fr kann man sich auf der Uni einschreiben und somit alle Sport Kurse mitbesuchen.

Parken:
- Hatte eigentlich immer eine Parkplatz. Manchmal muss man bissi suchen haut aber hin,
- Kosten waren 60 Franken für 2 Monate für die blaue Zone direkt bei der Klinik
- am besten am Sonntag anreisen. Dann bei der Infodame ein Parkticket für einen Tag kaufen (9 Franken) und dann am Montag nach der Arbeit schnell zur Polizei Station und das MOnatstickt kaufen. Hierfür den Arbeitsvertrag und den Vertrag mit der Unterkunft mitnehmen, sowie Auto Zulassung. Wenn das Auto nicht auf einen selbst zugelassen ist gibt es eine Fremdlenker Bestätigung auf der St Gallen website.

Einkaufen:
- Es gibt einen Denners und einen Migros im Silberturm ca. 5 min zu fuß von der Unterkunft entfernt. Da kann man relativ billig einkaufen.
- Ich war einmal die Woche in Österreich oder Deutschland einkaufen. Man kann aber auch alles in der Schweiz kaufen wenn man bissi verzichtet und sucht ist es nicht sooo teuer.

Zusammenfassung:
Solide 3. Für Chirurgie interessierte mit guten Vorwissen der Anatomie sicher super und große OPs zu sehen. jedoch darf man nicht erwarten, dass man wirklich was machen darf. Auf station hängt es vom Assi ab ob man eigene Patienten betreuen darf. Leider war ich so selten auf station, dass ich dazu nix wirkliches sagen kann.
Die Assis und die Oberärzte sind alle super nett und es war wirklich immer ein Spaß im OP.
Ich ging wahrscheinlich einfach mit den falschen Erwartungen hin. Bin aber letzten Endes sehr froh, dass ich hier war und mir die Schweiz einmal angeschaut habe.
Bewerbung
1,5 Jahre im Voraus über die Website. Ich habe zuerst direkt mit der Klinik Kontakt aufgenommen um zu erfahren, wie alles abläuft.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Repetitorien
Nahtkurs
Tätigkeiten
EKGs
Patienten untersuchen
Poliklinik
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
1100 Franken (letzten Endes kommen ca 500 Euro auf das Konto hängt auch stark von den Diensten ab)
Gebühren in EUR
370 Fr für die Unterkunft, 8,80 bzw 6.70 für das Essen (wenn man Zeit hat)

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
3
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
3
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
2
Lehre auf Station
2
Insgesamt
3

Durchschnitt 2.73